Medizintechnologien gehören zu den wichtigsten Lebensrettern und sind aus dem medizinischen Alltag nicht mehr wegzudenken. Ohne sie könnten viele Krankheiten nicht so erfolgreich behandelt werden, wie es heute der Fall ist. Vorgestellt werden zehn wichtige Lebensretter der Medizintechnologie. Die genannten Patientenzahlen beziehen sich auf das jährliche Aufkommen in Deutschland:
320.000 Kardiale Stents gegen Gefäßverschluss
Als koronare Herzkrankheit wird eine durch Ablagerungen hervorgerufene Verengung der Herzkranzgefäße bezeichnet. Die Verengung oder Blockierung einer oder mehrerer Herzarterien führt dazu, dass bestimmte Bereiche des Herzens nicht genügend durchblutet und mit Sauerstoff versorgt werden. Mögliche Folgen: Angina pectoris, Herzinfarkt, Herzinsuffizienz.
Heute können Verengungen der Herzarterie mit Hilfe von Ballon-Kathetern geweitet werden. Durch den Einsatz von Stents kann der Therapieerfolg noch wesentlich verbessert werden. In Deutschland werden jährlich rund 320.000 Stents eingesetzt. Stents sind dehnbare, röhrenförmige Geflechte aus chirurgischem Edelstahl, die an die betroffene Stelle gesetzt werden und dort das Gefäß von innen stützen. Dank der Stents können Komplikationen vermieden und das Risiko eines plötzlichen Gefäßverschlusses deutlich reduziert werden. Ballonkatheter und Stent werden minimal-invasiv durch die Oberschenkel-Arterie eingeführt und bis an ihren eigentlichen Wirkungsort in der Herzarterie geschoben.
Medikamente-freisetzende Stents sind mit Wirkstoffen beschichtet, die gezielt das Zellwachstum hemmen, ohne dabei die Regeneration der Gefäßwand zu behindern.
In den ersten Wochen nach dem Eingriff gibt der Stent die Wirkstoffe langsam an das umliegende Gewebe ab. So wird die unkontrollierte Zellvermehrung und somit die Wiederverengung des Gefäßes verhindert und der freie Fluss von Blut und Sauerstoff zum Herzen hin gesichert.
Nicht immer ist allerdings die Implantation eines (Medikamente-freisetzenden) Stents möglich - etwa bei Patienten, die vor einer Operationen stehen. Zudem sind manchmal die Gefäße auch zu dünn oder die Engstellen zu lang, um sie mit einer Gefäßstütze zu stabilisieren. Für diese Patienten steht ein neues Verfahren zur Verfügung: Der Medikamente-freisetzende Ballon (Drug Eluting Balloon, DEB). Dieses Verfahren verbindet die bewährte Ballondillatation (PTCA ) mit der wirkungsvollen pharmazeutischen Komponente des Medikamente-freisetzenden Stents (DES). Lebensretter Stents.
140.000 Künstliche Ernährungstherapien bei Mangelernährung
In Deutschland sind jährlich rund zwei Millionen Menschen mangelernährt oder von Mangelernährung bedroht. Rund 140.000 Menschen werden künstlich ernährt - beispielsweise mit bilanzierten Diäten für besondere medizinische Zwecke. Die Ursachen für Mangelernährung sind unter anderem Krebs, Schlaganfall oder Gewichtsverlust nach längerem Krankenhausaufenthalt. Sind die Verdauungsorgane gesund oder zumindest eingeschränkt funktionstüchtig, können die Betroffenen enteral - also unter Nutzung des Verdauungstraktes - ernährt werden. Sie nehmen die bilanzierten Diäten, die lebenswichtige Energie- und Nährstoffe enthalten, als eine normale Mahlzeit oder ergänzend hierzu ein - oder sie werden mit einer Sonde direkt in den Magen oder den Darm geleitet.
Bei einem Darmverschluss, Magen- oder Darmtumor, Kurzdarmsyndrom oder einer schweren Verletzung der Verdauungsorgane muss meist eine Zeit lang parenteral ernährt werden. Dabei wird der Verdauungstrakt der Betroffenen vollständig umgangen: Die Nährstoffe werden direkt in die Blutbahn geleitet. Ist die parenterale Ernährung absehbar für längere Zeit erforderlich, kann operativ ein venöser Zugang unterhalb des Schlüsselbeins gelegt werden, ein so genannter Port. Lebensretter künstliche Ernährung.
100.000 Schrittmachersysteme bei Herzschwäche
Etwa 100.000 Menschen sterben jährlich in Deutschland an Herzinsuffizienz, allgemein auch als Herzschwäche bezeichnet. Herzinsuffizienz ist eine langsam fortschreitende Erkrankung. In ihrem Verlauf wird das Herz immer schwächer, das Zusammenspiel der Kammern geht verloren - es wird nicht mehr ausreichend Blut durch den Körper gepumpt.
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