„Verba docent, exempla trahunt!“ …

… Wörter belehren, Beispiele wirken: Nachlese zum Endo Club Nord

Der diesjährige Endo Club Nord am 6. und 7. November in Hamburg zog über 2.500 Ärzte, Pfleger und Studenten an, um u.a. dabei zu sein, wenn im internationalen Congress Centrum endoskopische Operationen in Echtzeit live auf eine Riesenleinwand übertragen werden. Seit nunmehr 18 Jahren veranstaltet der Endo Club Nord den „größten praktischen Endoskopiekurs der Welt", wie Ole von Beust die Veranstaltung salopp und treffend bezeichnete. Den drei ausrichtenden Krankenhäusern, der Asklepios Klinik Altona, der Asklepios Klinik Barmbek und dem Universitätsklinik Eppendorf, ist es dabei gelungen, dieses Forum zu höchstem internationalen Ansehen zu führen.

Unter Leitung von Prof. Dr. Friedrich Hagenmüller (Asklepios Klinik Altona), Prof. Dr. Thomas Rösch (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf) und Priv.-Doz. Dr. Siegbert Faiss (Asklepios Klinik Barmbek) richtet sich der Kongress an Ärzte, Pflegepersonal und Studierende, mit dem Ziel, die endoskopische Aus- und Weiterbildung zu fördern. Mittlerweile hat sich die jährlich im November stattfindende Veranstaltung zu einer internationalen Institution für Spezialisten aus der ganzen Welt entwickelt.

1991 als praxisorientiertes Fortbildungsforum für die gastroenterologische Endoskopie gegründet, wurde der Endo Club Nord sehr schnell zu einem Katalysator für die Modernisierung minimal invasiver gastroenterologischer Operationsmethoden und - damit Hand in Hand gehend - zu einem wichtigen Impulsgeber für die Entwicklungsabteilungen der medizintechnischen Industrie.
So ist es kein Zufall, dass der gerade von einer hochrangigen Jury zum „Superbrand Germany 2009/2010" gewählte Elektronikriese Olympus bereits beim ersten Endo Club Nord als Partner auftrat und dies heute immer noch tut. Denn flexible und starre Endoskope, wie Olympus sie entwickelt, spielen heute sowohl bei der Krebsvorsorge als auch bei minimal invasiven Therapien eine entscheidende Rolle.

„Verba docent, exempla trahunt!" - Wörter belehren, Beispiele wirken! - wussten bereits die antiken Mediziner, und diesem Motto werden die Veranstalter in beeindruckender Weise gerecht. So erlebten die Teilnehmer live u.a. die endoskopische Submukosa-Dissektion (ESD) eines Frühkarzinoms, durchgeführt von Priv.-Doz.

Dr. Siegbert Faiss aus der Asklepios Klinik Barmbek und dem japanischen Spezialisten Prof. Dr. Naohisa Yahagi.

Bisher war die kurative Entfernung von Speiseröhren- oder Magenfrühkarzinomen ausschließlich durch operative Verfahren möglich. Die auf der Veranstaltung vorgestellte neue Technik der ESD erlaubt jetzt eine kurative Entfernung von Frühkarzinomen nach onkologischen Kriterien bei vollständigem Erhalt des betroffenen Organs. Eine weitere Besonderheit des Endo Club Nord, die auch in diesem Jahr wieder großen Anklang fand: Die Präsentationen sind interaktiv, sodass über die Moderatoren im CCH direkt mit dem operierenden Mediziner kommuniziert werden kann.

Zu den Schwerpunkten der diesjährigen Veranstaltung zählten insbesondere die Themen Hämorrhoiden und Darmkrebs-Vorsorge.

„Über die Hälfte der Bevölkerung leidet im Laufe des Lebens irgendwann einmal unter Hämorrhoidalbeschwerden", so Prof. Dr. Hagenmüller, „damit ist das Hämorrhoidalleiden die häufigste Erkrankung des Darms." Zur Behandlung mäßig ausgeprägter Hämorrhoidenbefunde werden endoskopische Methoden eingesetzt. Stark ausgeprägte Befunde mit Prolaps der Hämorrhoiden durch den Analkanal sind Kandidaten für chirurgische Operationsverfahren. Allen Verfahren gemeinsam seien gute Erfolgsraten von über 80%. Allerdings käme es sowohl bei den endoskopischen wie bei den chirurgischen Verfahren im langzeitigen Verlauf zu einem erneuten Auftreten der Hämorrhoiden mit einer Rezidivquote zwischen 20 und 60%. Wenngleich die Rate schwerwiegender Komplikationen im Promillebereich liege, könnten alle interventionellen und chirurgischen Verfahren auch sehr ernste Komplikationen nach sich ziehen, wenn es zu einer Infektion des perianalen Gewebes oder gar zu einer Sepsis käme. „Ein neuer Weg der Hämorrhoidenbehandlung ist die Argon-Plasma-Koagulation der Hämorrhoiden; hierbei handelt es sich um eine berührungsfreie Elektrokoagulation, die zur Thrombosierung und Vernarbung der Hämorrhoidalknoten führt", so Prof. Hagenmüller. Die Behandlung sei im Vergleich zur Gummiligaturbehandlung auch für drittgradige Hämorrhoidenbefunde geeignet. Bei einer Pilotserie in der Asklepios Klinik Altona sind bei den ersten 50 Patienten keine schwerwiegenden Komplikationen aufgetreten.

Auch die Darmkrebsvorsorge ist ein zentrales Thema der Gastroenterologie - die Methoden reichen hier vom simplen Stuhltest bis zur aufwendigeren direkten Darmspiegelung mit Hightech-Bildgebung. Auf dem Endo Club Nord wurde aus dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf ein neues Zusatzgerät („Third Eye") vorgestellt, das hinter die Darmfalten sehen und so mehr Darmpolypen finden kann. „Wir erhoffen uns durch neue Techniken einen besseren Vorsorge-Effekt, indem wir mehr potentiell gefährliche Polypen aufspüren und entfernen können", so Prof. Dr. Rösch, Leiter der Klinik für Interdisziplinäre Endoskopie am UKE. Die Techniken der hochauflösenden Endoskopie sowie der Entfernung großer Polypen wurden ebenfalls aus dem UKE vorgestellt.

 

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