IT & Kommunikation

Diabetes-Management - Accu-Chek View App

25.07.2015 -

Prävention und Personalisiertes Diabetes-Management waren die Themen des Diabetes Mediendialogs auf Schloss Hohenkammer bei München.

Experten aus Medizin, Wirtschaft, Politik und Versorgung diskutierten über Ansätze zur Primärprävention, den Unterschied zwischen Verhaltens- und Verhältnisprävention, sowie die Notwendigkeit einer nationalen Diabetes-Strategie. Auch Sekundär- und Tertiärprävention wurden beleuchtet: Eine moderne und strukturierte Versorgung aller Patienten sei hier der erfolgversprechendste Ansatz, waren sich die Experten einig. Personalisiertes Diabetes-Management könne dazu beitragen.

Diabetes wird zunehmend als gesamtgesellschaftliches Problem wahrgenommen: Schätzungsweise 9,3 Mio. Menschen sind in Deutschland von Diabetes betroffen. „Entscheidend im Rahmen der Primärprävention ist es“, so Dr. Erhard Siegel, Heidelberg, „neben der individuellen Veränderungen des Lebensstils, die diabetogene Umwelt zu reduzieren, um eine gesündere Lebensführung zu ermöglichen.“ Hierfür müsse, so Dietrich Monstadt, Mitglied des Deutschen Bundestages und Gesundheitsausschusses, eine sektorübergreifende Vernetzung stattfinden: Ernährung und Sport seien wichtig, aber auch Parameter wie Stadtentwicklung, Verkehrsplanung oder Forschungsförderung seien hierbei wichtige Säulen. Sowohl für Menschen mit erhöhtem Diabetesrisiko als auch für bereits Erkrankte seien maßgeschneiderte Konzepte notwendig. Hier setze die Idee eines modernen Personalisierten Diabetes-Managements an, so Dr. Siegel: „Durch die individuelle Einstellung des Patienten sollen die Therapieergebnisse verbessert werden. Das trägt dazu bei, Folgeerkrankungen zu vermeiden.“

Diabetes vorbeugen mit Personalisiertem Gesundheitsmanagement

„Egal auf welcher Ebene wir arbeiten, ob im Bereich der Primär-, Sekundär- oder Tertiärprävention, die Arbeitsprozesse und deren Anforderungen sind im Wesentlichen gleich“, so Dr. Wolfgang Hauth, Diabetesschwerpunktpraxis Alzey. Er stellte das aktuelle Pilotprogramm „Accu-Chek View“ zum Personalisierten Gesundheitsmanagement bei Prädiabetespatienten vor. Das Programm wendet erstmals die Prinzipien des Personalisierten Diabetes-Management auf die Primärprävention an. Hierfür erhalten Menschen mit einem Diabetesrisiko ein umfassendes Paket inklusive Schulung und digitalen Services wie App, Aktivitätsarmband und Onlinezugang.

Die Accu-Chek View App erfasst verschiedene medizinische Parameter – Blutzucker, gelaufene Schritte, Blutdruck, Gewicht, Bauchumfang sowie die Medikation. Über das Onlineportal hat auch der Arzt immer Zugriff auf diese Daten. So ist ein schneller Überblick über die aktuelle Gesundheitslage und eine verbesserte Kommunikation zwischen allen Beteiligten möglich.

In der wisschenschaftlichen Bewertung des Projekts kooperieren das Unternehmen Roche Diagnostics und die Universität St. Gallen. „Das Ziel des Programm ist es, Menschen mit Diabetesrisiko frühzeitig zu identifizieren und ein Auftreten der Krankheit zu verhindern oder hinauszuzögern. Wir schauen uns die Vielzahl der erhobenen Daten im Detail an, um zu sehen, ob dieser Ansatz medizinisch und ökonomisch erfolgreich ist. Dabei wollen wir auch das Gesundheitsverhalten der Teilnehmer besser verstehen, um weiteres Verbesserungspotential zu identifizieren“, erläuterte Prof. Dr. Andreas Herrmann, Universität St. Gallen.

Prävention im Alltag umsetzen

Prof. Dr. Gabriele Oettingen, Universitäten Hamburg und New York, zeigte auf, wie persönliche Ziele mit der Strategie des mentalen Kontrastierens besser erreicht werden können. Diese Strategie (auch: WOOP – Wish, Outcome, Obstacle, Plan), die in Studien in verschiedenen Lebensbereichen, u. a. bei Gewichtsreduktion, Stressabbau oder Bewegungsverhalten, erfolgreich getestet wurde, ist leicht zu erlernen und kostengünstig umzusetzen.

Auch neue Technologien können den Alltag von Patienten erleichtern, Fehlerquellen in der Therapie minimieren und so bei der Prävention von Folgeerkrankungen unterstützen. So zählen z. B. Unsicherheiten bei der Kohlenhydratschätzung zu den häufigeren Problemen der intensivierten Insulintherapie. Priv.-Doz. Dr.-Eng. Stavroula Mougiakakou, Universität Bern, stellte ein aktuelles Projekt vor, das diesen fehleranfälligen Schritt automatisieren will.

Kontakt

Roche Diagnostics Deutschland GmbH

Sandhofer Str. 116
68305 Mannheim
Deutschland

+49 621 759 4747

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