Medizin & Technik

Kreislaufwirtschaft in der modernen Medizintechnik

31.01.2024 - Kliniken stehen unter wirtschaftlichem Druck. Gleichzeitig sollen sie die Umwelt entlasten, moderne Medizin sicherstellen und Menschen heilen. Klappt das?

Im Schulterschluss mit den Kliniken unterstützen Gesundheitstechnologieunternehmen wie Philips durch effiziente Produkte und Prozesse das Engagement der Akteure im Gesundheitswesen, Ressourcen und Energie zu schonen. Kliniken tragen mit einem Anteil von 5,2% an den nationalen CO2-Emissionen bei. Angesichts der hohen Standards klingt es wie eine Quadratur des Kreises, wenn Kliniken Emissionen und Verbräuche reduzieren sollen. Dominique Pfeiffer, Programm Manager für Nachhaltigkeit im Geschäftsbereich Hospital Patient Monitorng bei Philips, füllt im Gespräch mit Claudia Schneebauer (Saarbrücken) den Begriff der ökologischen Nachhaltigkeit mit Inhalten aus dem klinischen Alltag.  

M&K: Sie sprechen von Kreislaufwirtschaft. Wie sieht dies praktisch aus?

Dominique Pfeiffer: Kreislaufwirtschaft bei Philips bedeutet: Wir fokussieren uns auf langlebiges Design, Refurbishing und Wiederaufbereitung von einzelnen Komponenten sowie Rücknahme- und Recyclingmanagement. Beispielsweise lassen sich durchschnittlich 22 Komponenten wie Spulen, Verstärker und Antriebsmodule aus MR-Systemen zurückgewinnen. In unserem modularen Design tauschen wir Einzelteile aus und verlängern so die Lebensdauer der Geräte. Beim Refurbishing überarbeiten wir Systeme als Ganzes und führen sie mit ihren Originalspezifikationen zurück in den Betrieb. Mit einem effizienten Rücknahmesystem verwenden wir Ressourcen erneut und reduzieren Abfall.

Mein Fazit: Wir verstehen die Herausforderung der Kliniken: Sie müssen moderne Medizin anbieten und gleichzeitig die Umwelt schützen. Daher setzen wir auf Kreislaufwirtschaft.

Wie sieht hier die wirtschaftliche Bilanz aus?

Pfeiffer: Richtig aufgesetzt rechnet sich Kreislaufwirtschaft. Sie bietet wirtschaftliche Wertschöpfung unter ökologischem Blickwinkel. Sobald wir Materialien aufbereiten, spart dies spürbar Ressourcen und Energie. Auch für die Klinik führt der verbesserte Fußabdruck zu Einsparungen. Je mehr wir in den Kreislauf zurückholen, desto weniger Abfall und Kosten fallen an. Es ist wichtig, dass Kliniken neben den Anschaffungskosten die gesamten Lebenszykluskosten eines Produkts für ihre Entscheidungen hinzuziehen. Für mich ist es klar: Mit nachhaltigen Lösungen sparen wir und tragen zu einem gesunden Planeten bei.

Welche Aufgaben oder Mehraufwände kommen auf die klinischen Fachkräfte zu?

Pfeiffer: Auf eine kreislauforientierte Arbeitsweise umzustellen, erfordert zunächst eine Anpassung mit nicht unbedingt mehr Aufwand. Es gilt über Schulungen das Bewusstsein für nachhaltige Praktiken zu schärfen. Unsere 360°-Assessments helfen, Alternativen zu Verschwendung aufzuzeigen. Es geht z.B. darum, den Abfallstrom zu analysieren und kluge Entscheidungen für Materialnutzung und Abfallvermeidung zu treffen. Langfristig führen diese Maßnahmen zu effizienten und kostengünstigen Prozessen – und halten die Qualität der Patientenversorgung hoch. Kooperationen vereinfachen es, sich an Rücknahmeprozessen zu beteiligten.

Wenn Sie auf die nächsten fünf Jahre blicken – welche Trends und Entwicklungen sehen Sie?

Pfeiffer: Wir erwarten eine deutliche Zunahme der Kreislaufwirtschaft in der Medizintechnik. Geräte wiederzuverwenden und sie wiederaufzubereiten nimmt zu. Dabei werden digitale Gesundheitstechnologien eine zentrale Rolle spielen, um Effizienz und Nachhaltigkeit zu steigern. Engmaschige Kooperationen zwischen Krankenhäusern, zuliefernden Unternehmen, Regierungsbehörden und anderen Beteiligten werden entscheidend sein, um gemeinsam nachhaltige Lösungen zu entwickeln und umzusetzen. Philips treibt diese Entwicklungen voran und bietet innovative Produkte und Lösungen an, die sowohl umweltfreundlich als auch wirtschaftlich vorteilhaft sind.

Abgesehen vom Umweltaspekt, was begeistert Sie persönlich an dieser Thematik?

Pfeiffer: Echter Wandel entsteht erst durch starke Partnerschaften – mit Krankenhäusern, zuliefernden Firmen und Recycling-Unternehmen. Wir bewegen uns in einem Ökosystem, das weit über unsere eigenen Grenzen hinausreicht. Dieses vernetzte Vorgehen ist der Schlüssel, um die Gesundheitsbranche nachhaltig zu gestalten und eine resiliente Lebenswelt auf unserem Planeten für die kommenden Generationen zu sichern.

Zur Person:

Dominique Pfeiffer, ist seit 2013 bei Philips. Als ehemaliger Manager der Reparaturwerkstatt für Kundengeräte in der EMEA-Region hat er umfassende Erfahrungen in der Kreislaufwirtschaft gesammelt. Seit 2020 fungiert er als Programm Manager für Nachhaltigkeit, wo er Philips' Bestrebungen in Richtung einer nachhaltigeren Zukunft in der Medizintechnik vorantreibt.

 

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