Gesundheitsökonomie

2. Baltic Conference on E-Health

28.04.2011 -

2. Baltic Conference on E-Health. Der Faktor Mensch ist ausschlaggebend bei der Implementierung neuer Technologien im Gesundheitssektor – dies unterstrich Henrik Hojlund, Healthcare Solutions Leader, IBM Global Business Services, bei diesem kürzlichen Kongress: „Es gibt äußerst ausgeklügelte Projekte mit herausragenden Vorteilen, die jedoch nicht erfolgreich sind, wenn man das Change Management vernachlässigt.“ Als Beispiel beschrieb der Manager ein E-Health-Projekt, das den Workflow von Ärzten durch automatische Eingaben in die Patientenakte optimieren soll. Die Mediziner reagierten zurückhaltend – früher hatten diese Arbeit ihre Assistenten verrichtet. Solche neuen Technologien erfordern von Ärzten eine strukturierte, nicht länger holistische Herangehensweise – und die Realisierung muss mit Druck „von oben“ vorangebracht werden. – Solche Themen standen Ende September auf der Tagesordnung der Baltic Conference on E-Health in Hamburg.

In dieser Ära demographischer Veränderungen und erhöhter Mobilität müssen sich Gesundheitssysteme anpassen, um nachhaltig zu werden. Dabei spielt IT eine tragende Rolle; Geschäftsoptimierung im klinischen Bereich, angemessene Projektmanagement-Technologien und Kontrolle über das Projektergebnis mithilfe von Leistungsindikatoren sind essentielle Faktoren in IT-Projekten, so der IBM-Manager weiter.

Einfache Lösungen

Anwendungen, die Papier eliminieren und es ermöglichen, Informationen unabhängig von Zeit und Ort zur Verfügung zu stellen, waren Teil der Vortragsagenda und des Ausstellungsbereichs. Jens Peder Rasmussen zeigte das klinische Informationssystem von Systematic, das bestehende KIS-Lösungen ersetzen soll. Er skizzierte die Unterschiede insbesondere zwischen nordischen und deutschen Ansätzen: Während sich im Norden Informationssysteme seit langem auf Kliniker und ihre Bedürfnisse ausgerichtet hatten, so wiesen Lösungen in Deutschland weitenteils eine stärkere Ausrichtung auf administrative Anforderungen auf. Der Wandel hin zur Integration klinischer Intelligenz ist in Deutschland und Ländern im Umfeld im vollen Gange.

Hans Erik Henriksen – ehemaliger IBM Executive und heute Geschäftsführer des dänischen Unternehmens Cetrea – präsentierte ein Dashboard, das Dienstplanern und allen anderen an der Patientenbetreuung Beteiligten die Arbeit deutlich erleichtert: Raumbelegung und Triage-Einordnung, insbesondere im OP, und die Abläufe werden visualisiert und lassen sich umgehend Veränderungen anpassen. Dabei werden die neuen Informationen sofort allen betroffenen Mitarbeitern angezeigt.

Lösungen wie diese unterstützen durch neue Möglichkeiten das Betreuungsmanagement beim jeweiligen Leistungserbringer bzw. auf regionaler und nationaler Ebene. Sie spielten die Hauptrolle auf diesem Kongress, der vom Baltic Sea Forum, der Handelskammer Hamburg und IBM in Kooperation mit dem U.S. Commercial Service ausgerichtet wurde. Dieses intersektorale Forum brachte Einrichtungen der Gesundheitswirtschaft, Krankenversicherer, politische Entscheidungsträger und Anbieter aus Deutschland, Polen, Litauen, Estland, Lettland, Russland, Finnland, Norwegen, Schweden und Dänemark zusammen. In all diesen Ländern sehen sich die Gesundheitssysteme bei der kosteneffizienten, qualitativen Patientenversorgung sehr ähnlichen Herausforderungen gegenüber. Unter dem Kostendruck muss sich die Gesundheitswirtschaft in ein vernetztes, kosteneffizientes und patientenzentrierter System verwandeln.

Die Präsentationen

Das Programm in Hamburg umfasste Best Practices und Anwenderberichte aus der Ostseeregion; Disease Management als Konzept zur Kostenreduktion und Verbesserung der Lebensqualität chronisch Kranker; die Optimierung klinischer und geschäftlicher Prozesse sowie Systeme zur Information und Kommunikation im Krankenhaus; aktuelle Entwicklungen in der EU hinsichtlich Standards, Interoperabilität und Patientensicherheit. Wie E-Health-Lösungen künftig zur Klärung der Kostenfrage beitragen werden, brachten mehrere Redner zur Sprache – Prozessoptimierung und Change Management sind hier erfolgskritisch. Zugangsmöglichkeiten zur Versorgung und die Verringerung ärztlicher Fehler – etwa Medikationsirrtümer – durch den Einsatz von IT-Systemen wurden diskutiert. Die künftige elektronische Patientenakte in Estland illustrierte dies; Artur Novek, Healthcare Information System (HIS) Implementation Manager, Estonian E-Health Foundation, präsentierte diese Entwicklung, die zugleich von der Regierung des Landes und der EU finanziert worden ist.

„Eine Win-Win-Strategie für alle Akteuere im Bereich E-Health ist nur möglich, wenn die Lösungen eine Antwort auf die Bedürfnisse der Patienten darstellen – und wenn sie einen direkten Einfluss auf Zugang, Qualität, Kosten, und Sicherheit im Gesundheitwesen mit sich bringen”, so ein Sprecher des Kongresses. Die Akzeptanz für E-Health unter Patienten und Bürgern ist eine wichtige Voraussetzung. Notwendige Transformationsprozesse und Visionen für künftige Gesundheitssysteme diskutierte vor diesem Hintergrund ein Panel mit dem Thema „Patientenzentrierte Gesundheitssysteme“.

Die nächste Baltic Conference on E-Health – als Plattform zum Austausch von Meinungen und Erfahrungen aller am Gesundheitsmanagement Beteiligten – ist für den 16. September 2009 wieder in Hamburg geplant – www.baltic-conference-on-ehealth.com.

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