Aus den Kliniken

MRSA-Schnelltest liefert zuverlässige Ergebnisse in 70 Minuten

Kreiskrankenhaus Wolgast investiert in die Patientensicherheit

17.02.2014 -

Ab sofort können Patienten im Wolgaster Kreiskrankenhaus vor einem stationären Aufenthalt mittels eines Schnellverfahrens innerhalb von 70 Minuten auf das gefährliche Krankenhausbakterium MRSA getestet werden. Das Analysegerät GeneXpert der Herstellers Cepheid im Wert von 35.000 Euro steht dafür allen Klinikabteilungen im Labor zur Verfügung. „Die Investition in die Sicherheit wird sich für alle Beteiligten auszahlen, sowohl für die Patienten, als auch für die Mitarbeiter und den Klinikhaushalt", sagte Geschäftsführer Frank Acker.

Der Methicillin Resistente Staphylococcus aureus (MRSA) ist einer der gefährlichsten Erreger nosokomialer - im Krankenhaus erworbener Infektionen. Die Übertragung erfolgt vor allem über die Hände. MRSA ist ein Bakterium, das gegen eine zunehmende Anzahl von Antibiotika resistent wird. Die Europäische Union hat die sogenannten Krankenhausinfektionen als wichtigste Gefahr noch vor der pandemischen Virusgrippe und AIDS eingeordnet.

Bislang wurden Proben, die als Abstrich mit einem Wattestäbchen entnommen werden, in das Institut für Medizinische Mikrobiologie der Universitätsmedizin Greifswald gesendet. Die Untersuchung mittels kultureller Anzucht und Differenzierung der Bakterienkulturen dauert ein bis drei Tage. Bis dahin mussten Risikopatienten isoliert werden.

„Mit dem GeneXpert können wir jetzt innerhalb von 70 Minuten zuverlässig und sicher MRSA in klinischen Proben nachweisen", erklärte Laborleiter Jörg Oelsner. „Die Probenvorbereitung ist denkbar einfach. Ein Abstrichtupfer wird in ein Röhrchen mit Elutionsreagenz eingeführt und gemischt. Das Gemisch wird in eine Messkartusche gefüllt und in das Gerät eingesetzt, das dann die Probe vollautomatisch auf molekulare DNA-Sequenzen des Bakteriums überprüft", so Oelsner.

Die Vorteile des neuen Schnelltesters liegen dabei auf der Hand. „Ein effektiver Weg die Ausbreitung des Keimes zu unterbinden ist dessen zeitnaher Nachweis in klinischen Proben. Je schneller hygienische Schutzmaßnahmen ergriffen werden können, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit der Übertragung auf andere Patienten. Darüber hinaus müssen Patienten nicht unnötig mit großem Hygieneaufwand isoliert werden. Zudem erwarten wir ein besseres Bettenmanagement, kürzere Krankenhausaufenthalte und einen reduzierten Einsatz von Antibiotika", unterstrich der Laborleiter.

Das Wolgaster Labor mit acht Mitarbeitern führt jedes Jahr rund 650.000 Untersuchungen durch, unter anderem auch für Rehakliniken und niedergelassene Ärzte.

 

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