Preis für die Weiterentwicklung von zellulären Immuntherapien

Dr. Lukas Bunse wurde mit dem Swiss Bridge Award ausgezeichnet.

Ein Team um Dr. Lukas Bunse von der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) und dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg wird mit dem diesjährigen Swiss Bridge Award ausgezeichnet. Die Wissenschaftler teilen sich den Preis mit einem Schweizer Team. Mit dem Preisgeld von je 250.000 Franken arbeiten die Preisträger daran, die Nebenwirkungen von zellulären Immuntherapien zu verringern sowie deren Anwendungsbereich auszuweiten.

Mit klassischen Medikamenten sind die neuen zellulären Immuntherapien nicht zu vergleichen. Medikamente sind chemisch klar definierte Substanzen. Zelluläre Immuntherapien dagegen bestehen aus lebenden, körpereigenen Abwehrzellen von Krebspatienten. Diese Zellen werden im Labor gentechnisch verändert und vermehrt – und dann wieder in den Körper zurückgegeben, wo sie dank der genetischen Aufrüstung gezielt gegen die entarteten Tumorzellen vorgehen können. Bei einigen Patienten führen die zellulären Immuntherapien zu spektakulären Erfolgen. Doch bei anderen Betroffenen schlagen die Behandlungen fehl. Weitere Forschungsanstrengungen sind nötig, um diese neue und vielversprechende Behandlungsmethode weiterzuentwickeln, sodass mehr Patienten von ihr profitieren können.

Europaweiter Wettbewerb unter Wissenschaftlern

Aus diesem Grund war die diesjährige Ausschreibung der Stiftung Swiss Bridge dem Thema der zellulären Immuntherapien gewidmet. Um den Swiss Bridge Award 2019 haben sich insgesamt 52 junge Wissenschaftler aus ganz Europa beworben. Die mit angesehenen Experten besetzte Jury hat in einem zweistufigen Evaluationsverfahren schließlich zwei Projekte ausgewählt. Die beiden Projektleiter, Dr. Denis Migliorini, MD von den Universitätsspitälern Genf und Dr. Lukas Bunse vom Universitätsklinikum Mannheim und dem Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg nahmen am 23. Oktober bei einer Festveranstaltung in Zürich Schecks über je 250.000 Franken für die Realisierung ihrer Forschungsvorhaben entgegen.

Immuntherapien für Hirntumoren

Zelluläre Immuntherapien haben bisher vor allem bei der Bekämpfung verschiedener Arten von Blutkrebs Erfolge gezeitigt.

Lukas Bunse und sein Team versuchen nun, die Behandlungsmethode auf Gliome auszuweiten. Das sind Hirntumoren, die umgebendes Gewebe infiltrieren und aufgrund ihres invasiven Wachstums mit einer operativen Entfernung derzeit nicht zu heilen sind. Die Forscher um Bunse haben in bisherigen Studien vielversprechende Zielmoleküle in den Gliomzellen ausfindig gemacht und möchten nun im geplanten Forschungsprojekt neue genetisch veränderte Abwehrzellen herstellen, die sich gezielt gegen diese Strukturen der Hirntumorzellen richten. Anschließend wollen die Wissenschaftler – zunächst an Mäusen und anschließend bei Patienten – testen, ob diese Abwehrzellen in der Lage sind, die Ausbreitung der Gliome zu verhindern.

Lukas Bunse leitet die Gruppe Translationale Vakzinentwicklung und zelluläre Therapien in den neuroimmunologischen Laboratorien von Prof. Dr. Michael Platten, dem Direktor der Neurologischen Klinik der UMM, der außerdem die Klinische Kooperationseinheit „Neuroimmunologie und Hirntumorimmunologie" am DKFZ leitet.

Swiss Bridge Award

Swiss Bridge ist eine private Stiftung der Krebsliga Schweiz, der Stiftung Krebsfor­schung Schweiz und der Union for International Cancer Control (UICC). Ziel des Swiss Bridge Award ist es, mit Hilfe von privaten Spendern und Stiftungen qualitativ hochstehende Forschungsprojekte im Kampf gegen Krebs finanziell zu unterstützen.

 

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