Sie sind hier: StartseiteHintergrund-ÜbersichtGesundheitsökonomie › Qualifiziertes Fachpflegepersonal halten und gewinnen: Der Mitarbeiter im Mittelpunkt

Qualifiziertes Fachpflegepersonal halten und gewinnen: Der Mitarbeiter im Mittelpunkt

11.11.2011
Eine Initiative der Uniklinik Köln hat das ehrgeizige Ziel, die Folgen der absehbaren oder schon tatsächlich vorhandene Knappheit an qualifizierten Mitarbeitern zu mildern. Erste Erfolge sind bereits sichtbar (Foto: Michael Wodak).
Eine Initiative der Uniklinik Köln hat das ehrgeizige Ziel, die Folgen der absehbaren oder schon ... Weiter

Qualifiziertes Fachpflegepersonal halten und gewinnen: Eine umfangreichen Initiative der Uniklinik Köln hat das ehrgeizige Ziel, die Folgen der absehbaren oder schon tatsächlich vorhandenen Knappheit an qualifizierten Mitarbeitern zu mildern. Erste Erfolge sind bereits sichtbar.

Der Wettbewerb der Krankenhäuser um qualifiziertes Fachpflegepersonal im OP-Bereich ist seit einiger Zeit in vollem Gange. Insbesondere die gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen der vergangenen Jahre haben in den Kliniken zu nachhaltigen strukturellen Veränderungen geführt. Zunehmend mehr ältere und damit kränkere Patienten wurden in kürzerer Zeit behandelt. Das hat zu einer erheblichen Verdichtung der Arbeitsintensität in den Krankenhäusern, insbesondere auch in den OP-Bereichen, geführt.

Zahlreiche Berichte über abgesetzte oder verschobene Operationen, die aufgrund des Fachkräftemangels die operative Patientenversorgung beeinträchtigen, liegen bereits vor. Die Gründe und Entwicklungen in diese prekäre Situation hinein sind vielschichtig und sollen hier nicht Gegenstand der Betrachtung sein. Vielmehr sind von den Verantwortlichen nun zeitnah entsprechend zukunftsfähige Konzepte gefordert, die zeitnah Wege aus dieser Lage heraus aufzeigen. Die Uniklinik Köln stellt sich dieser Herausforderung mit einer zielgerichteten Initiative zur Bindung erfahrener Mitarbeiter und Gewinnung neuer Fachkräfte für OP- und Anästhesie-Pflege.

"Trainig-on-the-Job"-Programm für Berufsanfänger

Berufsanfänger der OP- und Anästhesie-Pflege nehmen unmittelbar zu Beginn Ihrer Tätigkeit an einem strukturierten, dreitägigen „Trainig-on-the-Job"-Programm teil, das durch Praxisanleiter und interne Dozenten - zum Beispiel Hygiene-Fachkräfte, EDV-Adminstratorin und Medizingerätebeauftragte - gestaltet wird. Diese vermitteln den neuen Mitarbeitern durch einen ersten Überblick über ihr neues Arbeitsumfeld und ihre Tätigkeitsbereiche an der Klinik ein grundlegendes Sicherheitsgefühl für den Start in ihrer neuen Verantwortung. Bei dem sich anschließenden, sechswöchigen Einarbeitungs-Curriculum mit geregelter Rotation durch alle klinischen OP-Bereiche werden die Mitarbeiter regelhaft durch einen Praxisanleiter begleitet und an einen patientenzentrierten Berufsauftrag herangeführt.

Ein ausführliches Reflexionsgespäch am Ende der Einarbeitung bietet die Gelegenheit, die Anliegen und Bedürfnisse des neuen Mitarbeiters und die Erfahrungen und Beobachtungen seines Praxisanleiters zukunftsfähig zu besprechen.

Kernteams bilden das Rückgrat

Ein weiterer wichtiger Punkt sind sogenannte Kernteams, die in einigen operativen Bereichen nach einer Mitarbeiterevaluation gebildet wurden.

Diese zeigte ein hohes Bedürfnis der Pflegekräfte nach verlässlicher Arbeitsplanung in einem festen OP-Bereich. Die Kernteams in OP- und Anästhesie-Pflege gewährleisten einen festen Mitarbeiterstamm pro OP-Bereich (ca. 70% der Mitarbeiter).

Der Anteil rotierender Mitarbeiter zur Aus- und Weiterbildung, bei Abwesenheit nach Dienst und zur Urlaubsvertretung liegt bei ungefähr 30%. Diese Maßnahme führt über ein erhöhtes persönliches Engagement mit verbesserter Mitarbeiterzufriedenheit zu einer Steigerung der Leistungsfähigkeit. Diese Form der Teambildung wird insbesondere von den Operateuren sehr begrüßt, da eine Kontinuität der fachlichen Kompetenzen - beispielsweise im vertrauten Umgang mit klinikspezifischer Technik wie 3-D-Navigation, Mikroskop und Endo-Turm - täglich sichergestellt ist.

Des Weiteren bietet ein strukturiertes Personalkonzept für die Mitarbeiter der OP- und Anästhesie-Pflege zahlreiche Entwicklungsmöglichkeiten für den Einzelnen. Angefangen bei der Qualifikation als Praxisanleiter, Beauftragter für Medizingeräte, über Teamleiter bis hin zur Unterstützung im berufsbegleitenden Studium bestehen verschiedene Möglichkeiten der fachlichen Weiterentwicklung. Durch Anerkennung von Zeitkontingenten als Überstunden oder ggf. als Freistellung wird die Übernahme von geleisteten Zusatzaufgaben unterstützt und wertgeschätzt. Die Uniklinik Köln sieht in der Fachweiterbildung „OP-Pflege" zudem einen befristeten Anästhesieeinsatz mit drei Theorietagen pro Monat vor - statt einer mehrwöchigen Theorielastigen Anästhesievorlesung. Somit kann der OP-Mitarbeiter zu seiner finanziellen Absicherung weiterhin am Bereitschaftsdienst teilnehmen.

Dienstzeitplanung berücksichtigt Mitarbeiterwünsche

Ein weiterer Aspekt, auf den die Uniklinik Köln großen Wert legt, sind die Dienstplanwünsche der Mitarbeiter, die in der Planung prinzipiell berücksichtigt werden. Die Personalstruktur eines universitären Maximalversorgers erlaubt es vielfach, die Mitarbeiterwünsche dahin gehend zu realisieren, dass zahlreiche junge entsprechend qualifizierte Mitarbeiter gerne vermehrt Bereitschaftsdienste nachts und am Wochenende übernehmen. Dem gegenüber steht das Interesse langjähriger erfahrener Mitarbeiter, in klinischen Bereichen ohne derartige Bereitschaftsdienste eingesetzt zu werden. Des Weiteren wird ein „Mitarbeiter-Pool" gebildet, der die Möglichkeit eröffnet, mit individuell vom Mitarbeiter gewünschten und für das Klinikum geeigneten Arbeitszeiten an der Patientenversorgung mitzuwirken. Für die kurzfristige Übernahme eines Dienstes, die mit Änderungen des geplanten Einsatzes für den Mitarbeiter verbunden ist, wird auf der Basis einer bestehenden Betriebsvereinbarung ein Sonderentgelt bezahlt.

Verwandte Artikel :

Schlüsselwörter : Anästhesie Bereitschaftsdienst Blended Learning Christof Denz Coaching Dienstplanung E-Learning Fachkräfte Fachkräfte Anästhesie Fachkräfte OP Fachkräftemangel Führungskräfte Führungskräfte Coaching Hygiene-Fachkräfte Michaela Binnen Mitarbeiter Ausbildung Mitarbeiter Fortbildung Mitarbeiter Weiterbildung Mitarbeiterbindung Mitarbeiterevaluation Mitarbeiterförderung OP-Management Personalbindung Personaleinsatzplanung Personalförderung Personalmanagement qualifiziertes Fachpflegepersonal strukturelle Probleme Klinik strukturelle Probleme Krankenhaus strukturiertes Personalkonzept Teambildung Trainig-on-the-Job Universitätsklinikum Köln

Email requestCompany Homepage

Uniklinik Köln
Joseph-Stelzmann-Str. 9
50931 Köln


Tel: +49 221 478 0
Fax: +49 221 478 4095
Web: http://www.medizin.uni-koeln.de

RSS Newsletter