Gesundheitspolitik

Hospital Engineering Fachtagung: zukunftsfähige Krankenhäuser

24.02.2011 -

Hospital Engineering Fachtagung: zukunftsfähige Krankenhäuser schaffen. Denn Krankenhäuser stehen in den nächsten Jahren vor erheblichen Herausforderungen. So müssen die Häuser gleichzeitig Kosten senken und die Qualität ihrer Leistungserbringung verbessern. Was aber macht Krankenhäuser zukunftsfähig? Dieser Frage näherten sich auf der Fachtagung Hospital Engineering etwa 180 Teilnehmer. Im Rahmen dreier Foren diskutierten sie mit Vertretern aus Wissenschaft, Industrie und Praxis.

Die Tagung wurde maßgeblich von der Fraunhofer Gesellschaft (FHG) gestaltet. Die vier Fraunhofer-Institute im Ruhrgebiet wollen im Rahmen von Hospital Engineering ihre Kompetenzen bündeln und sie in eine gemeinsame Diskussion und Kooperation mit der Industrie und den anwendenden Krankenhäusern einbringen. Hospital Engineering umfasst dabei alle technischen Bereiche eines Krankenhauses inklusive der Informations- und Kommunikationstechnik, der Gebäude- und Raumtechnik sowie der Logistik.

Dabei geht es nicht nur darum, Forschungskonzepte für das Übermorgen der Krankenhäuser zu entwickeln, sondern vor allem um die Vorstellung und Umsetzung von bereits heute praxisreifen Konzepten und Lösungen. Zur Beantwortung der Frage nach der Zukunftsfähigkeit von Krankenhäusern hat die FHG drei Innovationshebel ausgemacht: Serviceorientierung, Transpa- renz und Energieeffizienz.

Serviceorientierung schafft Flexibilität

Eine wechselnde Auslastung und verstärkte Kooperationen im Rahmen integrierter Versorgungsformen machen Flexibilität künftig zu einer der Kernanforderungen an Krankenhäuser. Diese kann nur über flexible Strukturen in der Leistungserbringung und den Begleitprozessen realisiert werden. Ziel ist es, ein serviceorientiertes Krankenhaus zu schaffen, indem die im Rahmen der Leistungserbringung erbrachten Services identifiziert und zerlegt werden. So kann jedes Krankenhaus durch einen flexiblen Einsatz der Dienste jederzeit auf sich wandelnde interne und externe Anforderungen reagieren.

In wachsendem Maße müssen Krankenhäuser künftig ein sich ständig änderndes System beherrschen. Sie müssen sich verändernden Auslastungen, Gesetzen, Abrechnungsmodalitäten und Technologien anpassen. Letztere unterstützen die Häuser bei der Neuausrichtung. Effiziente Logistikprozesse sind möglich. Allerdings setzen sie die Bereitschaft zur Veränderung voraus. Serviceorientierte Architekturen erhöhen zukünftig die Flexibilität bei gleichzeitiger Erhöhung der Auslastung.

Transparenz in allen Prozessen und Abläufen

Transparenz ist eines der Grundbedürfnisse in jedem Krankenhaus: Die Krankenhausleitung sollte jederzeit einen Überblick über Ertragslage, Ressourceneinsatz, Auslastung etc. haben. Ärzte und Pflegekräfte benötigen schnellen Zugriff auf Daten und Ressourcen. Transparenz über das eigene Tun und Handeln bildet also die Grundlage für die Steuerungsfähigkeit medizinischer, organisatorischer und betriebswirtschaftlicher Abläufe. Dennoch ist diese Transparenz heute keine Selbstverständlichkeit im Krankenhaus. Es fehlen durchgängige Prozessabläufe und integrierte Datenstrukturen.

Ziel ist die Schaffung eines transparenten Krankenhauses, beispielsweise durch flächendeckende Nutzung von aktiven und passiven RFID-Technologien zum Wohle des Patienten und Nutzen von Ärzten und Pflegekräften. Industrie und Forschung bieten bereits heute eine ganze Reihe von Transparenz schaffenden Konzepten und Technologien für Teilbereiche. Zu nennen sind die Integrierte Versorgung oder der OP. Die Erfordernisse des Datenschutzes und der Datensicherheit werden dabei konsequent umgesetzt. Hospital Engineering soll diese Ansätze um die ganzheitliche Perspektive erweitern und Lösungsansätze entwickeln, die das Höchstmaß realisierbarer Transparenz gewährleisten.

Energieeffizienz vermeidet Kosten

Klimawandel und Ressourcenknappheit erfordern verstärkten Umweltschutz und Energieeinsparungen, auch von Krankenhäusern. Die Reduktion des Ressourcenverbrauchs ist in zunehmendem Maße auch ein Faktor für Kosteneinsparungen im stationären Sektor. Ziel ist die Schaffung eines energieeffizienten Krankenhauses durch konsequente Umsetzung von Maßnahmen zur Reduktion von Ressourcenverbrauch und umweltbelastender Emission sowie zur effizienten Energienutzung und unter Umständen -erzeugung mit dem Ziel einer kurz- bis mittelfristigen Kostensenkung.

Dazu müssen die Häuser bestehende Innovationen konsequent nutzen und zuerst die Anlage an den realen Bedarf anpassen. Als Entscheidungsgrundlage sollte eine valide Datenbasis dienen. Auch der Blick über den Tellerrand, ein Vergleich mit anderen Krankenhäusern, erscheint hilfreich. Denn durch die neuen Bestimmungen des Klimaschutzes ergibt sich eine ganz neue Möglichkeit der Mittelgewinnung: Zusatzeinnahmen durch Emissionshandel.

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