Entlassmanagement: Es ist Zeit, zu handeln

Der Rahmenvertrag Entlassmanagement vereinheitlicht seit dem 1. Oktober 2017 die nachstationäre Patientenversorgung.

  • André Elschenbruch, Vertriebsdirektor bei Telekom Healthcare Solutions  Foto: Telekom Healthcare SolutionsAndré Elschenbruch, Vertriebsdirektor bei Telekom Healthcare Solutions Foto: Telekom Healthcare Solutions

Was bedeutet das konkret für die Krankenhäuser? Und welche technische Unterstützung gibt es? André Elschenbruch, Vertriebsdirektor bei Telekom Healthcare Solutions beurteilt die Lage. Er verantwortet iMedOne, das Krankenhausinformationssystem des Bonner Konzerns, dieses verfügt u.a. über ein Modul für das Entlassmanagement.

M&K: Sie arbeiten täglich mit Klinikverantwortlichen zusammen. Was bekommen Sie mit, wenn es um das verpflichtende Entlassmanagement geht?

André Elschenbruch: Zuerst einmal ist das Thema für die Häuser mit zusätzlichem bürokratischen Aufwand und damit auch mit Zeit und Kosten verbunden. Dazu kommen Bedenken, ob mit der Einführung eines neuen Moduls auch Schulungen für Mitarbeiter notwendig werden. Insgesamt war die Nachfrage nach einer softwareseitigen Unterstützung des Entlassmanagements im Frühjahr verständlicherweise noch eher verhalten. Das hat sich allerdings geändert: Mit dem Inkrafttreten des Gesetzes steigt auch das Interesse der Klinikverantwortlichen. Dabei ist das Thema nicht neu. Viele Einrichtungen denken schon länger über ein Entlassmanagement nach, da sie wissen, welche Erleichterungen eine einheitliche Lösung mit sich bringen kann. Mit dem Gesetz bekommt das Thema neuen Schub. Für viele ist es der Auslöser, jetzt zu handeln.

Wie beurteilen Sie das neue Gesetz?

Elschenbruch: Die Verantwortung der Krankenhäuser hört nicht auf, wenn der Patient nach Hause geht. Im Gegenteil – für alle Beteiligten zählt zu einer guten Behandlung auch eine gute Entlassung, wie etwa die Dokumentation des Gesundheitszustands, die weitere Medikamentengabe oder auch die unmittelbar nach dem Krankenhausaufenthalt fortdauernde Arbeitsunfähigkeit des Patienten. Dafür soll das Gesetz für die sektorenübergreifende Versorgung dienen. Es gibt einen einheitlichen Standard vor, um die wesentlichen Elemente des Übergangs in die poststationäre Versorgung zu bündeln.

Wie genau unterstützt Ihr System die Kliniken bei diesem Prozess?

Elschenbruch: Das iMedOne Entlassmanagement federt den zusätzlichen bürokratischen Aufwand für die Kliniken ab, indem es Ärzte, Verwaltung und Pfleger durch den gesamten Prozess begleitet.

Dieser wird bereits bei der Aufnahme des Patienten initiiert, indem das System die erforderlichen Formulare und Dokumente automatisch bereitstellt. Mit der integrierten Checkliste haben alle Beteiligten jederzeit den Überblick über Status und anstehende Schritte. Kurz: Die Software steuert alle Anwender wie ein Lotse durch den gesamten Prozess.

Was ist für ein optimales Entlassmanagement entscheidend?

Elschenbruch: Wichtig ist, sich genau zu überlegen, wie vorhandene Elemente weiterhin genutzt und eingebunden werden können. Da in den Entlassungsprozess sehr viele Berufsgruppen involviert sind, sollte man vor allem darauf achten, Doppelungen bei den Prozessen zu vermeiden.

Wie geht es weiter?

Elschenbruch: Wir gehen davon aus, dass es noch einen erheblichen Schub im Hinblick auf Zusatzfunktionen des Entlassmanagements geben wird, wenn sich der erste Staub gelegt hat. Dazu gehören unter anderem die digitale Medikationserfassung oder die Verwendung des Blankoformulardrucks. Grundsätzlich lässt die Verordnung den Kliniken genügend Spielraum, um die Nutzungstiefe der digitalen Akte weiter auszubauen.

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