Medizin & Technik

Elblandkliniken starten mit roboterassistierten Operationsmethode

21.05.2012 -

Im Elblandklinikum Riesa wurden die ersten Operationen mit dem neuen Da-Vinci-Si-System durchgeführt, das von dem amerikanischen Robotics-Hersteller Intuitive Surgical entwickelt wurde. Das Gerät ermöglicht hochpräzise, roboterassistierte Operationen in den Fachbereichen Gynäkologie, Urologie und Viszeralchirurgie.

„Wir sind sehr stolz, dass wir nun ein solches High-End-System im Elblandklinikum Riesa einsetzen können und unseren Patienten dadurch ein deutlich verbessertes medizinisches Leistungsspektrum anbieten können", freute sich der Ärztliche Direktor Chefarzt PD Dr. Roland Zippel. „Die Methode ist quasi eine Weiterentwicklung der minimal-invasiven Chirurgie, allerdings mit einer immens verbesserten Handhabbarkeit."

Der ersten Operation mit dem neuen System in Riesa waren monatelange Vorbereitungen vorausgegangen. „Wir haben uns das System in den USA im Einsatz angesehen und uns intensiv mit bereits sehr erfahrenen Robotics-Operateuren ausgetauscht", erklärt Prof. Dr. Dirk Kieback. Der Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde in Riesa hatte sich sehr dafür eingesetzt, ein solches System in den Elblandkliniken einzuführen. „Das Team hat sowohl in den USA als auch im Trainingscenter der Herstellerfirma in Straßburg trainiert und ist nun als Robotics-Operations-Team zertifiziert", so Prof. Kieback weiter.

Mit der roboterassistierten Operationsmethode ist eine für den Patienten schonende minimal-invasive Chirurgie schneller, präziser und technisch einfacher durchzuführen.

Das neue System bietet viele ­Vorteile

Das roboterassistierte Operieren hat die minimal-invasive Behandlungsoption für solche Krankheiten oder komplexe Operationen erst möglich gemacht, die bislang technisch zu kompliziert für reine Laparoskopie waren oder im Vergleich zur offenen Operation zu lange gedauert hätten. Operateure, die Erfahrung mit dem Da-Vinci-Roboter haben, berichten von kürzeren Aufenthalten im Krankenhaus, schnellerer Erholung, weniger Infektionen, weniger Blutungen während des Eingriffs, weniger Bluttransfusionen, weniger postoperativen Schmerzen und weniger Narbengewebe bei vergleichbaren Heilungsraten bzw. vergleichbaren Erfolgsraten für Krebsoperationen.

Im Bereich der Gynäkologie kann das bereits vorhandene breite Spektrum minimal-invasiver Operationen durch die Assistenz des Roboters jetzt auch auf solche Eingriffe ausgedehnt werden, die bisher für optimale Resultatqualität noch einen offenen Eingriff benötigten. Hierzu zählen im Bereich der Tumorchirurgie die Behandlung des Gebärmutterhalskrebses und des Gebärmutterkörperkrebses. Gerade auch im Hinblick auf eine möglichst schonende Durchführung der hierbei notwendigen Lymphknotenentfernung bedeuten das räumliche Sehen und die maximale Bildvergrößerung bei zitterfreiem Bild und optimal beweglichen Instrumenten einen wesentlichen Fortschritt. Im Bereich der Beckenbodenchirurgie können jetzt komplizierte Wiederholungseingriffe, die bisher zum Teil noch einen Bauchschnitt erforderlich machten, robotergestützt minimal-invasiv durchgeführt werden. Auch in einigen Fällen von ungewollter Kinderlosigkeit lassen sich die hier zum Teil mikrochirurgischen Eingriffe an Gebärmutter und Eileiter robotergestützt in einer neuen Dimension von Präzision durchführen. Für alle diese Eingriffe gilt, dass aufgrund des minimal-invasiven Vorgehens die Belastung der Patientin durch die Operation so gering wie möglich gehalten werden kann und damit die postoperative Erholungsphase sehr rasch verläuft und der Krankenhausaufenthalt kurz gehalten werden kann.

Bei Prostataentfernungen kann deutlich häufiger die Erektionsfähigkeit der Patienten erhalten werden. Allerdings können wie bei jedem Eingriff keine Erfolgs-Garantien gegeben werden, da Krankheitsstadium und patientenspezifische Faktoren erheblich voneinander abweichen und zu Komplikationen führen können. Das Da-Vinci-System ist nicht für jeden Patienten und jede Situation geeignet. Die Eignung muss zuvor im individuellen Gespräch abgeklärt werden.

Einziger deutscher Klinikstandort mit zwei Operateurskonsolen

Zukünftig erfolgt der Einsatz desDa- Vinci-Si-Systems im Elblandklinikum Riesa, welches eigens dafür ein Robotics-Zentrum gegründet hat. Dies vor allem vor dem Hintergrund, dass mit der Klinik für Urologie und der Frauenklinik sowie der Viszeralchirurgie gleich drei wichtige Fachgebiete diese neue Therapiemöglichkeit interdisziplinär für die Patienten der Elblandkliniken nutzen können.

Als einziger Standort in Deutschland verfügt Riesa über eine doppelte Operateurskonsole. Dadurch können bei Bedarf zwei Operateure gleichzeitig robotische Instrumente bedienen, wodurch integriert interdisziplinäre Roboteroperationen möglich werden, für Deutschland ein absolutes Novum.

Zunehmend werden klassische Methoden wie offene oder rein laparoskopische Verfahren durch die neue Operations-Methode ersetzt. In großen Zentren in den USA ist es mittlerweile bei bestimmten Krankheitsbildern selten geworden, eine offene oder rein laparoskopische Operation durchzuführen, weil in der Regel alles roboter­assistiert mit dem Da-Vinci-System operiert wird.

Ein Beispiel aus dem Fachbereich Urologie zeigt eine beeindruckende Entwicklung: Während 2004 in den USA nur ca. 5 % aller Prostatakrebsoperationen mit Da Vinci durchgeführt wurden, werden es im Jahr 2012 fast 90 % sein. Heute sind weltweit fast 2.000 Da-Vinci-­Systeme in 1.450 Krankenhäusern erfolgreich im Einsatz. In Ostdeutschland ist das System außer im Elblandklinikum Riesa nur an vier weiteren Kliniken im Einsatz.

 

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