11.10.2019
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Neuer Vorstand im Verband Psychologischer Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten

 „Psychisch krank“ zu sein ist hierzulande immer noch etwas Negatives, Diskriminierendes. Nicht selten erleben Betroffene es gar als Beschimpfung, wenn sie derart betitelt werden und halten es geheim, wenn sie einen Psychotherapeuten aufsuchen.

Psychotherapie ist die Behandlungen nicht nur von psychischen Störungen selbst, sondern auch hilfreich bei Erkrankungen wie beispielsweise Diabetes oder Krebs. Nicht selten lässt sich die Ursache der Erkrankung gar nicht einseitig der körperlichen oder der seelischen Seite zuschreiben, man spricht dann von psychosomatischen Beschwerden. Nicht selten wird aber entweder die Relevanz von Psychotherapie übersehen oder verleugnet. Oder die Betroffenen gewinnen den Eindruck, man unterstelle ihnen Simulation. Hier gibt es noch viel zu tun, damit Menschen, die von Psychotherapie profitieren würden, diese zukünftig ohne Angst wahrnehmen können.

Der Verband Psychologischer Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten (VPP im BDP e.V.) hat einen neuen Vorstand gewählt. Vorsitzende Dr. Johanna Thünker (Bottrop), die beiden Stellvertretenden Susanne Berwanger (München) und Gunter Nittel (Münster) sowie Beisitzerin Damaris Sander (Köln) haben im Rahmen ihrer Kandidaturen deutlich gemacht, dass sie sich diesen Themen annehmen wollen. Psychologische Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten können nicht nur in ihren Therapiezimmern behandeln, sondern sie können und sollten am öffentlichen Diskurs teilnehmen. Darum wollen sie sich aktiv einsetzen gegen Stigmatisierung und für eine gute psychotherapeutische Versorgung.

Das geht auf ganz unterschiedlichen Ebenen: Mehr öffentliche Beteiligung erfolgt beispielsweise ganz praktisch durch eine Zusammenarbeit mit Selbsthilfeorganisationen, wo es zum Austausch zwischen Betroffenen und Behandelnden kommt. Über öffentliche Stellungnahmen können fundierte Informationen an alle Interessierten vermittelt werden. Psychologische Einschätzungen von gesellschaftlich relevanten Themen wie aktuell beispielsweise die Debatte zum Verbot von Tabak- und E-Zigarettenwerbung helfen der Bevölkerung, solche Prozesse besser einzuordnen. Und nicht zuletzt durch einen berufspolitischen Einsatz für eine flächendeckende, ausreichende und gute psychotherapeutische Versorgung.

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