22.07.2010
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Mit direktem Blick ins schlagende Herz

Cardioangiologisches Centrum Bethanien wendet neues Herzkatheterverfahren an

Am Cardioangiologischen Centrum Bethanien wird mit der sog. „Laser-Ballon Katheterablation" ein neuartiges Verfahren eingesetzt, bei dem der Operateur direkten Einblick in das schlagende Herz hat. Hiermit soll Vorhofflimmern beseitigt werden, welches die häufigste Herzrhythmusstörung in Deutschland darstellt. Circa eine Million Menschen sind davon betroffen - aufgrund der demografischen Entwicklung ist die Tendenz steigend. Derzeit werden in nur vier Zentren europaweit Laser-Ballon Katheterablationen durchgeführt und im Rahmen einer klinischen Untersuchung evaluiert. Dr. Boris Schmidt und Dr. Julian Chun vom Cardioangiologischen Centrum Bethanien (CCB) haben deutschlandweit die meisten Untersuchungen mit dieser neuen Technologie durchgeführt.


Als Folge von Vorhofflimmern können Herzrasen, Luftnot, verminderte körperliche Belastbarkeit und als größtmögliche Komplikation ein Schlaganfall auftreten. Medikamente (sog. „Antiarrhythmika") versuchen das Vorhofflimmern zu unterdrücken und den normalen Rhythmus (Sinusrhythmus) zu stabilisieren, erfordern aber die tägliche Einnahme von Tabletten. Dies kann mit erheblichen, lebensbedrohlichen Nebenwirkungen verknüpft sein kann.
Es konnte gezeigt werden, dass elektrische Fehlzündungen aus den Lungenvenen, die in den linken Vorhof einmünden, den normalen Herzrhythmus stören und Vorhofflimmern auslösen.


Verödung zur Verhinderung von Herzrhythmusstörung
Bei der Katheterablation werden die elektrischen Fehlzünder mittels eines Katheters verödet (abladiert). Die Fehlzünder können somit kein Vorhofflimmern mehr auslösen. Die Erfolgsraten dieses Therapieverfahrens sind der medikamentösen Therapie deutlich überlegen. Allerdings handelt es sich um einen komplexen Eingriff und sollte nur in entsprechend spezialisierten Zentren durchgeführt werden. „Wir sind sehr stolz darauf, die Katheterablation mit diesem innovativen Verfahren durchführen zu dürfen", sagt Dr. Boris Schmidt, Arzt für Innere Medizin, Kardiologie und Elektrophysiologie am CCB. Bei der herkömmlichen Ablation wird unter Röntgenkontrolle ein Verödungskatheter durch das Herz gesteuert, und es werden punktuelle Verödungen an definierten Stellen durchgeführt.

Häufigste Ursache für Rezidive (Wiederauftreten der Herzrhythmusstörung) ist die unvollständige Verödung von Fehlzündern als Folge einer zu ungenauen Steuerbarkeit des Katheters.

Bisher einzigartige Präzision
Bei der Laser-Ballon Ablation wird ein Ballonkatheter ins Herz eingebracht, in dem ein miniaturisiertes Endoskop integriert ist. Ähnlich einer Gelenk- oder Darmspiegelung kann der Operateur den Katheter unter direkter Sicht steuern und punktgenaue Verödungen vornehmen. Zur Ablation kommt ein Laser zum Einsatz, mit dem Punkt für Punkt das Gewebe gezielt verödet wird. Die direkte Sicht auf das Herzgewebe gestattet eine bisher unbekannte Präzision und Kontrolle. Untersuchungen haben ergeben, dass unvollständige Verödungen von Fehlzündern dadurch deutlich seltener auftreten. Folglich werden noch bessere langfristige Erfolgsaussichten erwartet. Eine Ablation kann prinzipiell bei jedem Patienten mit anfallsartigem Vorhofflimmern angewendet werden, bedarf jedoch der individuellen Beurteilung in einem persönlichen Gespräch.


 

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