Aus den Kliniken

Universitätsklinikum Heidelberg feiert ein erfolgreiches Jahr 2012

16.01.2013 -

2012 war erneut ein gutes Jahr für das Universitätsklinikum Heidelberg. Beim Neujahrsempfang am 15. Januar bedankte sich der Vorstand bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren außerordentlichen Einsatz in Krankenversorgung, Forschung und Lehre, mahnte aber zugleich bei Politik und Krankenkassen an, dass herausragende Leistungen auch künftig durch eine ausreichende Finanzierung ermöglicht werden müssen.

Gemeinsam mit rund 150 geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesundheitswesen, der Universität und der Heidelberger Forschungseinrichtungen blickte der Vorstand auf die Entwicklungen des vergangenen Jahres zurück und gab einen Ausblick auf 2013. Der Empfang fand in der neuen Frauen- und Hautklinik statt, die im Frühsommer 2013 eröffnet werden wird.

Eröffnung der Ionenstrahl-Gantry ermöglicht klinische Studien

Der Leitende Ärztliche Direktor Prof. Dr. Guido Adler sprach den Partnern in Patientenversorgung und Forschung, Förderern und Sponsoren für die hervorragende produktive Zusammenarbeit seinen Dank aus. Die enge Kooperation mit zahlreichen Krankenhäusern der Region erlaube es, das gesamte Spektrum der Grund- und Regelversorgung bis hin zur Hochleistungsmedizin anzubieten und doppelte Versorgungsstrukturen zu vermeiden.

Als Höhepunkt des vergangenen Jahres nannte Prof. Adler, der sein Amt am Heidelberger Universitätsklinikum im Juni 2012 angetreten hat, die Inbetriebnahme der Gantry, eines weltweit einmaligen Großgerätes zur Tumorbestrahlung mit Protonen und Schwerionen. Er wies darauf hin, dass diese technische Innovation vor allem die Möglichkeit für klinische Studien bietet, um die neue Therapie wissenschaftlich zu erproben Weitere medizinische Höhepunkte waren 2012 die Eröffnung der deutschlandweit ersten Wachstation für Patienten mit fortgeschrittener Herzinsuffizienz und der Ambulanz für Gewaltopfer, der ersten klinisch-forensischen Ambulanz dieser Art in Baden-Württemberg.

Auch der Umgang mit dem "Transplantationsskandal" im Sommer 2012 gehörte zu den wichtigen Ereignissen im Jahr 2012: An einigen deutschen Kliniken waren Datenmanipulationen bei der Anmeldung von Patienten zur Transplantation festgestellt worden, die eine bundesweite Überprüfung der Transplantationspraxis nach sich gezogen haben. Das Transplantationszentrum des Universitätsklinikums Heidelberg ist eines der größten Zentren in Deutschland. Externe Kontrollen durch eine Prüfkommission der Bundesärztekammer im November 2012 hätten gezeigt, dass es in Heidelberg keine Unregelmäßigkeiten gegeben habe, sagte Prof. Adler.

"Patientenversorgung auf höchstem Niveau hat ihren Preis"

Höhere Personal- und Sachkosten bei knapp bemessenen Budgets haben die Universitätsklinika finanziell in den letzten Jahren unter Druck gebracht. Das Universitätsklinikum Heidelberg konnte diese negative Entwicklung bislang durch eine Leistungssteigerung auffangen. Auch für das vergangene Jahr erwarte man so wieder die "schwarze Null", sagte die Kaufmännische Direktorin Irmtraut Gürkan. Rund 65.000 Patienten wurden stationär behandelt, es gab 425.000 ambulante Neuzugänge bei über einer Million ambulanten Besuchen insgesamt. Damit gehört Heidelberg zu den größten und leistungsstärksten Universitätsklinika in Deutschland. Leistungssteigerungen seien jedoch nicht unbegrenzt möglich. "Patientenversorgung auf höchstem Niveau hat ihren Preis, das muss sich auch in gerechten Löhnen niederschlagen. Diese Mehrkosten sollten durch Anhebung des Krankenhaus-Budgets ausgeglichen werden", erklärte Frau Gürkan in Richtung der Krankenkassen.

Ausreichend qualifizierte Bewerber im Pflegebereich

Leistungssteigerungen sind mit einer zunehmenden Arbeitsbelastung, vor allem für die Mitarbeiter im Pflegedienst verbunden, sagte Pflegedirektor Edgar Reisch. Immer ältere Patienten benötigten mehr Pflege, bei gleichzeitig kürzerer Verweildauer im Krankenhaus. Hier profitiere das Klinikum von den hervorragend ausgebildeten Berufseinsteigern aus der eigenen Akademie für Gesundheitsberufe, die in zwölf Berufen ausbildet, vier staatlich anerkannte Fachweiterbildungen sowie ein umfangreiches Fortbildungsprogramm anbietet. "Entgegen dem deutschlandweiten Trend konnten wir bisher alle offenen Stellen mit qualifizierten Bewerbern besetzen", so Reisch. Damit gute Mitarbeiter auch gute Leistung vollbringen könnten, seien optimale Prozessabläufe in der Krankenversorgung notwendig. So wurden 2012 z.B. Ambulanzen neu organisiert und damit Wartezeiten verringert. Diese Strategie werde auch 2013 weiter verfolgt, betonte Reisch.

Impulsgeber beim Erfolg im Exzellenzwettbewerb

Akademischer Höhepunkt des Jahres 2012 war der abermalige Erfolg der Universität Heidelberg im Exzellenzwettbewerb. "Die Medizinische Fakultät ist eine tragende Säule und hat wichtige Impulse geliefert", sagte Prof. Dr. Claus R. Bartram, Dekan der Medizinischen Fakultät. Von besonderer Bedeutung seien dabei die Brückenprojekte mit den naturwissenschaftlichen Schwesterfakultäten der Universität und den außeruniversitären Einrichtungen wie DKFZ, EMBL, Max-Planck-Institut für Medizinische Forschung im Rahmen von Exzellenzclustern, Graduiertenschulen und dem Marsilius-Kolleg als gelebte Kooperation von Natur- und Geisteswissenschaften.

Der Heidelberger Klinikring wächst weiter

Die Besucher des Neujahrsempfanges konnten sich von der erfolgreichen Weiterentwicklung des Heidelberger Klinikrings bei einer Führung in der neuen Frauen- und Hautklinik selbst überzeugen. Für Juni 2013 steht der Umzug der Frauen- und der Hautklinik vom Altklinikum in den neuen Klinikkomplex auf dem Neuenheimer Feld an, ebenfalls noch in diesem Jahr wird mit dem Bau der neuen Chirurgischen Universitätsklinik begonnen. Darüber hinaus wird ein von der Dietmar Hopp Stiftung gefördertes Analysezentrum sowie ein neues Forschungsgebäude für die Virologie entstehen

 

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