Türen gegen das Vergessen

Das St. Augustinus Memory-Zentrum in Neuss

  • Jeld-Wen-Innentüren unterschiedlichster Modellreihen dienen der Orientierung. Jeld-Wen-Innentüren unterschiedlichster Modellreihen dienen der Orientierung.
  • Jeld-Wen-Innentüren unterschiedlichster Modellreihen dienen der Orientierung.
  • Analog zur Farbigkeit des Interieurs wurde die Tür (links) nach den Vorgaben des Architekten individuell von Jeld-Wen ausgestattet.

Das St. Augustinus Memory-Zentrum in Neuss bietet durch unterschiedliche Gestaltungen der Innenarchitektur neue Orientierung für Menschen mit Demenz. Das Konzept vereint die Kompetenzen aus Psychiatrie und Seniorenhilfe und bietet somit eine Rundum-Versorgung für Betroffene, Angehörige und Interessierte. Modernste Forschungserkenntnisse münden bei der Planung und Ausführung der Einrichtung in ein atmosphärisches Wohlfühlkonzept, bei dem die Innentüren von Jeld-Wen eine entscheidende Rolle spielen.

Mit der immer älter werdenden Gesellschaft steigt auch die Zahl der Menschen mit Demenz kontinuierlich an. Demenz: Darunter wird die Störung der Leistungsfähigkeit des Gehirns verstanden, die sich im Abbau der sogenannten kognitiven Fähigkeiten (wie Gedächtnis und Denkfähigkeit) darstellt. Ist das Stadium der Demenz einmal so weit fortgeschritten, dass der Klient nicht mehr in der Lage ist, sich selber zu versorgen oder zu Hause gut versorgt werden kann, bietet sich die Unterbringung in einer Einrichtung wie dem St. Augustinus Memory-Zentrum an.

Bei der innenarchitektonischen Planung der Einrichtung stand die Frage im Mittelpunkt, wie man den Bewohnern ein Umfeld schaffen kann, in dem sie sich wohlfühlen und selbständig gut orientieren können.

Innenarchitektur und Demenz

Ansätze für die Innenarchitektur boten in diesem Zusammenhang ein Forschungsprojekt der schottischen Universität Stirling, 60 Kilometer nordwestlich von Edinburgh. Das hier ansässige Dementia Services Development Center (DSDC) setzt sich seit einiger Zeit mit der Wechselwirkung zwischen Innenarchitektur und Demenz auseinander, damit sich die Menschen mit Demenz am besten zurechtfinden. Die gewonnenen Forschungsergebnisse legen nahe, dass die Kombination aus Design, Farbkontrasten sowie Lichteffekten in einem Zimmer, bzw. der gesamten Innenarchitektur, extrem notwendig ist, um Menschen mit Demenz räumliche Orientierung zu bieten. Die Innentüren spielen in diesem Zusammenhang naturgemäß eine entscheidende Rolle. Schließlich sind sie es, die der Bewohner als Eingang zu seinem Privatbereich identifizieren sollte.

Die Zimmer im St.

Augustinus Memory-Zentrum wurden in drei unterschiedlichen Einrichtungsstilen gestaltet (Gediegen, Modern und Landhaus), um die Zuordnung für Menschen mit Demenz einfacher zu machen. Damit die Innentüren optimal unterstützend in das Konzept einfließen, informierte sich die Projektleiterin Dr. Andrea Kuckert-Wöstheinrich und ihr Projektteam in enger Abstimmung mit den Architekten beim örtlichen Fachhandel über die Bandbreite der Möglichkeiten. „Mit den Innentüren von Jeld-Wen haben wir Modelle ausgewählt, die den jeweiligen Wohnungsstil unterstreichen und darüber hinaus die notwendigen Funktionalitäten für ein Zentrum wie unseres mit sich bringen“, so die Leiterin des Projektes.

Das gediegene Zimmer

„Die Einrichtung entspricht einem sehr klassischen, traditionellen und wertigen Geschmack. Die warmen, satten Farben der Möbel in Kirschholzoptik stehen für eine gutbürgerliche Wohnlichkeit. Hier wohnt vielleicht eine Person, die gerne die Oper besucht und Waldspaziergänge liebt“, so Frau Dr. Kuckert-Wöstheinrich. Als bevorzugte Optik für die Innentür wurde ein HPL-Schichtstoff (Resopal 0,8mm, Dekor 4403-WH Boston Cherry Quer) gewählt. Er nimmt den warmen Holzton der Möbel auf und führt ihn an der Tür stringent fort.

Unterbrochen wird das Türblatt durch zwei horizontal verlaufende Lisenen. Die silberfarbenen Lisenen sind ein bewusster Kontrast in der Türoberfläche und damit ein gut erkennbarer Orientierungspunkt für die Bewohner. Eingelassen in die Oberfläche, stechen die Lisenen dennoch optisch hervor und erzeugen eine zurückhaltende, dem Stil des Zimmers entsprechende Optik.

Das moderne Zimmer

„Das moderne Zimmer“, so Frau Dr. Kuckert-Wöstheinrich, „erinnert ein wenig an eine Studentenbude. Mit knallrotem Ledersessel, farbig ornamentierter, pigmentierter Tapete, sowie verchromten Möbeln, verkörpert dieser Zimmertyp etwas ganz anderes. Dieser Stil bricht vorhandene Muster auf und zeigt, was ein Pflegeheim eben auch sein kann.“

Die Basis der Tür bildet die Jeld-Wen-Ausführung Typ 42, SK2 stumpf einschlagend (Schallschutzklasse II = 37dB Rw’P bzw. 32 dB Rw’R). Die Oberfläche orientiert sich farblich einmal mehr an den im Interieur eingesetzten Farben. Auch hier vermochte der Hersteller den exakt passenden roten Farbton wie im Innenbereich werkseits zu verbauen (Resopal 0,8mm, Dekor D14-60 Port). Das vertikale Drittel des Türblatts, an dem sich der Drücker befindet, wurde mit einem 250 mm breiten, hellen Dekor-Streifen (Resopal 0,8mm, Dekor 0105 60 Pearl White) optisch abgesetzt, wobei die beiden Schichtstoffe mit einer V-Fuge gestoßen wurden. Um den Kontrast und den Unikatcharakter der Tür noch zu verstärken, wurden auch hier Lisenen eingesetzt.

Das Zimmer im Landhausstil

Weiß und die Naturtöne Braun, Beige und Grün dominieren das Zimmer im Landhausstil. Die Möbel sind gemütlich und landhaustypisch weiß, der Boden besteht aus pflegeleichtem LVT im Eiche-Look. Die sehr helle, freundliche und warme Variante entspricht einem leicht maritim angehauchten Stil.

Der Bewohner dieses Zimmers könnte das Meer lieben, strickt gerne und findet Ruhe durch Motive aus der Natur. Passend zum nordischen Stil des Interieurs: die Innentür. Als Ideengeber fungierte das hanseatische Modell Blankenese. Da diese Baureihe jedoch nicht für den Einsatz im Health Care Bereich geeignet ist, baute Jeld-Wen das Modell in robuster HPL-Qualität kurzerhand nach. Die Schallschutztür Typ 42, SK2 stumpf einschlagend, wurde mit der HPL-Oberfläche Primata 0,8 mm im Dekor Uni Weißlack versehen und mit Profilaufsatzleiste im Look des Modells Blankenese 4F veredelt.

Zimmertür als Leitplanke

Der eigene Sessel oder andere Erinnerungsstücke im häuslichen Umfeld sind für die Orientierung in diesem fortgeschrittenen Stadium der Demenz nicht mehr hilfreich, da sie nicht mehr erkannt und zugeordnet werden können. Oberstes Gebot ist die Funktionalität. Der Bewohner muss seine Zimmertür erkennen können. Die für die Einrichtung entwickelten Modelle stellen somit eine Art Leitplanke dar und werden von den Bewohnern im Alltag positiv aufgenommen. Neben der Funktionalität spielt auch das Design und die Optik für Besucher und auch Bewohner eine entscheidende Rolle. 

Bevor ein neuer Bewohner die Einrichtung bezieht, versucht das Team im St. Augustinus Memory-Zentrum aus der Biografie und der Anamnese herauszulesen, welcher Typ Mensch – und damit verbunden welcher Zimmertyp – für ihn geeignet wäre. „Wir hatten einen Fall“, erinnert sich Kuckert-Wöstheinrich, „da wollten Angehörige unbedingt ein gediegenes Zimmer für den Bewohner. Dieser akzeptierte jedoch offensichtlich das Zimmer nicht und verließ es regelmäßig, ohne dahin zurückkehren zu wollen. Nach vier Wochen versuchten wir es mit dem Wechsel in ein Modernes Zimmer und konnten erfreut feststellen, dass ihm dieses Zimmer mehr zusagte.“ Die Verbindung zwischen Interieur-Design und dem Wohlempfinden eines Menschen mit Demenz ist augenscheinlich.

Kontaktieren

Jeld-Wen Deutschland GmbH & Co.KG
August-Moralt-Str. 1 -3
86732 Oettingen
Telefon: +49 9082 71 0
Telefax: +49 9082 71 111

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