ETHISCHER STANDPUNKT! COVID-19-Pandemie – ethische Herausforderungen in der Pflege

Die gesellschaftliche Katastrophe rund um die COVID-19-Pandemie stellt alle pflegerischen Bereiche vor ethische Herausforderungen. Durch den Mangel an Ressourcen sind Pflegefachpersonen tagtäglich mit schwerwiegenden und belastenden Entscheidungssituationen konfrontiert. Sie müssen gegebenenfalls in der Intensivpflege Entscheidungen gegen eine bestimmte Behandlung mitverantworten oder in Alten- und Pflegeheimen Situationen der sozialen Isolation und Einsamkeit am Lebensende mittragen. Die Priorisierung und Verteilung von Ressourcen im Gesundheitswesen betrifft alle pflegerischen Bereiche.

Pflegefachpersonen erleben aktuell, dass ihre fürsorgliche Haltung und ihre Kompetenzen bis über die eigenen Belastungsgrenzen hinweg gefordert sind. Moralischer Stress und existentielle Erfahrungen haben negative Auswirkungen für die körperliche und mentale Gesundheit von Pflegenden. Der gesundheitliche Schutz und die gesellschaftliche Unterstützung von Pflegefachpersonen müssen gewährleistet sein. „Sorgearbeit ist ein existentieller Bestandteil unserer Gesellschaft“, betont der Vorsitzende der Ethikkommission Lutz Schütze. Pflegefachpersonen teilen mit der Gesellschaft die Verantwortung für die Erfüllung der gesundheitlichen und sozialen Bedürfnisse der Bevölkerung. Sie setzen sich für Gleichheit und soziale Gerechtigkeit bei der Verteilung von knappen Ressourcen im Gesundheitswesen ein.

Die Ethikkommission der Pflegekammer Niedersachsen möchte mit ihren Empfehlungen für Pflegefachpersonen, Teams und Organisationen eine Orientierungshilfe bieten und zu einer Diskussion auf den unterschiedlichen Ebenen des Gesundheitswesens anregen.

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