Gesundheitspolitik

Online informieren ohne Grenzen

05.06.2012 -

Damit blinde oder gehörlose Menschen die Informationen auf Online-Plattformen ohne fremde Hilfe lesen und nutzen können, müssen die Plattformen bestimmte Kriterien erfüllen. Das Klinikum der Universität München (LMU) wurde Anfang Februar als „Leuchtturmprojekt" für die umfangreichen Aktivitäten zur barrierefreien Information im Inter- und Intranet gewürdigt. Die Auszeichnung erfolgte durch das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales geförderte Gemeinschaftsprojekt BIK (Barrierefrei informieren und kommunizieren) der Blinden- und Sehbehindertenverbände DBSV und DVBS sowie der Firma DIAS.

Das Behindertengleichstellungsgesetz fordert, Internetangebote barrierefrei und uneingeschränkt zugänglich zu gestalten. Webseiten, die sowohl die Möglichkeiten als auch die Einschränkungen aller Nutzer berücksichtigen, sind noch nicht selbstverständlich. Alles, was Struktur und Layout der Webseiten betrifft, wie HTML- und CSS-Validierung, Skalierbarkeit und Zoom, Navigation, Sitemap und Tastaturbedienbarkeit, wurde zentral umgesetzt und standardisiert. Die inhaltliche Barrierefreiheit hingegen gehört in den Verantwortungsbereich der Webredakteure, die bereits in der (Pflicht-)Basisschulung auf das Thema sensibilisiert hingewiesen werden.

Barrierefreiheit als dauerhafte Herausforderung

2011 wurde die Zugänglichkeit der Webseiten weiter optimiert: Dafür wurden die Internet- und Intranetanwendungen des Klinikums vom PSG Programmier-Service getestet. Die Ergebniss der Experten, die selbst ein Handicap haben, waren der Ausgangspunkt für weitere technische Verbesserungen. Außerdem führten die Berater von BIK@work verschiedene Workshops für die Entwickler und Online-Redakteure durch. Das Wissen aus diesen Coachings wurde inzwischen bereits in das Schulungskonzept für Webredakteure integriert.

2012 sollen die Inhalte der Webseiten hinsichtlich Barrierefreiheit weiter verbessert werden: semantisch wie technisch. Neben zugänglichen Inhalten und besseren Texten für Webauftritte sind die aufkommenden Informationsangebote „Videoclips" und „mobiles Web" wichtige Zukunftsprojekte, wenn es um die barrierefreie Nutzung für den Einsatz am Klinikum geht.

 

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