Roche gibt den Vertriebsstart des Multiplate Analyzers für die schnelle und zuverlässige Bestimmung der Thrombozytenfunktion bekannt. Das System hilft Klinikern, das individuelle Thrombose- (1,2,3) und Blutungsrisiko (3,4) eines Patienten vorherzusagen. Das ist die Basis für eine maßgeschneiderte aggregationshemmende Therapie und für die Stratifizierung eines perioperativen Blutungsrisikos (4). Das kompakte und benutzerfreundliche Tischgerät unterstützt insbesondere Kardiologen, Chirurgen sowie Intensivmediziner bei klinischen Entscheidungen (5,6,8) und unterstreicht das Ziel von Roche, medizinisch besonders hochwertige Lösungen anzubieten.
"Die Gerinnung gehört für Roche Diagnostics zu den wichtigsten Investitionsbereichen der nächsten Jahre. Wir werden verschiedene System- und Reagenzlösungen für die primäre und die plasmatische Gerinnung einführen. Der Multiplate Analyzer ist unser erstes Produkt in dieser Reihe und stellt die schnelle Umsetzung unserer neuen Strategie unter Beweis", so Jürgen Redmann, Geschäftsführer Roche Diagnostics Deutschland GmbH. Durch die Übernahme der Verum Diagnostica GmbH Anfang des Jahres konnte der Multiplate Analyzer in das Produktportfolio von Roche Diagnostics integriert werden.
Entscheidungshilfe für aggregationshemmende Therapien
Patienten mit hoher Thrombozytenaktivität haben trotz aggregationshemmender Therapie nachweislich ein erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall (2) und für rezidivierende ischämische Ereignisse.(5,7) Thrombozytenfunktionshemmer wie Acetylsalicylsäure (ASS) und Clopidogrel werden eingesetzt, um die Fließfähigkeit des Blutes aufrechtzuerhalten und die Bildung von Blutgerinnseln (Thromben) zu reduzieren. Doch nicht alle Patienten sprechen gleich gut auf aggregationshemmende Medikamente an; bei bis zu 25 Prozent ist zum Beispiel die Ansprechrate auf Clopidogrel unzureichend.(9) Man bezeichnet diese Patienten als "low-Responder". Das in diesem Fall erhöhte Risiko für rezidivierende thrombotische Ereignisse lässt sich durch die Umstellung auf einen anderen Thrombozytenaggregationshemmer nachweislich reduzieren. (5,8)
Stratifizierung des perioperativen Blutungsrisikos
Bei Patienten unter aggregationshemmender Therapie ist es wichtig, präoperativ das Blutungsrisiko zu kennen.
Im Gegensatz zur Behandlung mit ASS können Patienten unter Therapie mit anderen aggregationshemmenden Medikamenten (z.B. Clopidogrel) ein deutlich erhöhtes perioperatives Blutungsrisiko haben. Der Multiplate Analyzer gibt behandelnden Ärzten vor einem geplanten Eingriff wertvolle Hinweise, ob ein Patient unter Behandlung mit aggregationshemmenden Medikamenten ein erhöhtes Blutungsrisiko hat, indem die Höhe der Wirkstärke z.B. von ASS10 , Clopidogrel oder Prasugrel bestimmt wird.(11)
Frühzeitige Abschätzung des Thromboserisikos bei Patienten nach Stenteinlage
Implantierte Stents verändern die Fließeigenschaften des Blutes derart (Entstehen von Turbulenzen), dass Thrombozyten aktiviert werden können. Infolgedessen ist die medikamentöse Hemmung der Thrombozytenfunktion entscheidend, um Stentthrombosen zu verhindern. Derzeit wird standardmäßig eine duale Plättchenhemmung zur Vermeidung einer Thrombose empfohlen, wobei ein besonderes Augenmerk auf die Erkennung von low-Respondern gelegt werden muss. In einer sehr großen klinischen Studie hatten low-Responder auf Clopidogrel ein 9,4-fach höheres Risiko für Stentthrombosen als normal reagierende Patienten (7). Der Anteil der ASS-resistenten Patienten liegt bei rund 10%. Mehrere Studien haben gezeigt, dass eine über die Messung der Thrombozytenfunktion mit dem Multiplate Analyzer gesteuerte, individuell angepasste aggregationshemmende Medikation die Inzidenz von schweren ischämischen Ereignissen nach koronarer Stenteinlage gegenüber einer Standardtherapie signifikant verringern kan!
n. (5,8,12)
Technologie der nächsten Generation heute verfügbar
Der Multiplate Analyzer wird mit den sechs CE-markierten Reagenzien ADPtest, ASPItest, TRAPtest, COLtest, RISTOtest und ADPtest HS angeboten. Mit einer Messzeit von zehn Minuten für Vollbluttests und fünf parallelen Kanälen setzt dieses System neue Maßstäbe in der Thrombozytenfunktionsdiagnostik.
Literatur
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