Dr. Dirk R. Bulian erhält Felicien Steichen Preis

Der Forscher vom Campus Merheim der UW/H wurde von der DGCH für seine in „Annals of Surgery" veröffentlichte Studie geehrt

Dr. Dirk R. Bulian vom Lehrstuhl für Chirurgie I der Universität Witten/Herdecke (UW/H) hat den Felicien Steichen Preis der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) erhalten. Die Ehrung wird einmal im Jahr im Rahmen des Deutschen Chirurgenkongresses in Berlin für besondere Leistungen auf dem Gebiet der viszeralchirurgischen Operationstechniken vergeben und ist mit einer Prämie von 5.000 € dotiert. Die Viszeralchirurgie umfasst die operative Behandlung aller Bauch-Organe.

Ausgezeichnet wurde der geschäftsführende Oberarzt der Klinik für Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie Merheim für eine im weltweit anerkanntesten chirurgischen Journal („Annals of Surgery") veröffentlichten Studie. Dazu analysierte Bulian gemeinsam mit weiteren renommierten Chirurgen aus ganz Deutschland und in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) Daten aus dem Deutschen NOTES-Register der DGAV, dem weltweit ersten und größten seiner Art. NOTES (Natural Orifice Transluminal Endoscopic Surgery) beschreibt das Konzept, Operationen in der Bauchhöhle über natürliche Körperöffnungen wie Mund, After und Scheide unter Umgehung der Bauchdecke durchzuführen und wurde 2007 an verschiedenen Kliniken weltweit in die klinische Versorgung implementiert. 2008 richtete die DGAV das Deutsche NOTES-Register ein, um die Entwicklung der neuen Operationstechnik kritisch zu begleiten und neuartige Komplikationen, wie sie beispielsweise bei der Einführung der laparoskopischen Chirurgie (Bauchspiegelung) in den 1980er Jahren mit zum Teil katastrophalen Folgen für die Patienten auftraten, frühzeitig entdecken zu können.

Dr. Bulian publizierte auf dieser Basis eine Analyse aller bis dato dokumentierten Blinddarmentfernungen. Dabei konnte er nachweisen, dass die narbenfreie Entfernung über den transvaginalen und den transgastralen (mittels Magenspiegelung) Zugang möglich ist und nur eine geringe Zahl an Komplikationen mit sich bringt. Zudem scheint der nur bei weiblichen Patienten mögliche transvaginale Zugang Vorteile gegenüber dem geschlechtsunabhängigen transgastralen Zugang hinsichtlich der Durchführbarkeit und Operationsdauer zu haben.

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