Die Wohnstation am AKK: medizinische Versorgung ohne Krankenhausluft

  • Das Altonaer Kinderkrankenhaus (AKK) in Hamburg, „der Lufthafen“, eine Einrichtung für langzeitbeatmete Kinder schließt in Norddeutschland eine medizinische Versorgungslücke und ist ein Wohnkonzept frei von Krankenhausluft (Foto: AKK).Das Altonaer Kinderkrankenhaus (AKK) in Hamburg, „der Lufthafen“, eine Einrichtung für langzeitbeatmete Kinder schließt in Norddeutschland eine medizinische Versorgungslücke und ist ein Wohnkonzept frei von Krankenhausluft (Foto: AKK).
  • Das Altonaer Kinderkrankenhaus (AKK) in Hamburg, „der Lufthafen“, eine Einrichtung für langzeitbeatmete Kinder schließt in Norddeutschland eine medizinische Versorgungslücke und ist ein Wohnkonzept frei von Krankenhausluft (Foto: AKK).
  • In den Patientenzimmern ist die Medizintechnik in Möbeln, Decken und Wänden versteckt. Ein integriertes Deckenliftsystem vereinfacht das Ein- und Aussteigen in den Rollstuhl (Foto: AKK).
  • Am bordeauxroten Empfangstresen begrüßen die Krankenschwestern die Familien. Die Rezeption ist unterschiedlich hoch gebaut, damit jeder, egal ob groß oder klein, in Augenkontakt mit dem Gegenüber stehen kann (Foto: AKK).

Das Altonaer Kinderkrankenhaus (AKK) in Hamburg, „der Lufthafen", eine Einrichtung für langzeitbeatmete Kinder schließt in Norddeutschland eine medizinische Versorgungslücke und ist ein Wohnkonzept frei von Krankenhausluft.

Farbige Wände, Eichenparkett, versteckte Medizintechnik, großzügige Raumgestaltung und Wohnbereiche zum Wohlfühlen - all diese Komponenten waren bei dem Bau des „Lufthafen - Die Wohnstation am AKK" wichtig. Denn der Alltag betroffener Familien ist geprägt von Arztbesuchen, logistischen sowie finanziellen Herausforderungen. Sauerstoffflaschen, Beatmungs- und Absauggeräte sind der ständige Begleiter der Kinder und Jugendlichen.

„Der Lufthafen wird für viele ein neues Zuhause sein. So war es uns wichtig, eine Umgebung zu schaffen, die nicht an ein Krankenhaus erinnert. Neue Ideen, ungewöhnliche Lösungen und Konzepte mussten erarbeitet werden, um unsere Vorstellungen in die Realität umzusetzen", so Marc Ewers, Geschäftsführer von euroterra, den beauftragten Architekten.

Durch die Backsteinfassade fügt sich der Lufthafen in das bestehende Ensemble des Klinikgeländes ein. Elemente aus Lärchenholz, Stahl und farbigem Glas lockern das Äußere auf und wiederholen sich auch im Innenbereich. Die neue Einrichtung verfügt über sechs Zimmer für Diagnostik sowie Therapie¬maßnahmen, acht Plätze für Langzeitpflege sowie zwei Elternzimmer.

Am bordeauxroten Empfangstresen begrüßen die Krankenschwestern die Familien. Die Rezeption ist unterschiedlich hoch gebaut, damit jeder, egal ob groß oder klein, in Augenkontakt mit dem Gegenüber stehen kann. Ein weiteres Highlight ist das Salzwasseraquarium mit vielen bunten Fischen, das am Eingangsbereich in den Tresen integriert wurde. „Unser Ziel ist, dass unseren Patienten vom ersten Augenblick eine wohnliche und freundliche Atmosphäre geboten wird. Für mich schließt es sich nicht aus, dass medizinische Einrichtungen auf der einen Seite funktional, aber auf der anderen Seite auch zum Wohlfühlen einladen", sagt Christiane Dienhold, Geschäftsführerin des AKK.

Eine grüne Küche, versteckte Technik und befahrbare Terrassen

Rechts vom Empfangstresen geht es zu den Therapie-, Diagnostik- und Patientenzimmern.

Auch hier sorgen warme Wandfarben, Eichenparkett, Terrazzoboden und Fußbodenheizung dafür, dass kein Krankenhauscharakter zu spüren ist. In den Untersuchungsräumen sind die Schränke in einem freundlichen Blau gehalten. Um den Aufenthalt weiterhin wohnlich zu gestalten, befindet sich am Ende des Flures eine grüne Küche. Dort können Eltern sich etwas kochen und mit anderen ins Gespräch kommen.

In den Patientenzimmern ist die Medizintechnik in Möbeln, Decken und Wänden versteckt. Ein integriertes Deckenliftsystem vereinfacht das Ein- und Aussteigen in den Rollstuhl. Ebenso können die großzügig angelegten Bäder mit Duschliegen befahren werden. Damit auch jeder der Patienten die eigene Terrasse nutzen kann, wurden die Schiebefensterelemente bodentief angelegt. Diese ermöglichen es, dass jeder mit dem Rollstuhl oder sogar im Bett in den Garten gefahren werden kann. „Es war eine besondere Herausforderung, alle Bereiche und Zimmer auf der zur Verfügung stehenden Fläche barrierefrei zu gestalten, eine räumliche Großzügigkeit zu erzeugen und alle medizinisch notwendigen Haupt- sowie Nebenfunktionen sinnvoll unterzubringen", erinnert sich Marc Ewers.

Großzügiger Wohnbereich und Gartenanlage für Langzeitpflege

Links vom Empfangstresen befinden sich das Wohnzimmer sowie die Kinder- und Jugendzimmer. Der gesamte Wohnbereich ist mit dem Rollstuhl oder auch Bett befahrbar. Es gibt keine störenden Heizkörper, sondern eine Fußbodenheizung, und die Möbel sind in Nischen integriert, damit genug Platz zum Rangieren bleibt. Der Raum ist gegliedert in eine offene Küche und ein Wohnzimmer. Im Zentrum steht ein großer Eichentisch. Durch einen Spindelantrieb ist dieser höhenverstellbar, sodass auch Patienten mit größeren Rollstühlen am Tisch Platz finden.

Ein Lichtkranz oberhalb der Sitzgelegenheit bietet die Möglichkeit, je nach Situation unterschiedliche Lichtstimmung zu schaffen. In der anderen Hälfte des Raumes ist eine Sitzecke eingerichtet. In der Decke ist dort ebenfalls ein Lift-System integriert, mit dessen Hilfe das Pflegepersonal die Patienten aus dem Rollstuhl auf das Sofa heben können. Von da aus genießen die Bewohner dann den Blick aus den bodentiefen und breiten Schiebefenstern auf Bäume, Blumen, Sträucher, den behindertengerecht gestalteten Spielplatz und die geräumige Terrasse.

Vom Wohnbereich führt der Flur zu den acht Kinder- und Jugendzimmern. Diese sind für die Patienten vorgesehen, die im Lufthafen ihr neues Zuhause finden und nicht nur für Therapiemaßnahmen eine kurze Zeit bleiben werden. Diese Räumlichkeiten sind ebenso wohnlich ausgestattet und in freundlichen Farben gehalten wie die Patientenzimmer. Damit die Bewohner sich auch ungestört im Garten aufhalten können, ist die Anlage umgeben von Sträuchern und Bäumen. Draußen können die Kinder und Jugendlichen sowohl die Spielgeräte nutzen als auch die Natur genießen. „Wir bieten viele besondere Angebote, wie ein hängendes Vogelnest, in dem jeder liegen und schaukeln kann. Ebenso wurde ein Spielgang konzipiert, der durch verschiedene Bodenbeläge den Rollstuhlfahrern eine sinnliche und taktile Wahrnehmung ihres Weges ermöglicht", sagt Christiane Dienhold.

In Deutschland leben aktuellen Schätzungen zufolge ca. 2.000 Säuglinge, Kinder und Jugendliche, die unter chronischer Luftnot leiden. Die Ursachen können sowohl eine Querschnitts- oder Kinderlähmung als auch Schädigungen des Gehirns oder Knochen- und Muskelerkrankungen sein. Mehr als 70 betroffene Patienten werden derzeit im AKK betreut. „Am 2. Mai 2011 sind die ersten Kinder in den Lufthafen eingezogen. Ich freue mich, dass unsere gemeinsamen Bemühungen nun Früchte tragen", sagt Christiane Dienhold.

 

Kontaktieren

AKK Altonaer Kinderkrankenhaus
Bleickenallee 38
22763 Hamburg
Telefon: +49 40 88908 0
Telefax: +49 40 88908 500

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