07.04.2016
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Texcare International: Digitalisierung ist Zukunftsmotor der Textilpflegebranche

  • Texcare International macht die Vernetzung von Maschinen und Systemen zum Nutzen für den Anwender erfahrbar (Messe Frankfurt/Petra Welze).Texcare International macht die Vernetzung von Maschinen und Systemen zum Nutzen für den Anwender erfahrbar (Messe Frankfurt/Petra Welze).

Die Technologie wird eine hohe Informationsdichte erzeugen, die es den Betrieben erlaubt, möglichst individuell auf die Wünsche ihrer Kunden zu reagieren. Zugleich werden die Betriebsprozesse intelligenter, transparenter und sicherer sein. Als Weltleitmesse ist die Texcare International Wegbegleiterin der jüngsten Entwicklungen zum Trendthema Industrie 4.0. Unternehmen aus dem Anlagenbau, Anbieter von Warenidentifikations- und -steuerungssystemen, Forschungseinrichtungen und IT-Spezialisten werden ihre Automatisierungslösungen für die smarte Wäscherei der Zukunft zeigen.

Der Anfang ist bereits ­gemacht

Der Textilservice ist eine Dienstleistung, die einen beachtlichen Individualitätsgrad erreicht hat. Eine bis zum Wäscheschrank zugeordnete individuelle Belieferung ist Standard. Eine die Besonderheiten von Bewohnerwäsche berücksichtigende Pflege ist selbstverständlich. Maßgeschneiderte Versorgungskonzepte für die Industrie, den Gesundheitsdienst oder das Hotelgewerbe werden weitreichend umgesetzt. „Mit der uns zur Verfügung stehenden Technologie stehen wir erst am Anfang“, sagt Friedrich Eberhard, Präsident des Deutschen Textilreinigungs-Verbands (DTV). „Wenn es gelingt, Maschinen und Systeme vollständig zu verknüpfen und die gewonnenen Daten optimal zu organisieren, können wir künftig die Wünsche und Anforderungen unserer Kunden in Echtzeit direkt im Prozess realisieren.“ Die hohe Informationsdichte kann seiner Meinung nach zudem dazu beitragen, die Menschen in der Erfüllung ihrer Arbeitsaufgabe entscheidend zu unterstützen. Wenn die Wäsche bereits die Informationen mitbringt, entfällt ein großer Teil der wiederkehrenden Verwaltungsaufgaben, mit denen bisher Kundenwünsche in den Textilserviceunternehmen an die ausführende Stelle weitergegeben werden. Das betrifft gleichfalls die Administration, die Produktionsprozesse wie die Logistik. Auch die Textilreinigung wird davon profitieren und eine neue, intensivere Nähe zu den Kunden gewinnen. Industrie 4.0 liefert die Basis: Sie gestattet die Verbindung der handwerklich anspruchsvollen Wiederherstellung von Bekleidung und Wäsche mit betriebswirtschaftlichem Nutzen.

Datengewinnung und -nutzung wird Kernkompetenz

Die Texcare International wird zahlreiche Lösungen für eine vernetzte Prozesswelt präsentieren.

Einen Schwerpunkt bildet die berührungslose Datenerfassung, bei der ein Datenträger (Transponder) gespeicherte Daten mittels elektromagnetischer Felder (RFID, UHF) an ein Lesegerät übermittelt. Durch intelligente Datenerfassung und Vernetzung der Informationen werden Warenströme bis über die Betriebsgrenzen hinaus quantifiziert und an automatische Aus- und Rückgabesysteme angebunden, die die Warensteuerung beim Verbraucher übernehmen. Mit einer intelligenten Überwachung und Speicherung aller anlagen- und prozessrelevanten Parameter leiten die Maschinenhersteller die nächste Generation der automatisierten Wäscherei ein. Führungssysteme stellen alle wesentlichen Daten übersichtlich dar und liefern in Echtzeit relevante Verbrauchsdaten der Prozesskette. Durch die Anbindung an intelligente Energieverbraucher erfolgt eine direkte Optimierung des Ressourcenverbrauchs durch die Anlagen.

Gefragt ist ein einheitliches Datenformat

„Die neue Intelligenz wird die Effizienz der Wäschereibranche und damit deren Wettbewerbsfähigkeit positiv beeinflussen“, meint Dr. Frank Ryll vom Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF in Magdeburg. „Dazu muss es gelingen, alle am Prozess beteiligten Akteure von der Maschinensteuerung bis zum Warenwirtschaftssystem in einem einheitlichen Datenformat miteinander zu verknüpfen.“ Miteinander kommunizierende Systeme seien Voraussetzung der smarten, sich selbst steuernden Wäscherei. Zudem könnte eine intelligente Sensorik weitere relevante Informationen – etwa über den Verschmutzungsgrad der Ware – liefern. Dann wäre die Umsetzung eines vollautomatischen „grünen“ Betriebs möglich.

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