Gesundheitspolitik

Beschaffung im Krankenhaus: billig, zufällig, ohne Strategie

17.07.2014 -

Anlässlich der 6. Jahresveranstaltung des Bundesverbandes der Beschaffungsinstitutionen in der Gesundheitswirtschaft Deutschland e.V. (BVBG), referierten Prof. von Eiff, Prof. Rebscher und Prof. Siebert über Qualität, Patientensicherheit und Wirtschaftlichkeit bei der Beschaffung von Sachmitteln für Gesundheitseinrichtungen. Eine Studie zum Einkaufsverhalten deutscher Krankenhäuser wurde ebenfalls vorgestellt.

Viele Krankenhäuser in Deutschland weisen erhebliche Mängel im Einkauf auf mit Folgen für Patientensicherheit, Ertrag des Krankenhauses und Mitarbeiterzufriedenheit. Die vom Bundesverband der Beschaffungsorganisationen in der Gesundheitswirtschaft (BVBG) in Auftrag gegebene Studie „Qualitätsoffensive im Gesundheitswesen" zeigt auf: Krankenhäuser sind nicht an den Folgekosten durch billigen Produkteinkauf interessiert.

„Viele nehmen sogar durch eine schlechte Produktqualität eine schlechtere Behandlungsqualität in Kauf", so Winfried Neun, Geschäftsführer des mit der Studie beauftragten Beratungsunternehmens, K.O.M. GmbH. „Noch immer existiert in vielen Einrichtungen eine höchst einseitige Fixierung auf den Produktpreis statt auf eine Lebenszyklusbetrachtung eines Produktes", erklärt Anton J. Schmidt, BVBG-Vorstandsvorsitzender. Die Krankenhäuser müssten einen ganzheitlichen Blick auf ihr Beschaffungsmanagement richten und die Kostenbetrachtung am Behandlungsfall orientieren.

Beispiel: Die Verwendung von minderwertigem Verbandsmaterial kommt die Krankenhäuser teuer zu stehen. Qualitativ hochwertiges Verbandsmaterial verbessert in der Gesamtrechnung die Wirtschaftlichkeit erheblich. Kriterien für den Einkauf der Produkte seien in vielen Häusern die persönlichen Präferenzen der Anwender - nach dem Motto „bei diesem Unternehmen haben wir schon immer die Produkte bezogen" oder der günstige Preis. „Dem Krankenhausmanagement ist das mangelnde Qualitätsniveau seiner eingesetzten Produkte oftmals nicht bekannt", so Studienleiter Winfried Neun. „Eine gemeinsame Betrachtung Anwender und Einkauf von Qualität findet in den wenigsten Häusern statt."

 

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