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Universitätsklinikum Leipzig: Eindämmung eines seltenen multiresistenten Keims

25.05.2012 -

Das Universitätsklinikum Leipzig kämpft gegen den multiresistenten Keim KPC (Carbapenemase bildenden Klebsiellen). Dieser Keim wurde vor zwei Jahren erstmals nach Übernahme eines in der Region lebenden Patienten aus einem griechischen Krankenhaus am UKL nachgewiesen. Dieser Patient ist bis heute wegen seiner Grunderkrankung am UKL in Behandlung. Der bisher in Nordeuropa wenig verbreitete KPC-Keim ist tendenziell in den letzten Jahren auf dem Vormarsch.

Der Nachweis des ersten KPC-Keimes am UKL erfolgte am 9. Juli 2010. Der Patient wurde sofort isoliert, alle notwendigen Schutzmaßnahmen eingeleitet. Die mikrobiologische Untersuchung von Mitpatienten und der Umgebung ergab keine Hinweise auf eine Übertragung. Trotz sofortiger Barrieremaßnahmen kam es mit großer Zeitverzögerung drei Monate später im Herbst 2010 zu einer ausbruchsartigen Häufung auf mehreren Stationen. Bis zur Eindämmung des Ausbruchs im Februar 2011 waren 30 Patienten betroffen. Da im Falle eines gehäuften Auftretens von Krankenhausinfektionen Meldepflicht besteht, wurde im Januar2011 das zuständige Gesundheitsamt informiert. "Diese Meldung hätte aus heutiger Sicht sicher früher erfolgen können", sagt Prof. Wolfgang E. Fleig, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Leipzig.

Seit Februar 2011 wurden pro Monat bei aufgenommenen oder an das UKL verlegten Patienten null bis maximal vier Fälle eines KPC-Nachweises registriert. 2012 gab es bisher acht neue Nachweise. Damit wurde der Keim innerhalb von zwei Jahren bei 58 Patienten am UKL nachgewiesen. Betroffen waren nahezu ausschließlich Patienten, die aufgrund schwerster Grunderkrankungen wie zum Beispiel einem Leberversagen mit Notwendigkeit zur Transplantation im UKL behandelt wurden. Für den am UKL nachgewiesenen Keim standen noch drei Antibiotika für die Behandlung zur Verfügung.

Es ist bekannt, dass der Krankheitsverlauf von stationär behandelten Patienten durch eine Kolonisierung oder Infektion mit multiresistenten Bakterien negativ beeinflusst wird. Dies gilt auch für die am UKL mit KPC kolonisierten bzw. infizierten Patienten. Im Einzelfall ist die Bedeutung von KPC für den Krankheitsverlauf jedoch häufig nicht beurteilbar, da der Keim nur einen von vielen Einflussfaktoren darstellt.

"Die im Rahmen der Ursachenfindung eingeleiteten Untersuchungen haben ergeben, dass es offenbar eine lange Latenzzeit zwischen Ansteckung und einem möglichen Nachweis des Keimes gibt", erklärt Prof. Wolfgang E. Fleig. Über Patienten, die den Keim also schon in sich tragen, bei denen diese Übertragung aber noch nicht nachgewiesen werden konnte, sind unentdeckte Übertragungsketten denkbar. Die könnte eine Erklärung für den Ausbruch im Herbst 2010 sein. "Die seitdem vereinzelt auftretenden KPC-Nachweise am UKL stehen nach unserem Kenntnisstand nicht mit einer derzeit aktiven Quelle im UKL in Verbindung", so Fleig weiter. "Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Patienten den Keim wiederholt in das UKL mitbringen."

Bei dem 2010 erfolgten Ausbruch handelt es sich um den bisher größten beschriebenen KPC-Ausbruch in Deutschland. "Durch zusätzlich eingeleitete Präventionsmaßnahmen konnte der Ausbruch am UKL zwar eingedämmt, die Übertragungskette aber noch nicht endgültig unterbrochen werden. Um dies zu erreichen, werden KPC-Träger auch außerhalb des UKL identifiziert werden müssen", sagt Prof. Fleig.

 

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