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Früherkennung von Parkinson: Große Studie belegt Bedeutung von Ultraschalluntersuchungen des Gehirns

19.10.2011 -

Eine Studie zur Früherkennung von Parkinson belegt die Bedeutung von Ultraschalluntersuchungen des Gehirns. Die gemeinsame Studie des Hertie-Instituts für klinische Hirnforschung (HIH), der Neurologischen Universitätsklinik Tübingen sowie der Universitätskliniken in Homburg und Innsbruck zeigt, dass Menschen, die bei der Ultraschall-Erstuntersuchung eine vermehrte Echogenität (Hyperechogenität) des Gehirnareals der dopamin-produzierenden Zellen (Substantia nigra) aufwiesen, ein mehr als 17fach erhöhtes Risiko hatten, innerhalb von drei Jahren eine Parkinson-Erkrankung zu entwickeln. Damit weist die Ultraschallauffälligkeit das höchste bisher bekannte Risiko für Parkinson nach.

An der von der Michael J. Fox Foundation unterstützten Studie nahmen mehr als 1800 Menschen im Alter von über 50 Jahren teil. Prof. Daniela Berg (Hertie-Institut für klinische Hirnforschung und Neurologische Universitätsklinik Tübingen) untersuchte mit ihren Kollegen über einen Beobachtungszeitraum von drei Jahren verschiedene Auffälligkeiten, wie die Echogenität der Substantia nigra im Ultraschall und mögliche Frühmerkmale, zum Beispiel Veränderungen der Geruchswahrnehmung oder der Stimmung, die auf die spätere Entwicklung einer Parkinson-Erkrankung hindeuten können.

Untersuchungen belegen, dass motorische Verlangsamung und Zittern als diagnose-weisende Symptome einer Parkinson-Erkrankung erst auftreten, wenn mehr als die Hälfte der Nervenzellen, die den Überträgerstoff Dopamin produzieren, im Hirnstamm zu Grunde gegangen sind.

Derzeit arbeiten viele Arbeitsgruppen weltweit an therapeutischen Möglichkeiten, die den Verlauf der Erkrankung bessern und Nervenzellen schützen sollen. Dies ist aber nur dann sinnvoll möglich, wenn die Behandlung möglichst früh begonnen wird, im Grunde bevor Störungen der Bewegung auftreten.

Um Menschen, bei denen bereits ein Nervenzelluntergang stattfindet, aber noch keine Bewegungsstörung vorliegt, zu identifizieren, wird nach sogenannten „Biomarkern" gesucht. Das sind Auffälligkeiten, die anzeigen, welche Personen ein erhöhtes Risiko für eine Parkinson-Erkrankung haben oder die den Prozess des Nervenzellunterganges schon früh nachweisen.

Bisher gibt es noch keinen Biomarker, der mit Sicherheit aussagen kann, bei wem eine Nervenzellschädigung vorliegt und wer im Laufe der nächsten Jahre Parkinson entwickelt.

Originaltitel der Publikation:

Enlarged Substantia Nigra Hyperechogenicity and Risk for Parkinson Disease, Archives of Neurology: Arch Neurol. 2011;68(7):932-937. doi:10.1001/archneurol.2011.141

Autoren:

Daniela Berg; Klaus Seppi; Stefanie Behnke; Inga Liepelt; Katherine Schweitzer;
Heike Stockner; Frank Wollenwebe; Alexandra Gaenslen; Philipp Mahlknech; Jo¨rg Spiege;Jana Godau; Heiko Huber; Karin Srulijes; Stefan Kiechl; Marianna Bentele; Arno Gasperi;Teresa Schubert; Teresa Hiry; Mareike Probst; Vera Schneider; Jochen Klenk; Martin Sawires; Johann Willeit; Walter Maetzler; Klaus Fassbender; Thomas Gasser; Werner Poewe

 

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