Mehr Präzision bei der Operation des Mammakarzinoms

Uniklinik Köln „tagged“ den Tumor

  • Localizer Foto: HologicLocalizer Foto: Hologic

Der klassische Markierungsdraht wurde im zertifizierten Brustzentrum der Uniklinik Köln seit diesem Jahr durch eine Neuerung abgelöst.

Als erste Einrichtung in Deutschland setzt das Zentrum zur  Lokalisierung nicht tastbarer Mammakarzinome den Localizer von Hologic ein. Dieser implantierbare Chip – auch Tag genannt - übermittelt dem Operateur aktiv seine exakte Position mittels RFID-Technologie.

Vorteile beginnen bei der Vorbereitung

Schon die ersten Mamma-Operationen mithilfe des Localizers lieferten Dr. Wolfram Malter, Leiter des Brustzentrums, die Bestätigung für den hohen praktischen Nutzen der drahtlosen Markierung – sowohl für den Operateur als auch für die Patientin. Und der beginnt bereits bei der OP-Vorbereitung: „Die Platzierung des Tags ist vergleichbar zu dem des Drahtes und erfolgt entweder unter Einsatz der Sonographie oder Mammographie. Allerdings sind die Risiken der Platzierung geringer. Es findet kein ‚Überstechen‘ oder zu tiefes Eindringen statt, der Tag kann im Gegensatz zum Draht nicht verrutschen und sogar minimal nachjustiert werden. Die Platzierung des Tags im dreidimensionalen Brustgewebe ist im Vergleich zum Draht also einfacher, die spätere Lokalisation präziser und das Ergebnis der Operation zufriedenstellender. Ein großer Vorteil für die Patientinnen: Es ragt kein Draht aus ihrer Brust und die Stelle muss nicht mit einem Pflaster abgeklebt werden, was ebenfalls das Risiko birgt, dass der Draht verrutscht, wenn es entfernt wird.“

Theoretisch kann die Markierung des zu entfernenden Gewebes sogar bis zu 3 Wochen vor der  Operation stattfinden. So werden die Abläufe am OP-Tag planbarer, eine Verzögerung bei der Markierung zieht keine verspätete Operation und die damit verbunden Kosten nach sich. Im Kölner Brustzentrum werden die Markierungen trotzdem am OP-Tag gelegt, auch, weil viele der Eingriffe unter Sonographie und damit vom Operateur selbst durchgeführt werden können. „Auch dahingehend ist der Einsatz des LOCalizers sehr praktikabel. Hier in Deutschland werden Mammakarzinomoperationen von auf Brustoperationen spezialisierten Gynäkologen durchgeführt.

Und die haben eine hohe Kompetenz in Sachen Ultraschall, was die Platzierung des Tags nochmal vereinfacht“, ergänzt Wolfram Malter.

Präzisere OP-Ergebnisse

Doch nicht nur die Vorbereitung des Eingriffs, sondern auch der Eingriff selbst läuft reibungsloser, exakter und sicherer ab. Z. B., weil dem Operateur die Orientierung während der Operation leichter fällt, wie der Leiter des Brustzentrums erklärt: „Während der Vorbereitung und der Operation verändert die Brust ständig ihre Form. Z. B., weil sich die Patientin bewegt, die Brust anders gelagert wird oder die Markierung mit komprimierter Brust stattfand. Das kann dazu führen, dass wir die Drahtspitze während des Eingriffs nicht gut identifizieren können und uns am Draht entlang vorarbeiten müssen – mit dem Ergebnis, dass mehr Gewebe als nötig entnommen werden muss. Der Tag des Localizers gibt dem Lesegerät ständig seine genauen Koordinaten an, egal, in welcher Lage sich die Brust befindet. Wir können uns sehr präzise in jede räumliche Richtung bewegen und wissen immer genau, wo der Tag und damit unser exaktes Target liegt. Darum können wir mit dem Localizer in bestimmten Fällen gewebsschonender operieren.“

Aufgrund der zuverlässigen und sicheren Lokalisierung des Tags wird der Eingriff zur Entfernung eines Mammakarzinoms auch ein Stück weit unabhängiger von der Erfahrung des Operateurs – was die Qualität der Operation steigert. Überhaupt ist Malter davon überzeugt, dass dank des Localizers letztlich bessere Ergebnisse, auch aus kosmetischer Sicht, erzielt werden können: „Eine entsprechende Studie steht noch aus, aufgrund der bisherigen Erfahrungen mit dem Localizer denke ich aber, dass wir in der Lage sind, präziser zu operieren und dadurch kleinere Gewebsareale entfernen können.“
 

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