Aus den Kliniken

Herzinfarkt-Patienten werden am Universitätsklinikum Jena bestens nachversorgt

19.05.2022 - „Patienten auf Ziel bringen“: Herzinfarkt-Patienten sollen so versorgt werden, dass sie ihren LDL-Cholesterin-Zielwert erreichen. An der Initiative „Auf Ziel“ beteiligt sich auch die Klinik für Innere Medizin I des Universitätsklinikums Jena (UKJ). Mit Erfolg: „Alle Herzinfarktpatienten des UKJ haben im Jahr 2021 ihren LDL-C-Zielwert dank einer Kombinationstherapie erreicht,“ so Prof. Dr. Christian Schulze, Direktor der Klinik für Innere Medizin I (Kardiologie) am UKJ.

Im Rahmen der 88. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie wurden die bisherigen Ergebnisse in der Sitzung „Late Breaking Clinical Trials“ vorgestellt.

„Vor über einem Jahr haben wir den ‚Herzinfarkt-Pass‘ eingeführt. Hier werden die wichtigsten Risikofaktoren dokumentiert, etwa das LDL-Cholesterin. Vielen ist nicht bewusst, dass LDL-Cholesterin der Nummer 1-Risikofaktor für Herzinfarkt ist. Erschreckend ist, dass nur zehn Prozent aller Herzinfarktpatienten in Deutschland hier entsprechend richtig nachversorgt werden. Und das wollen wir ändern und unsere Patienten entsprechend auf Ziel bringen“, erklärt Prof. Dr. Oliver Weingärtner. Oberarzt der Klinik für Innere Medizin I (Kardiologie).

Dabei setzt das Team um Prof. Weingärtner auf eine frühe Kombinationstherapie. „Bereits in der Klinik beginnen wir mit der Therapie, um das LDL-Cholesterin unserer Patienten im Griff zu haben. So erreichen wir bereits zum Zeitpunkt der Entlassung sehr gute Werte und das nebenwirkungsarm. Das Konzept der frühen Kombinationstherapie findet nun deutschlandweit Nachahmung und wird an vielen weiteren Universitätskliniken etabliert“, erklärt der Lipid-Experte.

Außerdem wenden die Jenaer Experten neuste Behandlungsmethoden an, etwa die siRNA Inclisiran, die sogenannte Cholesterinspritze. Diese wirkt, einmal in sechs Monaten verabreicht, sofort LDL-Cholesterin senkend. Bislang wurden knapp 20 Patienten durch die neuartige Spritze behandelt. „Unsere Patienten erhalten auch hier eine individuell zugeschnittene Therapie. Medikamente wirken sehr unterschiedlich und es gibt nicht die eine Lösung. Studien zeigen, dass sich das LDL-Cholesterin nach rund drei Monaten um bis zu 50 Prozent reduzieren lässt“, so Weingärtner.

Das Medikament wirke laut Weingärtner ganz gezielt in der Zelle und hemme dort die Produktion von PCSK9, einem wichtigen Protein des Cholesterinstoffwechsels, sodass Aufnahme und Verstoffwechselung von Cholesterin in der Zelle verbessert werden. Weingärtner: „Für unsere Patienten, die bisherige Medikamente wie Statine, Ezetimib und PCSK9-Antikörper nicht vertragen, bedeutet es eine neue Option und große Erleichterung.“

Kontakt

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07743 Jena

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