AAL: Senioren ohne Berührungsangst vor Hightech

Wissenschafter halten eine möglichst frühe Einbindung von Senioren in die Entwicklung von Assistenztechnologien zur Steigerung der Lebensqualität im Alter für unverzichtbar. Entgegen einschlägigen Vorurteilen, wonach ‚Enduser Involvement‘ nur zeitaufwendig und kostenintensiv sei, vertritt das Ambient Assisted Living (AAL) Forum in Wien die Auffassung, dass die Akzeptanz von elektronischen Heimhilfen nur im Zusammenspiel mit dem Endanwender sicherzustellen ist. Wie Experten für „Assistive Technologies" betonen, ist eine möglichst frühe Involvierung von Betroffenen auch in ökonomischer Hinsicht sinnvoll.

Das Beispiel der niederländischen Kommunikationsplattform 50plusnet zeigt, dass 50jährige nicht von vornherein Berührungsängste gegenüber moderner Technologie hegen. „Die Entwicklungsarbeit mit Testusern aus der Zielgruppe ist das Geheimnis des Erfolges", sagt Beppie Spruit, Koordinator E-Health vom Nederlands Institute for Health Promotion. 25.000 registrierte Mitglieder sorgen für 4.000 Zugriffe, 8.000 E-Mails und 1.200 Chats pro Woche. Permanent sind einige hundert User online. Dabei ist dank des Einsatzes von ehrenamtlichen Helfern, die sich um die Webseite kümmern, ein jährliches Budget von nur 80.000 € für den Betrieb nötig.

„Die Einbindung von Endusern muss nicht immer effektiv sein, stellt aber die bessere Alternative dar, als die Meinung von älteren Anwendern zu spät oder gar nicht zu berücksichtigen", sagt Luc de Witte, Professor Technology in Care von der Zuyd University Heerlen. Im Rahmen des EU-Programms USEM seien bereits Prinzipien zur Stärkung von gesundheitlich eingeschränkten Endusern höheren Alters bei Standardisierungsaktivitäten erarbeitet worden.

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