29.08.2016
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Bildgebung für komplexe, minimal-invasive Eingriffe

Siemens Healthineers unterstützt Kardiologie-Kunden dabei, in jedem Behandlungsschritt in der Kardiologie, als Teil eines ganzheitlichen Workflows, die Bildgebung für Patienten zu optimieren.

Auf dem diesjährigen Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) in Rom steht dabei der Trend zu vermehrten minimal-invasiven Eingriffen im Fokus, besonders für komplexere Fälle. Die medizinische Bildgebung in Diagnostik, Therapie und Nachsorge ist für minimal- invasive Eingriffe unerlässlich. Viele Herzpatienten befinden sich heute bereits in einem hohen Alter, wenn ihnen die Diagnose einer strukturellen oder koronaren Herzerkrankung gestellt wird. Dies hat entscheidenden Einfluss auf die möglichen Therapieoptionen. Für eine offene Herzoperation beispielsweise, kommen diese sensiblen Patientengruppen aufgrund allgemeiner Risiken bei Vollnarkose und Rehabilitation, sowie aufgrund bereits bestehender chronischer Erkrankungen, wie Diabetes oder einer Herzschwäche, nicht mehr in Frage. Für diese komplexen Fälle sind schonendere Verfahren, die minimal-invasiv durchgeführt werden, ein wichtiger Therapieansatz.

Strukturelle Herzerkrankungen werden durch oftmals altersbedingte, anatomische, morphologische oder funktionelle Veränderungen des Herzens ausgelöst. Die Dysfunktion einer Mitralklappe gehört heute zu den am öftesten auftretenden, strukturellen Herzerkrankungen älterer Menschen. Die häufigste Funktionsstörung der Mitralklappe führt dazu, dass diese nicht mehr richtig schließt. Dadurch fließt Blut in den linken Herzvorhof zurück (Regurgitation) und führt zu einer Beeinträchtigung der Pumpfunktion des Herzens. Um dies zu vermeiden, muss die Mitralklappe repariert oder, falls dies nicht mehr möglich ist, ersetzt werden. Hier ist die medizinische Bildgebung für die Diagnose, die Risikoeinschätzung und damit für die Auswahl der Therapie entscheidend.

Transeophageale Echokardiographie (TEE) zur akkuraten Diagnose

Bei der TEE werden Echtzeit-Aufnahmen vom Herzen gemacht. Dabei wird eine Schlucksonde in die Speiseröhre des Patienten eingeführt, die hochfrequente Ultraschallwellen zur Bildgebung nutzt. Siemens Healthineers hat dafür Acuson SC2000 Prime entwickelt, das zwei Spitzentechnologien in sich vereint: Mit dem Ultraschallsystem können 3D-TEE-Vollvolumen-Farbdoppleraufnahmen von Herz und Blutfluss gemacht werden und dank der integrierten Analysesoftware eSie Valves kann zugleich in Sekunden die genaue Vermessung der einzelnen Herzklappen vorgenommen werden.

Dies erleichtert die Auswahl der einsetzbaren medizinischen Implantate. Anhand von 3D-Ultraschallbildern können ferner das Ausmaß der Regurgitation der Mitralklappe sowie der Aufbau und die Messdaten des Herzens insgesamt analysiert werden. Auf Basis dieser Informationen entscheidet ein interdisziplinäres Herz-Team, ob ein chirurgischer oder minimalinvasiver Eingriff der geeignete Therapieansatz ist. In bisherigen 3D-TEE-Verfahren war es nötig, Aufnahmen über mehrere Herzschläge durch sogenanntes Stitching am Computer miteinander zu verbinden, um die Herzfunktion und den Blutfluss auswerten zu können. Dieser Ansatz kann irreführende Ergebnisse liefern, besonders bei Patienten mit Herzrhythmusstörungen. Mit dem TEE-Schallkopf des Acuson SC2000 Prime können 3D-Bilder des Herzens in Echtzeit ohne Stitching erfasst werden. „Die Gesamtanatomie und den Gesamtblutfluss mit hohen Volumenraten zu sehen, wie es die Echtzeitdaten des 3D-TEE-Systems von Siemens ermöglichen, macht wirklich einen großen Unterschied. Herzklappeneingriffe können dadurch mit größerer Präzision und Sicherheit durchgeführt werden. Das senkt das Risiko für den Patienten und hat potenziell bessere Ergebnisse zur Folge. Dies ist ein echter Technologiesprung“, sagt der Kardiologe Professor Stéphane Lafitte vom Hôpital Cardiologique CHU in Bordeaux, Frankreich.

Komplexe koronare Herzerkrankungen, wie chronische Verschlüsse von Herzkranzgefäßen (Chronic Total Occlusions, CTO), erfordern ebenfalls eine durch Bildgebung unterstützte Diagnostik, die es erleichtert, zwischen dem chirurgischen Ansatz einer Bypass-Operation und einer minimal-invasiven perkutanen koronaren Intervention (Percutaneous Coronary Intervention, PCI) zu wählen. Mittels Computertomographie kann hier bereits vor dem Eingriff eine Evaluation der betroffenen Segmente der Herzkranzgefäße erfolgen.

Behandlungsplanung bei Gefäßverschlüssen mit Herz-CT und- MRT

Siemens Healthineers ermöglicht durch die einzigartigen Dual-Source-CT-Scanner eine besonders strahlungs- und kontrastmittelarme CT-Aufnahme. Das Luftanhalten sowie Medikamente zur Regulierung des Herzschlags, wie Beta-Blocker, werden etwa dank der hohen Rotations-Geschwindigkeit des Somatom Force und der daraus resultierenden Zeitauflösung von nur 66 Millisekunden für einen kompletten Herz-Datensatz überflüssig. Auch die Injektionsmenge jodhaltiger Kontrastmittel, die besonders für ältere Patienten mit Niereninsuffizienz eine zusätzliche Belastung der Niere darstellt, wird mit den Dual-Source-CTs von Siemens Healthineers stark reduziert.

Mit Hilfe der syngo-Software CT Coronary Analysis kann nach dem Scan eine koronare Herzkrankheit in weniger als einer Minute ausgeschlossen werden oder, im Falle einer vorhandenen Gefäßverengung, diese quantifiziert und charakterisiert werden. So können durch genaue Diagnostik unnötige Eingriffe vermieden werden oder, im Falle erwiesener Notwendigkeit, der Eingriff vorab sehr genau geplant werden. Zudem kann auch eine Herzvisualisierung mit einem Magnetresonanztomographen (Herz-MRT) zur Beurteilung der Durchblutung des Herzmuskels beziehungsweise der Relevanz einer Stenose wertvolle Informationen für die weitere Behandlung geben.

Die Software Cardio Dot Engine findet automatisch die Herzachsen und stellt einen unkomplizierten und zügigen Workflow sicher. Untersuchungen werden so vereinfacht und Ergebnisse reproduzierbar. Die MRT-Applikation MyoMaps kann helfen, Aussagen über die Ansammlung von Gewebsflüssigkeit im Herzmuskel, einer möglichen Folge der Stenose, zu geben und diese farblich darzustellen. Bei Herzerkrankungen mit minimalen Gewebeveränderungen, die diffus über das ganze Herz verteilt sind, ist dies besonders hilfreich. Durch Minderdurchblutung gefährdetes Herzmuskelgewebe kann mittels MR-Perfusionsuntersuchung und der Evaluationssoftware syngo.MR Perfusion identifiziert werden. Die gesammelten Informationen des Herz-MRTs bilden die Entscheidungsgrundlage für die weitere Therapie.

Bildgebung im Katheterlabor zur direkten Kontrolle während der Therapie

Die minimal-invasive Therapie findet sowohl bei einem Mitralklappenersatz als auch bei der Behandlung von Koronarstenosen im Herzkatheterlabor statt. Dabei erfordert die zunehmende Komplexität der Eingriffe die genaue Visualisierung der Anatomie sowie der implantierten Mitralklappen oder Koronar-Stents, was besondere Anforderungen an die bildgebenden Systeme stellt. Im Fall der minimal-invasiven Mitralklappentherapie kommt der Vorteil der Echtzeit3D-Ultraschallbildgebung des Acuson SC2000 Prime zu tragen, der durch Voll-Volumenfarbdoppler eine sofortige Überprüfung der erfolgreichen Implantat-Platzierung noch auf dem Behandlungstisch erlaubt. Bei der Behandlung von Herzkranzgefäßen unterstützen zudem Software-Applikationen wie Clearstent und Clearstent Live, die für alle Artis C-Bogen-Systeme von Siemens Healthineers verfügbar sind, die Visualisierung von Stents während und nach ihrer Implementation.

Die Bildgebung kann statische Aufnahmen oder mittels Clearstent Live Echtzeit-Aufnahmen liefern, die es zudem ermöglichen, das Öffnen des Stents zu beobachten und dessen Sitz zu kontrollieren. Dies geschieht durch einen Software-Algorithmus, der durch Ausrichtung der Röntgenaufnahmen anhand der darin sichtbaren Stent-Markierungen virtuell eine Kompensation der Herzbewegung erzielt. „Clearstent macht nicht voll entfaltete Stents, Stentfrakturen und andere Situationen sichtbar, die wir ohne verbesserte Stent-Visualisierung unter Umständen nicht erkennen könnten, die aber für klinische Entscheidungen von Bedeutung sind”, beschreibt Prof. Dr. Stephan Achenbach, Direktor der Klinik für Kardiologie am Universitätsklinikum Erlangen seine Erfahrungen mit Clearstent.

Sowohl bei Mitralklappenprozeduren als auch bei Koronarinterventionen können je nach Therapieverlauf weitere bildgebende Modalitäten zum Einsatz kommen. Dies gilt auch für die Nachsorge, die ein nachhaltig positives Ergebnis für den Patienten sicherstellen soll. Beispielsweise kann durch die Nutzung der Software syngo.CT Coronary Analysis bei einem erneut auftretenden Brustschmerz des Patienten in kürzester Zeit eine Diagnose über eine weitere Gefäßverengung gestellt werden.

Um die Vielzahl der bildgebenden Möglichkeiten bestmöglich nutzen zu können, ist Siemens Healthineers auf dem Gebiet der intraoperativen Bildgebung innovativ aufgestellt. So können beispielsweise Bilder von Voruntersuchungen mit einem CT und MRT mit den im Herzkatheterlabor erstellten Bildern überlagert werden. Damit wird die Intervention durch zusätzliche klinische Informationen aus den CT-oder MRT-Aufnahmen unterstützt und eine Dosiseinsparung ermöglicht.
 

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