Gesundheitspolitik

Wer darf sich zuerst gegen Covid-19 impfen lassen?

In der ersten Impfphase wird es mehr impfbereite Menschen als Impfstoff geben.

10.12.2020 - Die Fachverbände für Menschen mit Behinderung fordern eine bundeseinheitliche Rangfolge sowie einen schnellen Zugang zum Impfstoff für Menschen mit schwerer mehrfacher Behinderung in Institutionen und Angehörige von Kindern mit relevanten Vorerkrankungen.

Unumgänglich ist daher die Entscheidung, wer zuerst Zugang zu einem Covid-19-Impfstoff bekommt. Die dafür von der Ständigen Impfkommission empfohlene Priorisierung sollte nach Auffassung der Fachverbände für Menschen mit Behinderung Gegenstand der nun im Entwurf vorliegenden Coronavirus-Impfverordnung werden. Um eine zügige und nachvollziehbare Regelung im gesamten Bundesgebiet in dieser für die betroffenen Personengruppen überaus relevanten Fragestellung zu erreichen, sollten länderspezifische Priorisierungen möglichst vermieden werden.

Die Fachverbände für Menschen mit Behinderung fordern, dass Menschen mit schwerer mehrfacher Behinderung und hohem Unterstützungsbedarf in Institutionen ebenfalls in die Zugangsstufe „sehr hoch“ eingruppiert werden, da ihre Risiken vergleichbar sind mit denen von Bewohnern und Bewohnerinnen von Altenpflegeheimen.

Darüber hinaus ist bereits jetzt klar, dass es aufgrund der bislang noch nicht hinreichenden Untersuchungen auf Wirksamkeit und Sicherheit der Impfstoffe bei Kindern anfänglich keine Impfempfehlung für Kinder geben wird. Dies ist für Familien mit vorerkrankten Kindern eine herbe Enttäuschung. Ulla Schmidt, Bundesvorsitzende der Lebenshilfe, MdB und Bundesgesundheitsministerin a.D., fordert daher: „Angehörige, die mit Kindern mit relevanten Vorerkrankungen zusammenleben, müssen ebenfalls vorrangig geimpft werden können, damit ihren Kindern möglichst bald die Angst vor einer schweren Erkrankung genommen werden kann. Hierfür bedarf es einer entsprechenden Anpassung des Verordnungsentwurfes.“

Kontakt

Bundesvereinigung Lebenshilfe

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