Bauen, Einrichten & Versorgen

Konversionen für Senioren

Das Senioren-Centrum im schleswig-holsteinischen Lütjenburg

02.12.2020 -

Bis 2012 war das schleswig-holsteinische Städtchen Lütjenburg, nahe der Ostseeküste, noch Garnisonsstadt gewesen. Dann aber, nach über 50 Jahren, zog die Bundeswehr ihr Personal dort ab und hinterließ eine 24 Hektar große Konversionsfläche zur Neugestaltung durch die Stadt. Heute steht hier ein neues Seniorenzentrum – gebaut von Feddersen Architekten.  

Frühzeitig wurden die rund 5.500 Bürger Lütjenburgs in die Ideenfindung für die Nachnutzung des Geländes einbezogen. Die Ideen reichten von Zukunftspark über Jugendzentrum bis Mehrgenerationen-Wohnen. Ein Wunsch, der mehrfach geäußert wurde, war, eine bessere und attraktive Verbindung von der Stadt zum nahe gelegenen Landschaftspark Nienthal zu schaffen. Darüber hinaus wurde auch ein Angebot neuer Betreuungsmöglichkeiten für Menschen mit Pflegebedarf als notwendig erkannt.

Im neu angelegten ­Grüngürtel
Der Neubau des Senioren Centrums Am Gojenberg erfüllt und verbindet nun diese beiden Anliegen. Das U-förmige Gebäude liegt mit seiner Westfassade an einem von der Stadt neu angelegten Grüngürtel. Dieser schließt an den bereits vorhandenen Grüngürtel an der Schönberger Straße an und schafft so eine neue Verbindung für Spaziergänger von der historischen Lütjenburger  Altstadt bis zum Landschaftspark Nienthal.

Der Weg führt dabei am Senioren Centrum entlang und westlich am Gebäude vorbei. Diese Wegführung nimmt der Bau auf, indem er einen offenen, einladenden Vorplatz als Teil des Grüngürtels gestaltet, der zum Überqueren, Verweilen und zur Begegnung zwischen Spaziergängern, Besuchern und Bewohnern einlädt.

Die westliche Ecke des Gebäudes ist durch seine Verglasung transparent und offen gestaltet. Hier sind ein Café mit Außenbereich und ein großer Veranstaltungssaal untergebracht. Beide öffnen sich nach außen und heißen Besucher wie Bewohner willkommen. So wird das Senioren Centrum zu einem Teil des Wegesystems der Stadt. Um die Begegnungen ungestört zu ermöglichen, wurde bewusst auf einen Parkplatz vor dem Haus verzichtet. Stattdessen sind die Parkplätze dem Pflegeheim gegenüberliegend angeordnet, nur getrennt durch die wenig befahrene Ferdinand-von-Schill-Straße. Das Grundstück stellte die Stadt eigens zu diesem Zweck zur Verfügung.

Hier transparent – dort privat   
Während der Westflügel des Senioren Centrums auf Transparenz setzt und eine Einladung an Gäste und Passanten ausspricht, ist der Ostflügel im Erdgeschossbereich bewusst geschlossener gestaltet, um die Privatsphäre der Bewohner zu schützen. Diese Zweiteilung ist auch in der Fassade ablesbar - die beiden Seitenflügel sind in Farbigkeit und Materialwahl als Umkehrung voneinander gestaltet. Als zentrales Element im vorderen Gebäuderiegel ist das Foyer mit den darüber liegenden großen Gemeinschaftsbalkonen angeordnet.

Die Fassade des angrenzenden westlichen Flügels ist weiß verputzt und die Fenster werden durch Klinkerpaneele zu Bändern zusammengefasst. Bei der Fassade des Ostflügels verhält es sich genau andersherum: Klinker bildet hier das Hauptfassadenmaterial, die Paneele zwischen den Fenstern sind weiß verputzt. Dadurch ergibt sich ein interessantes Wechselspiel in der Fassade, das zum einen die unterschiedlichen Funktionen markiert und zum anderen dem großen Baukörper Leichtigkeit und Lebendigkeit verleiht.

Von Foyer bis Terrasse
Im Innern empfängt ein großzügiges, freundliches Foyer die Besucher. Außer dem Café und dem Veranstaltungsraum befinden sich hier noch Therapieräume, Büros, ein Friseur sowie eine Fußpflege. Auf die vier Vollgeschosse des Gebäudes verteilen sich insgesamt 132 stationäre Pflegeplätze in Einzelzimmern. Dabei sind jeweils zwei Wohngruppen auf einer Etage untergebracht, das oberste Geschoss ist speziell auf Menschen mit Demenz ausgerichtet.
Alle Zimmer im Erdgeschoss haben private Terrassen. Durch die U-Form des Gebäudes ergibt sich außerdem ein geschützter grüner Innenhof für alle Bewohnerinnen und Bewohner. Eine Besonderheit des Hauses ist der hohe Anteil an rollstuhlgerechten Zimmern in den Wohngruppen, der mit 20 Prozent über dem im Pflegeheimsektor üblichen Durchschnitt liegt. Die Gemeinschaftsräume mit ihren großen Balkonen sind jeweils zentral zwischen den Wohngruppen angeordnet. Wer sich auf dem Balkon aufhält, hat einen schönen Blick auf den Platz und kann so am geselligen Treiben teilhaben.

Kontakt

Feddersen Architekten

Berlin

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