07.09.2012
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Duale Studiengänge für Pflegekräfte und Hebammen sowie für medizinisch-technische Berufe

  • Prof. Dr. Karl Joachim Ebeling, Prof. Reinhold R. Geilsdörfer, Prof. Dr. Reinhard Marre, Prof. Manfred Träger, Prof. Dr. Andreas Mahr, apl. Prof. Dr. Karl-Heinz Tomaschko (v.l.n.r.) (Foto: Universitätsklinikum Ulm).Prof. Dr. Karl Joachim Ebeling, Prof. Reinhold R. Geilsdörfer, Prof. Dr. Reinhard Marre, Prof. Manfred Träger, Prof. Dr. Andreas Mahr, apl. Prof. Dr. Karl-Heinz Tomaschko (v.l.n.r.) (Foto: Universitätsklinikum Ulm).

Ohne medizinisch-technische Assistenten läuft kein OP, keine Röntgenaufnahme, kein Labor. Erstmals in Deutschland können diese gesuchten Fachkräfte ihre Ausbildung nun in ein duales Bachelor-Studium integrieren. Möglich macht dies eine Kooperation der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Heidenheim mit der Akademie für Gesundheitsberufe des Universitätsklinikums in Ulm.

Akademie und Duale Hochschule übernehmen Vorreiterrolle

Auch für die Ausbildung im Bereich Pflege und für Hebammen gibt es neue integrierte duale Studienangebote, auch hier sind beide Einrichtungen mit dem bundesweit zweiten Angebot in einer Vorreiterrolle. Heute wurde in Ulm der Kooperationsvertrag unterschrieben.

„Wir wollen mit unserem Engagement die Berufsfelder im Gesundheitswesen weiterentwickeln und durch die Akademisierung auch für Bewerber mit höheren Schulabschlüssen attraktiv machen", erläutert Prof. Reinhold R. Geilsdörfer, Präsident der Dualen Hochschule Baden-Württemberg. „Unsere beiden Einrichtungen mit ihrer großen Erfahrung sind für dieses Projekt ideale Kooperationspartner."

„Erst Mitte Juli betonte der Wissenschaftsrat auf seiner Tagung in Berlin die Notwendigkeit akademischer Ausbildungen in den Gesundheitsberufen, aufgrund der Zunahme an kranken und pflegedürftigen Personen. Unsere gemeinsame Kooperation kommt dieser Forderung nach" ergänzt Prof. Träger, Rektor der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Heidenheim.

Großer Bedarf an qualifizierten Fachkräften im Gesundheitswesen

Der Bedarf an qualifizierten Fachkräften im Gesundheitswesen ist groß. Derzeit können rund 600 Vollkraftstellen im Operationsdienst aufgrund von Personalmangel nicht besetzt werden. „Die neuen dualen Studiengänge eröffnen die Möglichkeit, die praktisch und theoretisch fundiert ausgebildeten Fachkräfte direkt weiter im Klinikum einzusetzen und auch für Fach- und Führungspositionen vorzusehen", freut sich Prof. Dr. Reinhard Marre, der Leitende Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums.

Bundesweit einmaliges Ausbildungsangebot

Der bundesweit einmalige „Bachelor of Science - Medizintechnische Wissenschaften" kann mit vorliegender Hochschulreife nach einem Ausbildungsabschluss in Operationstechnischer Assistenz (OTA) oder Medizinisch-technischer Assistenz (MTA) - mit seinen drei Fachrichtungen Laboratorium (MTLA), Radiologie (MTRA) und Funktionsdiagnostik (MTAF) - erworben werden.

Bei diesem Aufbaumodell schließt sich an die dreijährige medizintechnische oder operationstechnische Ausbildung ein dreisemestriges Studium an der Dualen Hochschule mit hohem Praxisanteil an. Damit Unterrichtsteile der dreijährigen Ausbildung als Teil des Studiums anerkannt werden können, wurde die Schulausbildung neu konzipiert.

Konzept des Integrationsstudiums

Der bundesweit zweite duale „Bachelor of Arts - Angewandte Gesundheitswissenschaften" für Pflegekräfte und Hebammen wurde als Integrationsstudium konzipiert. Bereits im zweiten Ausbildungsjahr zur Pflegekraft oder Hebamme findet zusätzlich zur Berufsausbildung an der Akademie für Gesundheitsberufe in Ulm die akademische Ausbildung an der Dualen Hochschule Heidenheim statt und führt nach der dreijährigen regulären Ausbildungszeit in weiteren zwei Semestern zum Studienabschluss.

Noch bessere berufliche Perspektiven

Die Kurse für beide Studiengänge werden in den Räumen der Akademie für Gesundheitsberufe in Ulm angeboten. Auch in den Zeiten des Studiums sind die Studierenden am Universitätsklinikum oder bei einem anderen Arbeitgeber beschäftigt und erhalten eine Vergütung. „Wenn wir die Besten für das Gesundheitswesen begeistern wollen, müssen wir ihnen attraktive Ausbildungs- und Studienangebote mit passenden beruflichen Perspektiven bieten - genau das leisten wir mit unseren neuen Konzepten", betont Apl. Prof. Dr. Karl-Heinz Tomaschko, Direktor der Akademie für Gesundheitsberufe am Universitätsklinikum Ulm. „Dank unseres abgestimmten Ausbildungs- und Studienkonzepts haben unsere Absolventen exzellente Berufsaussichten in Kliniken, bei niedergelassenen Ärzten, in Versorgungszentren und Pflegestützpunkten, in der biotechnologischen und pharmazeutischen Industrie sowie in der Gesundheitsfürsorge und -vorsorge", erläutert Prof. Dr. Andreas Mahr, Prorektor und Dekan der Fakultät für Technik der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Heidenheim.

Der Studiengang „Angewandte Gesundheitswissenschaften" steht erstmals für diejenigen offen, die ihre Ausbildung in der Pflege oder als Hebamme zum 1. Oktober 2012 an der Ulmer Akademie für Gesundheitsberufe starten. Sie können sich mit vorliegender Hochschulreife während ihres ersten Ausbildungsjahres für das integrierte Studium bewerben. Der Studiengang „Medizintechnische Wissenschaften" startet zum Sommersemester 2013, hier kann sich jeder bewerben, der eine abgeschlossene Ausbildung im Bereich OTA oder MTA sowie die Zugangsvoraussetzungen für ein Hochschulstudium hat.

 

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