„Barrierefreies UKH“ für blinde und sehbehinderte Patienten

  • OÄ Dr. R. Wienrich von der Uniklinik und Poliklinik für Augenheilkunde, P. Fischer vom Blinden- und Sehbehindertenverband Sachsen-Anhalt und Prof. Dr. T. Moesta, Ärztl. Direktor des UKH gehen am neuen Wegeleitsystem für Blinde und Sehbehinderte entlang.OÄ Dr. R. Wienrich von der Uniklinik und Poliklinik für Augenheilkunde, P. Fischer vom Blinden- und Sehbehindertenverband Sachsen-Anhalt und Prof. Dr. T. Moesta, Ärztl. Direktor des UKH gehen am neuen Wegeleitsystem für Blinde und Sehbehinderte entlang.

Das Universitätsklinikum Halle (Saale) hat mit dem Projekt „Barrierefreies UKH“ hat ein Vorhaben für eine bessere Integration von Blinden und Sehbehinderten umgesetzt.

Dieses ist vom Land Sachsen-Anhalt über die Sozialagentur Sachsen-Anhalt mit knapp 50.000 € im Rahmen des Landesaktionsplans „einfach machen – Unser Weg in eine inklusive Gesellschaft“ gefördert worden. Hinzu kamen Eigenmittel des Klinikums in Höhe von rund 5.500 €.

Bestandteil des Projekts war das Aufbringen von Bodenindikatoren - dunkler Streifen und Punkte - als Wegeleitsystem, das vom Haupteingang des UKH aus den Weg zum Informationstresen, zur Zentralen Notaufnahme und zur stationären Patientenaufnahme weist. Mit einem Lang- oder Taststock, aber auch aufgrund des Kontrasts zum Bodenbelag können sehbehinderte und blinde Menschen sich daran orientieren. Im Rahmen der Förderung wurden des Weiteren drei stationäre Standbildschirmlesegeräte und zwölf mobile elektronische Lupen angeschafft.

Die Besonderheit dieser Geräte ist, dass Schrift und Bilder besonders groß eingestellt werden können und beispielsweise Formulare und Informationen so lesbar werden. Die Displays sind mittels Touchfunktion intuitiv bedienbar und haben zudem eine automatische Umschaltung der Kamera für Nähe und Ferne. Zusätzlich sind 27 Tablets in 16-Zoll-Komfortgröße zur Erweiterung des bestehenden Patientenentertainment-Systems am Bett angeschafft worden, so dass auch sehbehinderte Patienten das System nutzen können.

Aufenthaltsqualität deutlich gesteigert

Von den stationären Geräten befinden sich eines im Patienteninformationszentrum (PIZ) und zwei in der Universitätsklinik und Poliklinik für Augenheilkunde – in der Ambulanz und auf der Station. Die mobilen Geräte sind flexibel einsetzbar, eines ist dauerhaft am Standort der Universitätsklinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychologie und Psychosomatik in der Julius-Kühn-Straße verortet.

„Es ist ein guter Anfang“, sagt der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Halle (Saale), Prof. Dr. Thomas Moesta. „Damit wird die Aufenthaltsqualität von Patienten mit Sehbehinderungen an unserem Haus deutlich gesteigert.“ Man dürfe nicht vergessen, dass abnehmende Sehleistungen oder Sehbeeinträchtigungen auch Erscheinungen des Alters seien, die Menschen generell immer älter würden und so der Bedarf an entsprechenden Geräten steigen werde, so Moesta.

Man erhalte mit solchen Angeboten die Selbständigkeit der Patienten. Sinn sei, dass Menschen mit Sehbehinderungen z.B. Patienteninformationen und Formulare ohne Hilfe Dritter lesen können.

„Dies ist mit Blick auf den Datenschutz und die Privat-/Intimsphäre ein wichtiger Schritt zur Selbstbestimmtheit der Betroffenen, da diese mithilfe der Standgeräte z.B. ihre Patientenformulare selbständig ausfüllen können. Durch die mobilen Geräte gewinnen die Patienten an Bewegungsfreiheit, da sie durch das vergleichsweise geringe Gewicht getragen werden können; sie können individuell situationsbezogen im Alltag aktiv zur Vergrößerung eingesetzt werden“, heißt es im Zuwendungsbescheid der Sozialagentur.

Die Umsetzung des Vorhabens und die Auswahl der Lesegeräte hat Peter Fischer von der „Blickpunkt Auge“-Beratungsstelle Halle des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Sachsen-Anhalt beratend unterstützt. „Sehbehinderte hatten es am halleschen Universitätsklinikum Halle nicht leicht, sich selbständig zu orientieren oder barrierefrei an Informationen zu gelangen. Aber die Verantwortlichen haben den dringenden Handlungsbedarf erkannt und waren den Ideen unseres Verbandes gegenüber sehr aufgeschlossen“, so Fischer. Mit Beratungsgesprächen und einer Stellungnahme hat der Verband den Antrag des UKH bei der Sozialagentur maßgeblich unterstützt.

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