Streikende Ärzte fordern Einlenken der Arbeitgeber

Die Ärztestreiks an den kommunalen Kliniken sindam 26. Mai mit großer Intensität fortgesetzt worden. Im ganzen Bundesgebiet fanden verschiedene Aktionen und Kundgebungen statt. Rund 500 Ärzte kamen in Bremen zusammen, um für ihre Forderungen nach besserer Bezahlung der Tages- und Nachtarbeit zu demonstrieren. Dem Protestzug vom Hauptbahnhof in die Innenstadt schlossen sich auch zahlreiche Kollegen aus Niedersachsen an.

In Köln marschierten etwa 400 Ärztinnen und Ärzte über die Hohenzollernbrücke in die Altstadt zum Kölner Rathaus. An einer Kundgebung in Koblenz beteiligten sich zur gleichen Zeit rund 200 Ärzte aus den kommunalen Kliniken in Rheinland-Pfalz.

Auf der Kundgebung in Köln begrüßte der 1. Vorsitzende des Marburger Bundes, Rudolf Henke, die einsetzende Sitzungsaktivität auf der Arbeitgeberseite, wie dies in der morgigen Zusammenkunft des Gruppenausschusses der VKA für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen zum Ausdruck komme. „Durch unser entschlossenes Vorgehen haben wir offenkundig Nachdenklichkeit erzeugt. Wir könnten auch in der nächsten Woche die Streiks ausweiten, wenn das notwendig werden sollte. Die bundesweiten und regionalen Ärztesprecher- und Streikleitertreffen in den vergangenen Tagen haben die Streikbereitschaft der Ärzte eindrücklich unter Beweis gestellt. Wir sind weit davon entfernt, dass uns die Puste ausgeht", bekräftigte Henke. Zugleich machte der MB-Vorsitzende deutlich, dass in der Frage der linearen Gehaltserhöhung eine Tarifeinigung nicht „an der 5 vor dem Komma" scheitern werde.

Auch im Südwesten der Republik trugen Ärzte den Protest gegen die Blockadehaltung der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände auf die Straße. Unter dem Motto „Wir halten die Medizin am Laufen" zogen am Morgen in Mannheim rund 100 Ärzte durch die Innenstadt. Der 1. Vorsitzende des Marburger Bundes Baden-Württemberg, Dr. Josef Ungemach, sagte auf der anschließenden Kundgebung: „Die hohe Zahl unbesetzter Arztstellen lässt eine Erfüllung unserer wahrlich nicht übertriebenen Forderungen auch ohne finanzielle Zusatzlast der Krankenhäuser zu." Die hohen Beträge für aushelfende Honorarärzte zeigten, dass in den Krankenhausbudgets genügend Mittel für eine bessere Vergütung der ärztlichen Dienste am Tag und in der Nacht vorhanden seien.



Auch in Augsburg, Minden und weiteren deutschen Städten fanden am Mittwoch Demonstrationen und Kundgebungen der streikenden Ärzte statt. Für die nächsten Tage sind weitere Aktionen angekündigt.

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