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Co-Creation im Laboralltag

23.11.2021 - Nach wie vor werden viele Tätigkeiten im Labor händisch ausgeführt. Welche Herausforderungen ergeben sich dadurch und was, wenn das Labor einen manuellen Prozess automatisieren will? Welche Kompetenzen werden hier benötigt? Und wie bringt man die beteiligten Parteien an einen Tisch? Co-Creation kann hier die Lösung sein. Im Zentrum steht die gemeinsame Entwicklung eines Produkts.

Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigt ein Projekt von Labor Berlin mit dem Diagnostikhersteller Roche und dem Labor- und Medizintechnik Anbieter Sarstedt. Den Startpunkt für dieses gemeinsame Projekt gab Labor Berlin: Der Wunsch nach einem noch höheren Maß an Automatisierung im Zentrallabor war Anlass dafür, alle Parteien an einen Tisch zu bringen und eine gemeinsame Lösung zu entwickeln.

Bereits jetzt werden bei Labor Berlin die Proben nach der Zentrifugation vollautomatisiert über cobas connection modules (CCM) zu den Analysesystemen und den Kühlarchiven transportiert. Gemeinsam entwickelten Sarstedt und Roche in enger Abstimmung mit Labor Berlin nun eine Lösung, um die Prozesse vollständig, also bereits vom Eingang der Proben an, zu automatisieren.

Bisher mussten sämtliche Proben händisch vom Sarstedt Bulkloader BL 1200 auf das Zentrifugenmodul cobas p 671 von Roche umgesetzt werden. Bei mehr als 15.000 Proben pro Tag allein im Zentrallabor von Labor Berlin ein erheblicher Aufwand. Um beide Systeme miteinander zu verbinden, entwickelte Sarstedt das Anbindungsmodul Sort Connect. Mithilfe eines Roboters werden nun alle Proben automatisch auf das Zentrifugenmodul von Roche umgesetzt. Das spart wichtige Zeit, damit die Proben noch schneller analysiert werden und Ärzte ihre Patienten früher behandeln können. Für den Alltag im Labor bedeutet die neue Lösung einen vereinfachten Prozess, der die Fehleranfälligkeit reduziert und den manuellen Aufwand für die hochqualifizierten Mitarbeitenden reduziert. Die neue Automationslösung ist vorerst für den Einsatz in Hochdurchsatzlaboren vorgesehen. Geplant ist jedoch, die Lösung auch für Kunden in kleineren Laboren anzubieten. Durch Co-Creation werden die bereits etablierten Prozesse noch weiter automatisiert.

„Das Vorantreiben von Automationslösungen im Labor ist für uns eine wichtige Investition in die Zukunft. Durch starke Partnerschaften können wir innovative Automatisierungslösungen im Hochdurchsatzsegment vorantreiben”, sagt Christian Paetzke, Geschäftsführer der Roche Diagnostics Deutschland GmbH. Die Verbesserungen werden im Laboralltag deutlich: Der vereinfachte Prozess führt zu einer Zeitersparnis und Freiraum für andere Tätigkeiten, bei denen das hochqualifizierte Laborpersonal wirklich gebraucht wird. ,,Mit dieser neuen Lösung konnten wir unsere Arbeitsabläufe signifikant verbessern. Wir freuen uns, gemeinsam mit Roche und Sarstedt einen wesentlichen Beitrag in der Weiterentwicklung von Laborbetrieben zu leisten’’, sagt Nina Beikert, Geschäftsführerin von Labor Berlin. Dass zwei Hersteller miteinander kooperieren, um gemeinsam zu einer Lösung zu kommen, ist in dieser Branche nicht weit verbreitet: „Durch unsere langjährige Erfahrung in der Automatisierung präanalytischer Prozesse, die konstruktive Zusammenarbeit mit Roche Diagnostics und die Bereitschaft unseres Kunden Labor Berlin innovative Lösungen zu unterstützen, ist es uns gelungen eine neue Automationslösung zu entwickeln, die in Zukunft die Qualität und Wirtschaftlichkeit nachhaltig verbessern kann. Wir freuen uns über das Ergebnis und die Perspektive, diese Lösung gemeinsam mit unserem Partner auch anderen Kunden zugänglich zu machen”, sagt Rainer Schuster, Vorstand Vertrieb/Forschung & Entwicklung bei Sarstedt.

Kontakt

Roche Diagnostics Deutschland GmbH

Sandhoferstr. 116
68305 Mannheim

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