Sie sind hier: StartseiteHintergrund-ÜbersichtPharma › EULAR-Kongress 2012

EULAR-Kongress 2012

Anti-TNFα-Therapie der frühen AS und RA mit Infliximab und Golimumab

19.07.2012

Eine möglichst frühzeitige effektive Therapie der axialen Spondyloarthritis (SpA) - als Vorläufer der ankylosierenden Spondylitis (AS) -mit Inhibitoren des Tumor-Nekrose-Faktors (TNF) α kann den weiteren Krankheitsverlauf günstig beeinflussen. Darauf weisen erste Ergebnisse einer klinischen Studie zu Infliximab hin, die anlässlich des Annual European Congress of Rheumatology (6 -9. Juni) der European League Against Rheumatism (EULAR) präsentiert wurden. Zudem wurden Daten einer Phase-III-Studie vorgestellt, die die Wirksamkeit und Sicherheit einer intravenösen Therapie mit Golimumab bei der rheumatoiden Arthritis (RA) zeigen.

SpA: Infliximab + Naproxen besser wirksam als Naproxen-Monotherapie
Bei Patienten mit früher, aktiver axialer SpA, die mit NSAR (nicht-steroidalen Antirheumatika) nicht oder mit submaximaler Dosis vorbehandelt waren, war eine Kombination aus Infliximab (Remicade) und Naproxen (NPX) einer NPX-Monotherapie deutlich überlegen. Dies geht aus vorläufigen Ergebnissen der randomisierten, Placebo-kontrollierten, doppelblinden Studie INFAST (Infliximab as First Line Therapy in Patients with Early Active Axial Spondyloarthritis Trial) hervor. Den primären Endpunkt - eine partielle Remission gemäß Assessment in Ankylosing Spondylitis (ASAS)-Kriterien in Woche 28 - erreichten 62% im Infliximab/NPX-Arm und nur 35% in der NPX-Monotherapie-Gruppe (p = 0,0021). Zudem kam es zum gleichen Zeitpunkt bei einem signifikant größeren Anteil der Patienten, die die Kombinationstherapie erhielten, zu einem Ansprechen gemäß ASAS-40-Kriterien (75% vs. 57%, p = 0,0263) ebenso wie zu einem vollständigen Fehlen von mittels MRI (Magnetic Resonance Imaging) nachweisbaren Läsionen (Sakroiliakal [SI]-Gelenke alleine: 28% vs. 6% und Wirbelsäule + SI-Gelenke: 18% vs. 0%). Die Rate schwerwiegender Nebenwirkungen war in beiden Gruppen vergleichbar (Kombination: 5%, Monotherapie: 6%). Das Sicherheitsprofil war übereinstimmend mit dem bei anderen TNFα-Antagonisten.

In INFAST (Teil 1) erhielten Biologika-naive Patienten mit früher, aktiver axialer SpA (Krankheitsdauer ≤ 3 Jahre mit chronischem Rückenschmerz und aktiven entzündlichen Läsionen der SI-Gelenke) entweder Infliximab (5 mg/kg i.v.

in Woche 0, 2, 6, 12, 18 und 24) plus NPX (1000 mg/d) (n = 105) oder Placebo i.v. plus NPX (1.000 mg/d) (n = 51). Obwohl die mittlere Dauer seit Diagnosestellung in beiden Gruppen weniger als ein Jahr betrug (Kombination: 0,84 Jahre, Monotherapie: 0,69 Jahre), wiesen bereits 58% bzw. 64% radiologische Anzeichen für eine AS auf.
„Mit axialer SpA assoziierte chronische Rückenschmerzen werden oft über Jahre hinweg als idiopathische Beschwerden fehldiagnostiziert, sodass sich die Diagnose häufig verzögert", so Prof. Joachim Sieper (Berlin). „Die INFAST-Studie konnte zeigen, dass eine sehr frühe bis frühe Behandlung mit einem TNFα-Blocker in Kombination mit einem NSAR zu den besten Ergebnissen führt. Dies erfordert umso zwingender eine frühzeitige Diagnosestellung."

Kein zusätzlicher Nutzen einer Naproxen-Erhaltungstherapie
In einer im Rahmen von INFAST durchgeführten offenen Verlängerung der Studie (INFAST Teil 2) wurden Patienten, die in Teil 1 bis Woche 28 eine partielle Remission gemäß ASAS-Kriterien erreicht hatten, randomisiert und erhielten bis Woche 52 entweder eine NPX-Monotherapie oder keine Behandlung. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass eine Fortsetzung der NPX-Gabe keinen zusätzlichen Nutzen gegenüber dem vollständigen Absetzen beider Medikationen - Infliximab und NPX - brachte. In Woche 52 erfüllten etwa gleich viele Patienten aus dem NPX-Arm (19/40, 48%) und der therapiefreien Gruppe (16/40, 40%) die ASAS-Kriterien für eine partielle Remission (p = 0,6525). Ähnliches gilt für das Fehlen von Läsionen in den Wirbelsäulen- und SI-Gelenken im MRI. Während des zweiten Studienabschnitts wurden nur wenige Exazerbationen beobachtet (NPX: 1/40, 2,5% vs. ohne Therapie: 3/40, 7,5%).

Phase-III-Studie zeigt Wirksamkeit von Golimumab i.v. bei RA
Eine intravenöse (i.v.) Behandlung mit dem TNFα-Blocker Golimumab (Simponi) kann die Symptome und die Krankheitsaktivität einer aktiven, mittelschweren bis schweren RA signifikant verbessern. Dies zeigen Ergebnisse der doppelblinden, Placebo-kontrollierten Phase-III-Multizenterstudie GO-FURTHER (Golimumab, an Anti-TNF-alpha Monoclonal Antibody, Administered Intravenously, in Subjects with Active Rheumatoid Arthritis Despite Methotrexate Therapy). Patienten mit aktiver RA wurden trotz Therapie mit Methotrexat (MTX) im Verhältnis 2:1 randomisiert, um in Woche 0 und 4 und anschließend alle 8 Wochen entweder Golimumab 2 mg/kg als 30 ± 10-minütige i.v. Infusion (n = 395) oder Placebo (n = 197) jeweils in Kombination mit MTX zu erhalten.

Verwandte Artikel :

Schlüsselwörter : Annual European Congress of Rheumatology Anti-TNFα-Therapie axiale Spondyloarthritis EULAR EULAR-Kongress European League Against Rheumatism Golimumab INFAST Infliximab Joachim Sieper Phase-III-Studie Rheumatoide Arthritis Tumor-Nekrose-Faktor

Email requestCompany Homepage

MSD Sharp & Dohme GmbH
Lindenplatz 1
85540 Haar


Tel: +49 89 45611 0
Fax: +49 89 45611 414
Web: http://www.msd.de

RSS Newsletter

Themenvorschau: zur nächsten gedruckten Management & Krankenhaus (Titelseite: Muster)

MK AWARD Logo klein

jetzt einreichen kleinMachen Sie mit - beim M&K AWARD!

Management & Krankenhaus zu den Mediadaten von M&K