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UKSH: Klinik für Strahlentherapie nimmt neue Linearbeschleuniger in Betrieb

07.12.2011 -

Am UKSH, Campus Lübeck, sind in der Klinik für Strahlentherapie zwei neue Linearbeschleuniger mit einer Feierstunde eingeweiht worden. Die Baumaßnahme wurde im Rahmen des Konjunkturprogramms II mit 7,03 Mio. € Gesamtkosten zu 25% vom Land Schleswig-Holstein und zu 75% vom Bund finanziert.

Die Klinik für Strahlentherapie am Campus Lübeck ist auf Präzisionsbestrahlungen von Tumoren und Metastasen spezialisiert und gehört zu den führenden Einrichtungen für solche Spezialbehandlungen in Norddeutschland. Mit den beiden neuen Linearbeschleunigern, die höchstem internationalen Standard entsprechen, können die Patienten jetzt noch besser, präziser und schonender behandelt werden. Die Strahlentherapie ist von großer Bedeutung für die Therapie von Tumorerkrankungen. Sie zerstört die bösartigen Zellen im Körper durch eine millimetergenaue Behandlung mit einer individuell berechneten Strahlendosis.

Dr. Heide Ahrens, Abteilungsleiterin im Wissenschaftsministerium, sagte in Vertretung für Wissenschafts-Staatssekretärin Dr. Cordelia Andreßen: „Mit diesen beiden neuen Linearbeschleunigern bestätigt das UKSH einmal mehr seine Spitzenposition in der Krankenversorgung. Möglich wurde diese Investition vor allem durch das Konjunkturprogramm II der Bundesregierung, aus dem etwa die Hälfte der in Schleswig-Holstein für Hochschulen und Forschung vorgesehenen Mittel in das UKSH geflossen sind."

„Das UKSH besitzt eine hervorragende Expertise auf dem Gebiet der Strahlentherapie. Mit den beiden neuen Geräten verfügt die Klinik am Campus Lübeck jetzt über den modernsten technischen Standard in der Strahlentherapie. Die Kompetenz und langjährige Erfahrung der Ärzte kann nun noch effektiver zum Wohl der Patienten eingesetzt werden", sagte Prof. Dr. Jens Scholz, UKSH-Vorstandsvorsitzender, anlässlich der feierlichen Schlüsselübergabe. „Der Einbau der neuen Präzisionsgeräte ist ein wichtiger Meilenstein für die weitere Entwicklung der Strahlentherapie am UKSH", so Prof. Scholz.

„Wir freuen uns sehr über die neue Technologie", erklärte Prof. Dr. Dirk Rades, Leiter der Klinik für Strahlentherapie am Campus Lübeck. „Wir können unsere Patienten jetzt auf höchstem internationalem Niveau behandeln und unsere strahlentherapeutische Expertise optimal umsetzen", so der Mediziner. Die neue Technik biete für die Patienten entscheidende Vorteile. Prof. Rades: „Sie ist nicht nur präziser, sondern auch schneller. Bei Patienten mit Tumoren im Kopf-Hals-Bereich verkürzt sich die Bestrahlungsdauer von 20 auf weniger als fünf Minuten. Das bedeutet für Strahlentherapiepatienten eine deutliche Erleichterung."

Mit den neuen Geräten werde eine wesentliche weitere Verbesserung der Therapie erreicht. „Die Bestrahlung kann im Tumorbereich viel besser positioniert und im Behandlungsfeld gleichmäßiger verteilt werden. Das umgebende, gesunde Gewebe wird optimal geschont, und es kommt seltener zu Nebenwirkungen. Gleichzeitig können höhere Heilungsraten aufgrund der Möglichkeit einer intensiveren Therapie erwartet werden", betonte Prof. Rades. „Auch die Bestrahlung von Metastasen, der in der Krebstherapie eine immer größere Bedeutung zukommt, lässt sich durch die neuen Linearbeschleuniger wesentlich verbessern." Die Strahlentherapie von Metastasen inklusive der Hochpräzisionsbestrahlung ist eines der Spezialgebiete von Prof. Rades. Er ist auf diesem Gebiet weltweit anerkannter Experte und Mitautor von internationalen Leitlinien.

Prof. Dr. Jürgen Dunst, Direktor der Strahlenklinik des UKSH und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie, betonte die Bedeutung der neuen Technologie für die hochspezialisierte Patientenversorgung. Die Linearbeschleuniger verfügen durch einen integrierten Computertomographen über die Möglichkeit der „bildgeführten Strahlentherapie". Dadurch lassen sich Hochpräzisionsbestrahlungen (sogenannte „Strahlenchirurgie") besser und schneller ausführen.

Eines der beiden Geräte ist mit „ExacTrac" ausgestattet, einem mit Infrarot und Durchleuchtungskontrolle arbeitenden speziellen Positionierungssystem, mit dem die exakte Strahlführung auch während einer Präzisionsbestrahlung kontinuierlich überprüft werden kann. Es ist das erste Gerät dieser Art in Schleswig-Holstein.

Bei der Bestrahlung von Lungentumoren besteht außerdem die Möglichkeit, den Atemrhythmus des Patienten zu registrieren: beim „Atem-Gating" schaltet das Gerät die Strahlung nur in bestimmten Atemphasen ein, wodurch die Präzision bei der Behandlung von Lungentumoren verbessert wird. Ganzkörperbestrahlungen im Rahmen einer Knochenmarktransplantation sind mit den neuen High-Tech-Geräten ebenso möglich wie Spezialbehandlungen von Lunge und Leber. Prof. Jürgen Dunst gehört zu den führenden Experten auf dem Gebiet der Hochpräzisionsbestrahlung. Dieser Bereich soll in den kommenden Jahren im UKSH weiter ausgebaut werden.

„Es ist uns gelungen, die beiden Linearbeschleuniger während des laufenden Betriebs auszutauschen", sagte Hans-Adolf Bilzhause, Geschäftsführer der Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR (GMSH), anlässlich der Schlüsselübergabe. „Eines der beiden Geräte war während der Baumaßnahme immer in Betrieb, denn die Patienten sind ja auf eine kontinuierliche Bestrahlung angewiesen. Dies war für Stationspersonal, Patienten und Baufachleute gleichermaßen eine große Herausforderung. Um die Handwerker auf der Bunkerdecke und an der Lüftungsanlage vor einer zu hohen Strahlungsbelastung zu schützen, mussten sie während der Strahlungsbehandlungen ihre Arbeiten unterbrechen. Arbeiten am Abend, am Wochenende und sogar in der Nacht gehörten daher bei dieser Baumaßnahme zum Alltag."

 

 

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