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Grüner Star: DFG fördert Studie an der Universitätsmedizin Göttingen

15.03.2024 - Eine Studie zu neuer Behandlungsmethode bei Grünem Star (Glaukom) läuft an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Ziel ist es, den Gesichtsfeldausfall ohne operativen Eingriff mittels Elektrostimulation des geschädigten Sehnervs zu verringern.

Die VIRON-Studie ist im Juli 2023 gestartet und wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit 1,5 Millionen Euro für drei Jahre gefördert.

Der Grüne Star, auch Glaukom genannt, ist eine Erkrankung des Sehnervens, die im Verlauf zum Verlust von Sehnervenzellen und nachfolgenden unwiederbringlichen Gesichtsfeldausfällen führt. Es ist eine der häufigsten Ursachen für eine Erblindung und betrifft weltweit etwa 70 Millionen Menschen.

Prof. Dr. Michael Schittkowski, Bereichsleiter Strabologie, Neuroophthalmologie und okuloplastische Chirurgie in der Klinik für Augenheilkunde der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), und Prof. Dr. Andrea Antal, Leiterin der Arbeitsgruppe „Noninvasive Brain Stimulation Lab“ in der Klinik für Neurologie der UMG, untersuchen in der seit Juli 2023 laufenden VIRON-Studie eine neue Methode zur Behandlung des Glaukoms mittels Elektrostimulation. „Bei der transkraniellen Elektrostimulation (tES) handelt es sich um ein Verfahren, bei dem ein schwacher Wechselstrom durch die Kopfhaut und den Schädel (transkraniell) fließt und die Erregbarkeit der Nervenzellen beeinflusst“, so Prof. Dr. Antal. „Im Rahmen dieser Studie soll untersucht werden, inwieweit sich die Aktivität des Sehnervs durch die Stimulation kurzfristig verändert.“ Ziel ist es, die eingetretenen Gesichtsfelddefekte zu verkleinern und das Sehvermögen der Patient*innen mit deutlich erkennbarem Glaukomschaden zu verbessern. Die Studie wird mit 1,5 Millionen Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft über einen Zeitraum von drei Jahren gefördert.

„Da die Senkung des Augeninnendrucks bis heute die einzige therapeutische Möglichkeit ist, das Fortschreiten der Glaukomerkrankung zu verlangsamen, und ein einmal vorhandener Glaukomschaden weder durch Medikamente noch durch einen operativen Eingriff umkehrbar ist, wird deutlich, dass neue Therapieansätze dringend notwendig sind“, sagt Prof. Dr. Michael Schittkowski.

Die Elektrostimulationsbehandlung wurde bereits in mehreren Studien angewandt, um das Restsehen bei einem beschädigten Sehnerv wieder herzustellen. Die Behandlung führte im Vergleich zur Scheinbehandlung zu einer bis zu zwei Monate nach Stimulationsbehandlung anhaltenden signifikanten Gesichtsfeldverbesserung und reduzierte die von den Patient*innen berichteten Beeinträchtigungen des täglichen Lebens.

Die genaue Wirkungsweise der Elektrostimulation ist weiterhin ungeklärt. Zu den Erklärungsansätzen zählt die Förderung von Überleben und Regeneration retinaler Zellen, das sind Nervenzellen in der Netzhaut des Auges, die Lichtreize wahrnehmen. Als zugrundeliegende Mechanismen werden biochemische Prozesse wie die Freisetzung neurotropher Faktoren und eine erhöhte Durchblutung der Ader- und Netzhaut diskutiert. Neurotrophe Faktoren sind Botenstoffe, die der Entwicklung und Regeneration von Nervenzellen dienen.

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