Bei ersten Symptomen eines Schlaganfalls muss der Patient so schnell wie möglich in eine spezialisierte Klinik gebracht werden. Hier wird zuerst mit einer CT- oder MRT-Bildgebung eine intrakranielle Blutung als Ursache für den Schlaganfall ausgeschlossen. Erst dann kann die richtige Therapie geplant und eingeleitet werden.
Eine akut auftretende Schlaganfallsymptomatik ist in etwa vier von fünf Fällen durch eine Ischämie eines Hirnareals bedingt, in einem von fünf Fällen liegt eine intrakranielle Blutung vor. Bei Ischämien besteht bei rascher Vorstellung des Patienten nach Auftreten der Symptomatik mit der Lyse eine therapeutische Option, die bei einem Teil der Patienten zu einer Besserung oder sogar zu einer vollständigen Rückbildung der Symptome führen kann.
Aktuell werden zudem interventionelle Therapieverfahren zur Rekanalisierung in ausgewählten Zentren mit neuroradiologischen Schwerpunkten mit dem Ziel einer Verhinderung einer Ischämie bei Verschlüssen großer hirnversorgender Gefäße erprobt. Für den Einsatz dieser Verfahren ist es unablässig, den Patienten möglichst schnell nach Auftreten der neurologischen Ausfallsymptomatik in einer auf die Schlaganfallversorgung spezialisierten Klinik vorzustellen, die über eine sogenannte Stroke Unit verfügt.
Das Zeitfenster, für das die Lysetherapie zugelassen ist, beträgt drei Stunden nach Auftreten der Symptome; neue große Studien belegen einen Nutzen dieser Therapie bis zu 4,5 Stunden nach Auftreten der Symptomatik. Allerdings zeigt die Studienlage auch klar, dass der Nutzen der Lysetherapie am größten im Zeitraum unmittelbar nach Auftreten der Ausfälle ist und mit zunehmender Dauer des therapeutischen Zeitfensters geringer wird.
Hieraus ergibt sich, dass die obersten Prioritäten für die Versorgungskette beim akuten Schlaganfall in einer Stabilisierung des Patienten für den Transport und einer möglichst raschen Vorstellung des Patienten in einem spezialisierten Zentrum liegen. Weiterhin ist es für die möglichst rasche Einleitung der Lysetherapie bei geeigneten Patienten im aufnehmenden Krankenhaus hilfreich, wenn bereits in der Prähospitalphase möglichst viele relevante Informationen gesammelt werden.
Hierdurch kann die Zeit vom Eintreffen des Patienten im Krankenhaus bis zum Beginn der Lysetherapie, die sogenannte door-to-needle-time, möglichst gering gehalten werden.
Im Einzelnen umfasst die Versorgungskette bei akutem Schlaganfall die folgenden Punkte:
Die konsequente Einhaltung dieser Einzelmaßnahmen der Versorgungskette beim akuten Schlaganfall trägt zu einer Minimierung der Zeit bis zur Aufnahme auf der Stroke Unit und insbesondere bis zum Beginn der Lysetherapie bei. Hierdurch wird die Chance auf einen Erfolg der Lyse im Einzelfall maximiert - getreu dem Leitsatz der Therapie des akuten Schlaganfalls: „time is brain"
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