Auszeichnungen

Vier Nachwuchsforschende erhalten Dr. Martini-Preis 2022

05.05.2022 - Der älteste Medizinpreis Deutschlands, der Dr. Martini-Preis, ist heute von Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank an vier junge Wissenschaftler des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) verliehen worden. Ein weiterer Forscher ist mit der Dr. Martini-Medaille ausgezeichnet worden.

Den mit 4000 Euro dotierten ersten Preis hat Dr. Max Kaufmann aus dem Institut für Neuroimmunologie und Multiple Sklerose für die Identifizierung spezifischer Immunzellen erhalten, die sich im Krankheitsverlauf der Multiple Sklerose im Gehirn ansiedeln. Der zweite Preis in Höhe von je 3000 Euro wurde gleich zweimal vergeben. Er ging zum einen an Dr. Gustav Buescher und Dr. Marcial Sebode aus der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik für ihre Arbeiten zu COVID-19 bei Patient:innen mit autoimmunen Lebererkrankungen. Zum anderen ging er an Dr. Filip Berisha aus der Klinik und Poliklinik für Kardiologie, der durch neu entwickelte hochsensitive Biomarker molekulare Veränderungen bei einer chronischen Herzschwäche sichtbar machen konnte.

„Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf leistet medizinische Spitzenforschung, und das stellen die diesjährigen Dr. Martini-Preise wieder einmal eindrucksvoll unter Beweis. Die Preisträger haben wichtige Beiträge zum Verständnis von komplexen Krankheitsbildern wie Multipler Sklerose, chronischer Herzschwäche und autoimmunen Lebererkrankungen in Zusammenhang mit COVID-19 geleistet. Das ist exzellente Grundlagenforschung nah am Menschen. Ich bedanke mich herzlich für den Einsatz und gratuliere den Forschern zu der verdienten Auszeichnung“, sagt Katharina Fegebank, Wissenschaftssenatorin und Zweite Bürgermeisterin der Freien und Hansestadt Hamburg.

„Mit dem Dr. Martini-Preis werden exzellente wissenschaftliche Arbeiten gewürdigt, die eine besondere klinische Relevanz haben, da sie neue Erkenntnisse zur Entstehung von Krankheiten liefern. Auch in diesem Jahr haben sich herausragende Wissenschaftler für den mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung beworben. Dank der großzügigen Unterstützung der Hamburgischen Stiftung für Wissenschaften, Entwicklung und Kultur Helmut und Hannelore Greve können wir die Nachwuchswissenschaftler entsprechend würdigen. Dafür danken wir der Spenderin Eva-Maria Greve herzlich“, sagt Prof. Dr. Ansgar W. Lohse, Vorsitzender des Kuratoriums der Dr. Martini-Stiftung und Direktor der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik des UKE.

Erster Preis für Identifizierung spezifischer Immunzellen bei Multipler Sklerose

Multiple Sklerose (MS) ist eine Autoimmunerkrankung, die sich gegen Hirn- und Rückenmarksgewebe von jungen Patienten richtet und über einen langjährigen Krankheitsverlauf häufig zu schweren Behinderungen führt. Warum trotz Einsatz von stark wirksamen immunsuppressiven Therapien nicht verhindert werden kann, dass Nervenzellen geschädigt werden, ist weitgehend unverstanden. Der Preisträger Dr. Max Kaufmann hat Immunzellen mit spezifischen Eigenschaften identifiziert, die sich im Krankheitsverlauf der Multiple Sklerose im Gehirn ansiedeln, wo sie durch die Blut-Hirn-Schranke vor dem Zugriff von Medikamenten geschützt sind und das Krankheitsgeschehen befeuern. Außerdem konnte er gemeinsam mit Wissenschaftlern der University of Oxford zeigen, welche Angriffspunkte es für künftige Therapien gibt, um diese Immunzellen zu unterdrücken oder abzuräumen, bevor sie sich im Hirn ansiedeln können.

Zweiter Preis für Arbeiten über COVID-19 bei Patienten mit autoimmunen Lebererkrankungen

Seit Beginn der Pandemie ist es ein wichtiges Bestreben, Menschen mit Risikofaktoren für einen schweren Verlauf von COVID-19 zu identifizieren und zu schützen. In den Arbeiten von Dr. Gustav Buescher und Dr. Marcial Sebode wurden, unterstützt durch das Europäische Referenznetzwerk für seltene Lebererkrankungen (ERN RARE-LIVER), Risikofaktoren für eine schwer verlaufende SARS-CoV-2-Infektion bei Patienten mit seltenen autoimmunen Lebererkrankungen untersucht. Basierend auf den Ergebnissen konnten Empfehlungen ausgesprochen werden, dass Patienten, die sich aufgrund der Lebererkrankung autoimmune Hepatitis (AIH) unter immunsuppressiver Therapie befinden, ihre Medikation bei einer COVID-19-Infektion weiter einnehmen können und sollten. Anders als allgemein angenommen entsteht dadurch kein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19.

Zweiter Preis für Sichtbarmachung molekularer Veränderungen bei chronischer Herzschwäche

Bei der chronischen Herzschwäche spielen molekulare Veränderungen, die zu strukturellen Veränderungen der Herzmuskelzelle führen, eine wichtige Rolle. Der Preisträger Dr. Filip Berisha hat durch neu entwickelte hochsensitive Biosensoren molekulare Veränderungen sichtbar gemacht, die der Grund für ein Herzversagen sein könnten. Konkret konnten die Forschenden den cAMP-Spiegel visualisieren. cAMP ist ein wichtiger sogenannter second messenger, der eine zentrale Rolle in der Signaltransduktion innerhalb der Zelle spielt und durch verschiedene Mechanismen stark reguliert ist. Im Verlauf der Herzschwäche gehen diese strengen Regulationsmechanismen verloren, was zu einer „Überaktivierung“ der Zelle und „Überphosphorylierung“ von Calcium-regulierenden Proteinen führt. Dies wiederum kann lebensgefährliche Rhythmusstörungen verursachen.

Verleihung der Dr. Martini-Medaille

Fabian Heinrich aus dem Institut für Rechtsmedizin bekommt die Dr. Martini-Medaille verliehen, da er als engagierter Medizinstudent und Doktorand die systematische Analyse von Todesursachen bei COVID-19-Erkrankten durch Obduktion in der Rechtsmedizin mit initiiert und vorangebracht hatte, wodurch wesentliche Erkenntnisse über COVID-19, insbesondere die starke Thromboseneigung, aber auch die Bedeutung anderer Risikofaktoren ermöglicht wurden.

Kontakt

UKE Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Martinistr. 52
20251 Hamburg

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