Robotikgestützte Technik: Interview mit Stephan Schrandt von Medimobil

  • Ausgestattet mit Sensoren und Sicherheitsfunktionen kann das Medimobil mit bis zu 20 Kilometer Reichweite ein stiller aber stetiger Mitarbeiter auf Station sein.Ausgestattet mit Sensoren und Sicherheitsfunktionen kann das Medimobil mit bis zu 20 Kilometer Reichweite ein stiller aber stetiger Mitarbeiter auf Station sein.
  • Ausgestattet mit Sensoren und Sicherheitsfunktionen kann das Medimobil mit bis zu 20 Kilometer Reichweite ein stiller aber stetiger Mitarbeiter auf Station sein.
  • Stephan Schrandt, geschäftsführender Gesellschafter von Medimobil

Herr Schrandt, Ihr selbstfahrender Pflege- und Visitenwagen von „Medimobil“ ist ein Beispiel dafür, wie robotergestützte Technik Einzug in die Pflege hält. Stellen Sie uns ihn bitte einmal kurz mit seinen wichtigsten Features vor?

Stephan Schrandt: Wir haben ein autonom fahrendes Antriebssystem – den MCR (Medimobil Care Robotic) mit in unser Programm aufgenommen, um den Alltag des Pflegepersonals deutlich zu erleichtern. Die intelligente Technik wird einmalig mit den Daten zu baulichen Gegebenheiten, Ansteuerungen von Fahrstühlen oder Zwischentüren sowie den einzelnen Einsatzbereichen „gefüttert“ – und schon kann der Wagen mit der Arbeit beginnen. Ob Aufnahme von Wagenaufbauten im Wechselbrückensystem, dem Tauschen von großen Wäsche- oder Abfallwagen oder dem Verfahren von Paletten im Lagerbereich – der MCR übernimmt jede Aufgabe. Auch die Kombination dieser Aufgaben ist kein Problem. Auf Station erkennt der MCR Hindernisse und kann mit ihnen per Piepen oder Blinken kommunizieren bzw. sie umfahren. Er kann sogar eigenständig den Fahrstuhl in eine andere Etage benutzen. Verschiedene Ansteuerungsmöglichkeiten, wie z. B. die manuelle Etappensteuerung, der Ruf per Funksystem oder die programmierten Zeiteinstellungen sind nur einige Varianten mit dem MCR zu arbeiten. Ausgestattet mit zahlreichen Sensoren und Sicherheitsfunktionen kann er mit bis zu 20 Kilometer Reichweite ein stiller aber stetiger Mitarbeiter auf der Station sein.

Robotik ist ein Aspekt der Digitalisierung in der Pflege. Wie empfänglich ist der Markt aus Ihrer Sicht für so ein Produkt?  

Stephan Schrandt: Nach den ersten Präsentationen auf verschiedenen Messen haben wir durchweg ein positives Feedback bekommen. Vereinzelt gab es kritische Nachfragen zum Beispiel zu Sicherheitseinstellungen und ob der Wagen tatsächlich rechtzeitig Hindernisse erkennt und diese umfährt. Diese Bedenken konnten wir direkt am gezeigten Produkt ausräumen. Auch wurde die Investitionssumme hinterfragt. Wichtig ist natürlich, dass der Wagen durchgängig läuft und möglichst viele Aufgaben übertragen bekommt. Gerade in der jetzigen Situation des Fachkräftemangels kann sich dieser Wagen im Drei-Schichtbetrieb bereits nach zwölf Monaten Einsatzzeit amortisiert haben.

Innovatives Denken gehört erklärtermaßen zu Ihrer Unternehmensphilosophie. Was sind hier für Sie die wichtigsten Themen?

Stephan Schrandt: Wir arbeiten stets an der Weiterentwicklung unserer technischen Komponenten, um den stressigen Arbeitsalltag von Krankenhaus- und Pflegepersonal zu erleichtern. Dabei hilft uns unser eingespieltes, qualifiziertes Team und strukturierte, ineinander greifende Arbeitsabläufe in einer modernen Produktion. Der Einsatz von hochwertigem Material in Kombination mit individuellem Design sorgen für Kundenzufriedenheit auch bei schwierigen Anforderungen. So sind wir momentan in der Abschlussphase einer Überarbeitung unseres Lithiumionen-Akku-Systems, welches nun bei mehr Leistungsfähigkeit und zusätzlichen Funktionen sogar eine kompaktere Bauart bekommen hat. Außerdem ist die weitere Entwicklung unserer Oberflächenbeschaffenheit, bis hin zum komplett antibakteriellen Wagen, ein großes Ziel in unserem Unternehmen. Dennoch ist es für unser Team immer wichtig, die eigentlichen Anforderungen an einen Pflege- und Visitewagen im Blick zu behalten. Die Optimierung der Fahrwege, Abstellflächen oder reine Funktionen der Handhabung dürfen von unseren speziell geschulten Mitarbeitern nicht vernachlässigt werden. So gelingt es uns, neue Technologien und Funktionen mit bewährten Arbeitsabläufe so zu verknüpfen, dass unsere Hilfsmittel zum Helfer werden.

Wie sehen Sie die weitere Entwicklung des Robotik-Trends und seiner Akzeptanz in der Pflege – und welche weiteren Innovationen sind diesbezüglich aus Ihrem Hause in der nächsten Zukunft zu erwarten?

Stephan Schrandt: Wir haben an dem Beispiel der Digitalen Patientenakte gesehen, wie sich eine größere Skepsis gegenüber der neuen Technik binnen zweier Jahre auf einen Run auf diese unterstützenden Möglichkeiten gewandelt hat. Auch bei der Robotertechnik zur Unterstützung in der Pflege werden wir diese Wandlung erleben.

Obwohl wir mit unseren Robotertechniken noch relativ am Anfang stehen, sind wir mit den Überlegungen schon Jahre voraus. Mit verschiedenen Entwicklern und Forschungsinstituten arbeiten wir an Lösungen für Assistenzsysteme sowie intelligentes Zeit- und Verbrauchsmanagement. Wir sind davon überzeugt, dass wir unseren Kunden auch in der Zukunft unterstützende Techniken an die Hand geben können, die weit über den normalen Pflege- und Visitenwagenbau hinaus gehen.

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