Seltene Nervenerkrankungen – ein häufiges Problem

Nervensonografie: sichere Methode zur Diagnostik von Erkrankungen peripherer Nerven

  • Die Nervensonografie mit speziellem Oberflächen-Schallkopf erlaubt nicht nur die Darstellung eines Nervs, sondern stellt auch sämtliche ihn umgebenden Strukturen präzise dar. Die Nervensonografie mit speziellem Oberflächen-Schallkopf erlaubt nicht nur die Darstellung eines Nervs, sondern stellt auch sämtliche ihn umgebenden Strukturen präzise dar.

„Seltene Erkrankungen der peripheren Nerven sind paradoxerweise ein häufig auftretendes Problem im klinischen Tagesgeschäft", so Dr. Henrich Kele, niedergelassener Neurologe der Praxis für Neurologie am Neuen Wall in Hamburg und Seminarleiter für Nervensonografie der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM). „In der Praxis suchen uns mehrere Patienten täglich auf, die seit Langem an unerklärlichen Schmerzen, Lähmungen oder Empfindungsstörungen in den Extremitäten leiden. Häufig gelten diese Patienten als bereits austherapiert, sind von Arzt zu Arzt gewandert, manchmal steht sogar eine Berentung bevor. Es ist daher wichtig, die bestmögliche Diagnostik einzusetzen, um eine seltene Erkrankung nicht zu übersehen."

Die Nervensonografie mit einem speziellen Oberflächen-Schallkopf erlaubt nicht nur die Darstellung eines Nervs, sondern stellt auch sämtliche ihn umgebenden Strukturen präzise dar. Nerventumore, Nervenentzündungen, Nervenverletzungen oder Nervenkompressionen sind so gut zu erkennen und zu lokalisieren. Philips ist einer der wenigen Hersteller, der ein High-End-Ultraschallgerät mit einem hochfrequenten Oberflächen-Schallkopf in optimaler Qualität anbieten, sodass auch kleinste Veränderungen präzise darstellbar sind. Eine gute Technik erleichtert daher einerseits den Einstieg in die Nervensonografie erheblich, und auch später bringt sie mehr Sicherheit bei der Interpretation und Diagnosestellung. „Methodisch ist die Nervensonografie für den Anfänger eine zunächst schwierige Methode, da sich der Arzt im Vorwege eine komplexe Anatomie einprägen muss. Aber je besser die Technik, umso einfacher die Interpretation der Befunde und somit die Sicherheit bei der Diagnosestellung", betont Kele.

Schätzungsweise leiden im Verlauf des Lebens etwa 15% der Menschen an Nervenschädigungen unterschiedlichster Art. Bei der Erkennung dieser Erkrankungen stößt die gängige Funktionsdiagnostik in der Neurologie oft an ihre Grenzen. Die Elektromyografie und Elektroneurografie (EMG und ENG) ist zwar entscheidend für die Beurteilung der Funktion eines Nerven und kann mittels Überprüfung der Reizweiterleitung den wahrscheinlichen Schädigungsort bestimmen, die direkte Darstellung einer Nervenschädigung und vor allem deren Ursache erlaubt sie jedoch nicht.

Als Leiter der neurologisch-neurochirurgischen Spezialambulanz in der Universitätsklinik Gießen hat Kele bereits vor fünf Jahren angefangen, sich mit der Nervensonografie intensiv zu beschäftigen.

„Die Qualität der Bilder hat sich im Lauf der letzten Jahre im Ultraschall so eklatant verbessert, dass man mittlerweile problemlos den gesamten Verlauf eines Nerven in der Extremität und seine ihn umgebenden Strukturen darstellen kann. Endlich kann man sehen, auf welcher Höhe der Nerv geschädigt ist und was die Schädigung verursacht hat."

Mit der Verfügbarkeit neuer diagnostischer Verfahren wie der Nervensonografie können heute immer mehr seltene Erkrankungen aufgedeckt werden, und es ist zu erwarten, dass die Anzahl solcher früher nur schwer zu diagnostizierender Krankheiten steigen wird - die Erkrankungen im Bereich des peripheren Nervensystems scheinen also gar nicht so selten zu sein, sie wurden in der Vergangenheit nur nicht immer als solche erkannt.

Mit ihrer zunehmenden Verbreitung wird die Nervensonografie inzwischen auch zur Vorbereitung, insbesondere von mikrochirurgischen oder endoskopischen Eingriffen, immer häufiger herangezogen. Der operierende Arzt kann sich so schon im Vorfeld ein exaktes Bild aller relevanten anatomischen Strukturen machen und Operationsrisiken entgegenwirken. „Ich bin begeistert von der Genauigkeit und den vielfältigen Möglichkeiten dieser Methode und setze mich aktiv dafür ein, dass sie sich in der Diagnostik nicht nur der seltenen, sondern aller Erkrankungen der peripheren Nerven etabliert und auch den chirurgisch oder orthopädisch tätigen Kollegen in der Diagnostik weiterhilft", so betont Kele.

Kontakt:
Dr. Henrich Kele

Fachärzte für Neurologie & Psychiatrie
D-Hamburg
Tel.: 040/3435-41
kele@neurologie-neuer-wall.de

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