Aus den Kliniken

30 Jahre Medizinische Fakultät der TU Dresden

15.11.2023 - Ende Oktober jährt sich die Gründung der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden zum 30. Mal. Damit wurde 1993 der Anfang einer Erfolgsgeschichte markiert.

Bei einem Festakt am 13. November 2023 kamen Medizinerinnen und Mediziner, Studierende, Alumni, Wegbegleiterinnen und -begleiter, Forschende sowie Gäste aus Politik und Partnerinstitutionen der Fakultät zusammen. Deutschlands jüngste Medizinische Fakultät blickt auf drei erfolgreiche und ereignisreiche Jahrzehnte zurück. Innovative Lehre, ein stetig wachsendes Forschungsaufkommen und steigende Drittmitteleinwerbungen bestätigen die Konzepte der damaligen Gründungskommission. Heute sind hier 2.881 Studierende eingeschrieben, arbeiten 1.782 Mitarbeitende der Medizinischen Fakultät an Forschung und Lehre der Zukunft. Insgesamt sind an der Dresdner Hochschulmedizin 8.583 Mitarbeitende beschäftigt. Die Fakultät wirbt pro Jahr über 70 Millionen Euro Drittmittel für die medizinische Forschung ein. Zusammen mit dem Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden ist die Fakultät als Hochschulmedizin Dresden Vorreiter in vielen Disziplinen, bei digitaler Medizin sowie bei zukunftsgewandter Forschung und Ausbildung. Interdisziplinarität ist dabei das gelebte Markenzeichen – auch über die Medizin hinaus. Die Hochschulmedizin Dresden ist mit anderen Fachbereichen der TU Dresden sowie Partnern aus der Dresdner Wissenschaftsszene verbunden und ist damit eine wichtige Schnittstelle bei Forschungsvorhaben und ein relevanter Arbeitgeber der Region. 

Die Erfolgsgeschichte der Dresdner Hochschulmedizin manifestiert sich in der Fokussierung auf onkologische, metabolische sowie neurologische und psychiatrische Erkrankungen. Diese Pfeiler werden durch Querschnittsbereiche verzahnt und nachhaltig gestärkt, unter anderem durch Technologieentwicklung und Digital Health sowie durch Prävention und Gesundheitsforschung. Damit konzentriert sich die Medizinische Fakultät seit ihrer Gründung auf Schwerpunkte, in denen die Hochschulmedizin Dresden sowohl in der Forschung als auch in der Krankenversorgung besonders leistungsfähig ist, und baut diese sukzessive aus. Ziel ist dabei immer, dass relevante Forschungserkenntnisse schnell in die Patientenversorgung überführt werden, und die Patientinnen und Patienten davon profitieren. Die stetig steigenden Patientenzahlen sind dabei entscheidend, um anhand der Daten eine translational ausgerichtete Forschung auch in der Praxis mit Leben zu füllen. Diese definiert sich von der Grundlagen- bis zur klinischen Forschung. Beispielhaft sind hier individuelle Therapien von Krebspatientinnen und -patienten zu nennen. Die besondere Bedeutung der Forschung am Standort Dresden wurde durch die Beteiligung der Medizinischen Fakultät der TU Dresden an aktuell drei Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung gestärkt. Die Partnerstandorte des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung, des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen und des Deutschen Konsortiums für Translationale Krebsforschung sind Voraussetzung dafür, in einem präklinisch-experimentellen Umfeld Forschung auf internationalem Niveau zu realisieren.

Prof. Esther Troost, Dekanin der Medizinischen Fakultät der TU Dresden: „Unser wesentliches Ziel ist es, Spitzenforschung so zu verstehen, dass unser Wissen und neue Erkenntnisse möglichst schnell allen Patientinnen und Patienten zugutekommen. Wir haben in den vergangenen Jahrzehnten die Grundlage dafür geschaffen, dass Ärztinnen und Ärzte bei uns eine Infrastruktur finden, die neben der Arbeit mit den Patientinnen und Patienten Raum für eigene Forschung lässt. Dies gilt in besonderem Maße für die Fokussierung auf die drei großen Forschungsschwerpunkte.“

Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand am Universitätsklinikum Dresden: „Die hervorragende Entwicklung der Dresdner Hochschulmedizin erfüllt uns mit Stolz. Es ist gelungen, in der Krankenversorgung wie in der Forschung und Lehre dauerhaft Spitzenplätze zu erobern. Die Basis für diese Erfolge bildet eine Mitte der 90er-Jahre entworfene Strategie, uns auf relevante Zukunftsfelder der Medizin zu konzentrieren.“

Prof.in Ursula Staudinger, Rektorin der Technischen Universität Dresden: „Diese Erfolgsgeschichte fußt auch auf gelebter Translation. Medizinerinnen und Mediziner des Universitätsklinikums arbeiten jeden Tag mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Medizinischen Fakultät und anderer Fakultäten der TU Dresden Hand in Hand. Eine solch enge Verzahnung macht die besondere Expertise der Hochschulmedizin Dresden aus und ist essenziell für die weitere Entwicklung.“

Michael Kretschmer, Sächsischer Ministerpräsident: „Erstklassige Lehre und exzellente Forschung zeichnen die Medizinische Fakultät der TU Dresden seit Jahrzehnten aus. Dem Engagement und der Ausdauer der Gründungsinitiatoren in den 1990er-Jahren ist diese Erfolgsgeschichte zu verdanken. Die Hochschulmedizin ist heute ein Leuchtturm für Innovationen, zukunftsgerichtete Forschung und interdisziplinäre Arbeit und Ausbildung.“

Sebastian Gemkow, Sächsischer Wissenschaftsminister: „Dieses Jubiläum feiern wir mit vielen Ärztinnen und Ärzten, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Mitarbeitern, dem Verwaltungspersonal, den Pflegekräften und den Studierenden unterschiedlichster Herkunft. Sie alle sind der Treiber für eine gelebt enge Verzahnung der Medizinischen Fakultät und des Universitätsklinikums Dresden sowie weiteren Instituten und Forschungseinrichtungen damit neueste Erkenntnisse aus der medizinischen Forschung schnell und effizient in die Praxis überführt werden.“

Spitzenmedizin im deutschlandweiten Vergleich

In der deutschen Universitätsmedizin nehmen die Dresdner längst einen Spitzenplatz ein. Das zeigt sich auch an den eingeworbenen Drittmitteln: Im Jahr 2022 belief sich die Summe dieser externen Fördermittel von Bund, Freistaat Sachsen, Europäischer Union, von Stiftungen und aus der Wirtschaft auf 77 Millionen Euro. Zum Vergleich: 1993, im Jahr der Gründung, waren es noch 6,6 Millionen DM, also 3,4 Millionen Euro. Im Jahr 2022 verzeichnete die Medizinische Fakultät insgesamt 898 Stellen, die aus Drittmitteln finanziert wurden – damit ist die Medizinische Fakultät ein Job-Motor für Stadt und Region. Ein wichtiger Grund für die anhaltende positive Entwicklung der Drittmittel-Einnahmen sind die engen Kooperationen der Fakultät unter anderem mit dem Zentrum für Regenerative Therapien, dem Biotechnologischen Zentrum, dem Max-Planck-Institut und dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf. Die gemeinsamen Projekte bilden den Nährboden für die erfolgreiche Entwicklung und waren zudem ein wesentlicher Faktor für den Erfolg der TU Dresden in der Exzellenz-Initiative des Bundes. Mit den weiterhin wachsenden Mitarbeitendenzahlen sind die Medizinische Fakultät und das Universitätsklinikum gleichzeitig wichtige regionale sowie internationale Arbeitgeber für Akademikerinnen und Akademiker sowie technische und pflegerische Mitarbeitende. Insgesamt 90 Nationen arbeiten in der Hochschulmedizin Dresden. Die wachsende Zahl wissenschaftlicher Veröffentlichungen ist ein weiteres Qualitätsmerkmal. Die Anzahl der Aufsätze in wissenschaftlichen Zeitschriften mit nationaler und internationaler Bedeutung stieg von 1.670 im Jahr 2011 auf nunmehr 2.055 im Jahr 2022. Die Summe der ungewichteten Impactpunkte stieg von 5.340 im Jahr 2011 auf 12.733 im Jahr 2022.

Heute Top-Standort für Spitzenforschung in der Medizin

Der Gründung der Medizinischen Fakultät in Dresden war ein harter Kampf um den Hochschulmedizin-Standort vorausgegangen. Anfang der 1990er-Jahre hielt der Wissenschaftsrat nach Evaluierung der Leistungsbilanz fest, dass eine Weiterführung der Medizinischen Akademie nicht empfehlenswert sei. Vielmehr sollte das Klinikum als akademisches Lehrkrankenhaus fungieren. Der damalige Wissenschaftsminister Prof. Hans Joachim Meyer berief daraufhin eine gesamtdeutsch zusammengesetzte Gründungskommission ein. Das erarbeitete Konzept überzeugte den Wissenschaftsrat schließlich. Im Mai 1993 wurde die Gründung der Medizinischen Fakultät in Dresden befürwortet und schließlich im Oktober vollzogen. Mittlerweile steht der Standort für eine außergewöhnliche Qualität – über die Grenzen der Bundesrepublik hinaus –, wie die internationale Vernetzung beispielsweise im Rahmen von Kooperationen im Ausland, etwa mit der Harvard University in Cambridge, zeigt. Die Hochschulmedizin Dresden gehört heute zu den Top-Standorten Deutschlands, insbesondere auf den definierten Feldern der Krebsmedizin, Diabetologie und neurodegenerativen Erkrankungen zählt sie zu den Leuchttürmen. Dank umfassender Förderprogramme, wie dem des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT/UCC), ist der weitere Ausbau exzellenter Strukturen gesichert. So wurde das NCT/UCC Dresden als „Onkologisches Spitzenzentrum“ rezertifiziert. Nach mittlerweile 17 Jahren erfolgreicher Arbeit attestierte ihm eine international besetzte Expertenkommission erneut eine Patientenversorgung und Forschung auf höchstem Niveau.

Schmiede für den Nachwuchs

In den vergangenen 30 Jahren wurden 4.661 Medizinerinnen und Mediziner sowie 1.322 Zahnmedizinerinnen und Zahnärzte an der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus ausgebildet. Insgesamt haben seit dem ersten Matrikel 2003/2004 6.261 Studierende ihr Studium der Humanmedizin, der Zahnmedizin, Public Health und Medical Radiation Sciences erfolgreich abgeschlossen. Damit die Erfolgsgeschichte fortgeschrieben werden kann, ist eine nachhaltige Nachwuchsförderung essentiell. Forschung und Lehre sind an der Medizinischen Fakultät daher eng verzahnt. Wissenschaftliche Erkenntnisse aktueller Forschungsarbeiten von Mitarbeitenden der Fakultät werden in Vorlesungen und Seminaren für Doktorandinnen und Doktoranden angeboten. Ein Promotionskolleg sorgt für die Förderung besonders begabter und forschungsinteressierter Studierender. Um die herausragenden Erfolge in der Nachwuchsförderung zu bündeln, wurde 2019 die „Dresden School of Clinical Science“ gegründet. Diese Dachstruktur vereint verschiedene Nachwuchsförderlinien und schafft eine optimale Umgebung für angehende Forscherinnen und Forscher im Bereich der Medizin und der mit ihr verbundenen Naturwissenschaften.

Verstetigung der Exzellenz am Standort Dresden

Mit dem Else Kröner Fresenius Zentrum (EKFZ) für Digitale Gesundheit gibt es seit 2019 auf dem Campus der Hochschulmedizin Dresden eine neue Interdisziplinarität zwischen High-Tech und Medizin. Das EKFZ vernetzt die hervorragend aufgestellte Hochschulmedizin mit der exzellenten Expertise der TU Dresden. Durch intensive Nachwuchsförderung und gezielte Berufungen werden die Bereiche Künstliche Intelligenz, Implantate und Sensoren, Regulatorik sowie Innovationsforschung an der Schnittstelle von Medizin und High-Tech gestärkt. Ziel des Zentrums ist es, die Potenziale der Digitalisierung in der Medizin für eine bessere Patientenversorgung zu erschließen und akademische, klinische und wirtschaftliche Kenntnisse langfristig zu vernetzen. Im September 2023 wurden weitere 20 Millionen Euro Förderung durch die Else-Kröner-Fresenius-Stiftung im Rahmen einer Begutachtung bestätigt, damit Ärztinnen und Ärzte sowie Ingenieure und Ingenieurinnen die begonnene Arbeit weiter ausbauen können.

Ein wichtiger Schritt zur Verstetigung der Exzellenz am Standort ist das Zentrum für Metabolisch-Immunologische Erkrankungen und Therapietechnologien Sachsen (MITS). Das Forschungsgebäude bietet seit 2022 Platz für 100 Mitarbeitende und ist direkt mit dem Medizinisch-Theoretischen Zentrum (MTZ) der Medizinischen Fakultät verbunden. Die enge Verzahnung stärkt die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Medizinischen Fakultät und des Universitätsklinikums Dresden.

Instrumente einer exzellenten Medizin

Im Rahmen einer Ausstellung zeigen Expertinnen und Experten ab dem 13. November 2023 im Dekanatsgebäude, Haus 40, neueste Entwicklungen der Hochschulmedizin Dresden. 

• Nationales Centrum für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC): Prof. Oliver Bruns 
• Medizinische Klinik und Poliklinik III: Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden e. V.  (IPF): Prof. Barbara Ludwig 
• BoneLab - Innovative Knochenforschung für lebenslange Mobilität: Prof. Martina Rauner 
• Else Kröner Fresenius Zentrum für Digitale Gesundheit: Dr. Nora Martens, Prof. Jakob L. Kather 
• OncoRay – Nationales Zentrum für Strahlenforschung in der Onkologie: Dr. Toni Kögler 
• Saxocell: Lebende Arzneimittel, das sächsische Präzisionstherapie-Cluster: Prof. Frank Buchholz 
• Standortübergreifende Lehre durch Digitalisierung: Marie Willemer, Veronika Satlow
• Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e.V. (DZNE): Prof. Gerd Kempermann

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