Bauen, Einrichten & Versorgen

Kliniknetzwerk fördert Nachhaltigkeit mit Kreislaufwirtschaft

03.11.2021 - Klimamanager stellen praktische Maßnahmen für Abfallvermeidung, Wiederverwendung und Recycling vor.

Mit einem umfassenden Weiterbildungs- und Beratungsangebot sowie diversen Austausch-möglichkeiten fördert das Projekt KLIK green die praktische Umsetzung der Kreislaufwirtschaft in 250 Kliniken. Die Kreislaufwirtschaft ist ein Modell, das zum einen die Entstehung von Abfällen minimiert und zum anderen die Verwendung natürlicher Rohstoffe maximiert, um den Lebenszyklus von Produkten zu verlängern. Im Gespräch mit KLIK green verraten drei Klinikbeschäftigte, wie sie als Klimamanager Maßnahmen in Anlehnung an die Abfallhierarchie des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG) entwickeln. Insgesamt planen oder realisieren Einrichtungen aus dem KLIK green Netzwerk aktuell 146 Aktivitäten im Bereich Abfall- und Ressourcenmanagement, die jährlich rund 1,5 Tonnen CO2-Äquivalente vermeiden.

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Tobias Eder, Projektmanager für Digitalisierung, Asklepios Klinikum Bad Abbach Foto: Asklepios Klinikum Bad Abbach

Papierverbrauch durch Digitalisierung senken

Als teilnehmende Klinik im Projekt KLIK green setzt das Asklepios Klinikum Bad Abbach seit November 2020 Klimaschutz um. Die Rolle des Klimamanagers übernimmt Tobias Eder, der Digitalisierungsprojekte für die Kommunikation im ärztlichen Umfeld anstößt, um den Papierverbrauch zu senken. Die Digitalisierung des Arzneimittelverzeichnisses „Rote Liste“ soll z.B. bis zu 110.000 Blatt im Jahr sparen. Zudem plant Tobias Eder den Umstieg auf digitales Faxen. Nach Pilotierung im Bereich der Klinikhygiene beabsichtigt er eine Ausweitung auf Labor und Patientenaufnahme. Dadurch lässt sich der Verbrauch jährlich um weitere 16.000 Blatt reduzieren. „Viele Maßnahmen kommen durch den Einbezug von Mitarbeitern und Patienten zustande. Ambitionierte Klimaschutzziele können nur auf Augenhöhe erreicht werden“, so Eder, der klinikintern eine „Sammelstelle für grüne Ideen“ eröffnete.

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Torsten Bölke, Nachhaltigkeitsmanager, Universitätsklinikum Brandenburg an der Havel Foto: Klinikum Brandenburg

Mehrwegprodukte in Cafeteria und OP fördern

Das Universitätsklinikum Brandenburg an der Havel trat dem KLIK green Netzwerk im März 2021 bei. Zusammen mit der Küchenleitung schaffte der Klimamanager Torsten Bölke Einweggeschirr in der externen Essensausgabe der Cafeteria ab, denn dort gingen wöchentlich allein 300 Einwegverpackungen über den Verkaufstisch. Auf den Monat hochgerechnet, vermeidet die Einführung von Mehrweggeschirr nun mindestens 72 Kilogramm Abfälle von Verpackungsmaterialien. Auch vor KLIK green setzte die Einrichtung auf einen klimafreundlichen und abfallarmen Klinikbetrieb. „Vier bis fünf Mitarbeiter sterilisieren täglich 2.000 OP-Instrumente zur Wiederverwendung“, verrät Bölke. Davon profitieren auch Praxen aus dem Umfeld, die ihre gebrauchten Instrumente abgeben und sterilisiert zurückerhalten. So fördert das Universitätsklinikum Brandenburg an der Havel die Kreislaufwirtschaft auch in der Region.

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Beate Dahm, Referentin der Kaufmännischen Geschäftsführung, LungenClinic Grosshansdorf Foto: LungenClinic Grosshansdorf

OP-Klammernahtgeräte sammeln und recyceln

Für die LungenClinic Grosshansdorf lässt sich Beate Dahm seit September 2020 zur Klimamanagerin im Projekt KLIK green qualifizieren. In dieser Funktion begleitet sie das Recycling von OP-Klammernahtgeräten, chirurgischen Instrumenten, die etwa zur Hälfte aus Metall und zu rund 30% aus Kunststoff bestehen. Statt sie wie bisher nach einmaliger Verwendung zu verbrennen und so wertvolle Rohstoffe zu verlieren, holt eine externe Firma die Geräte nun behälterweise ab. Bisher blieben dadurch 159 Kilogramm Metall und 83 Kilogramm Kunststoff erhalten. „Wir haben schon etwa 600 Stück gesammelt und dem Kreislauf wieder zugeführt“, freut sich Dahm, die im Rahmen von KLIK green auch NABU-Kartonboxen für alte Handys in der Eingangshalle, beim Technischen Leiter und in der Ambulanz der Klinik aufstellte.

Kreislaufwirtschaft: Eine Netzwerkaufgabe

Welche Abfälle entstehen in Kliniken eigentlich am meisten? Während das Asklepios Klinikum Bad Abbach Wundversorgungsartikel und OP-Besteck nennt, landen am Universitätsklinikum Brandenburg an der Havel Spritzen, Kanülen und Kittel besonders oft im Müll. Die LungenClinic Grosshansdorf entsorgt entsprechend ihres medizinischen Schwerpunktes wiederum häufig Sauerstoff- und Beatmungszubehör. Im Projekt KLIK green stehen Klimamanager also vor sehr verschiedenen Herausforderungen, wenn sie nach Lösungen für die Abfallproblematik in ihren Einrichtungen suchen. Aus diesem Grund fördert KLIK green den Austausch zwischen den beteiligten Kliniken: Damit sie voneinander lernen, Ressourcenschutz als Netzwerk voranbringen und langfristig zu einem gemeinsamen Ansatz für Kreislaufwirtschaft in Kliniken beitragen.

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