Personalia

Charité: Prof. Dr. Michael Ristow übernimmt Institut für Experimentelle Endokrinologie

13.01.2023 - Prof. Dr. Michael Ristow hat zum Jahresbeginn die Professur auf Lebenszeit für Experimentelle Endokrinologie und Diabetologie an der Charité – Universitätsmedizin Berlin angetreten. Sein Forschungsschwerpunkt: das Entstehen altersbedingter Erkrankungen.

Welche Rolle spielen dabei die molekularen Mechanismen unseres Stoffwechsels? Und wie beeinflussen sie die Lebenserwartung des Menschen? Diesen Fragen wird Prof. Ristow an der Charité weiter auf den Grund gehen. Das Ziel: die Gesundheit von Menschen möglichst lange zu erhalten. Verbunden mit der Professur ist die Leitung des Instituts für Experimentelle Endokrinologie der Charité. Prof. Ristow wechselt von Zürich nach Berlin und folgt auf Prof. Dr. Josef Köhrle, der nun im Ruhestand ist.

Prof. Ristow war in den vergangenen zehn Jahren als Professor für Energiestoffwechsel am Department Gesundheitswissenschaften und Technologie der ETH Zürich in der Schweiz tätig. Sein Forschungsschwerpunkt, den er nun mit an die Charité bringt, liegt im Bereich der Stoffwechselregulation, insbesondere im Hinblick auf das Entstehen altersbedingter Erkrankungen und die Lebenserwartung des Menschen.

„Fettleibigkeit, Diabetes, Neurodegeneration und viele Krebsarten beruhen auf einem gestörten Stoffwechsel“, sagt Prof. Ristow. „Mein Ziel ist es, die dahinterstehenden molekularen Mechanismen besser zu verstehen. Neu entwickelte Therapieansätze und Maßnahmen zur Gesundheitsprävention könnten dann ganz gezielt an den entsprechenden Stoffwechselstellschrauben drehen und so der Entstehung von Krankheiten entgegenwirken.“

Um den hochkomplexen Stoffwechselwegen auf den Grund gehen zu können, wird Prof. Ristow neben Zellkulturen mit Versuchsmodellen des in der Forschung häufig genutzten Fadenwurms Caenorhabditis elegans arbeiten. Darüber hinaus wird er mit seinem Forschungsteam klinisches Probenmaterial untersuchen und anonymisierte Patientendaten mithilfe moderner computergestützter Methoden auswerten, um etwa herauszufinden, ob die Einnahme bestimmter Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel dazu führt, dass Patienten länger gesund bleiben als diejenigen, die andere oder gar keine Medikamente einnehmen.

„Ich freue mich, dass ich nach vielen Jahren forschender Tätigkeit nun zusätzlich wieder klinisch tätig sein werde“, sagt der gebürtige Lübecker. „Viele spannende Forschungsfragen, die mir schon lange unter den Nägeln brennen, werde ich nun im klinischen Umfeld der Berliner Universitätsmedizin angehen und translational umsetzen können.“ Seine Motivation verbindet er insbesondere mit den Veränderungen, die der demografische Wandel mit sich bringt: „Wir haben heute eine enorm hohe Lebenserwartung. Doch häufig beginnt schon mit etwa 60 Jahren eine lange Lebensphase, die bei vielen Menschen von Krankheit geprägt ist. Wichtig wäre aus meiner Sicht – für den Einzelnen und das Gesundheitssystem –, die gesunde Lebenszeit zu verlängern. Dazu möchte ich mit meiner Forschung und im Rahmen der Professur gerne beitragen.“

Kurzvita Prof. Dr. Michael Ristow

Michael Ristow wurde 1967 in Lübeck geboren. Nach dem Abitur studierte er von 1986 bis 1992 Humanmedizin an der Ruhr-Universität Bochum, wo er anschließend im Bereich Endokrinologie und Diabetes promovierte. 1996 begann er am Universitätsklinikum Köln – Klinik und Poliklinik für Innere Medizin II die fünfjährige Facharztausbildung für Innere Medizin, ebenfalls mit Schwerpunkt Endokrinologie und Diabetes. Als Research Fellow ging er 1997 für zwei Jahre an das Joslin Diabetes Center der Harvard Medical School in Boston (USA) und schloss im Jahr 2000 seine Facharztausbildung in Köln ab. Von 2001 an forschte er für drei Jahre am Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam und habilitierte sich 2002 an der Freien Universität Berlin. Von 2004 bis 2012 war er Professor für Humanernährung an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und hatte von 2013 bis Ende 2022 die Professur für Energiestoffwechsel am Department für Gesundheitswissenschaften und -technologie an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (Schweiz) inne. Dort war Prof. Ristow außerdem von 2018 bis 2020 Direktor des Instituts für Translationale Medizin.

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