Medizin & Technik

Ganzheitliche Krebsnachsorge bei Brustkrebs - Pilotprojekt der Siemens-Betriebskrankenkasse in Berlin

07.03.2013 -

Ganzheitliche Krebsnachsorge bei Brustkrebs - Pilotprojekt der Siemens-Betriebskrankenkasse in Berlin. Allein die Bildung neuer Tumore zu erkennen, reicht in der Brustkrebsnachsorge nicht aus.
Aus der Praxis ist bekannt, dass Patientinnen zusätzliche Unterstützung und Betreuung brauchen. Leider gibt es für die psychosoziale Brustkrebsnachsorge in Deutschland aber noch keine verbindlichen Standards.
Die Siemens- Betriebskrankenkasse (SBK) will dem jetzt entgegenwirken und hat mit dem Ev. Waldkrankenhaus in Berlin-Spandau und der erfahrenen Psychoonkologin Dr. Kristina Brode ein Pilotprojekt gestartet.
Ziel des Projektes ist, neue Maßstäbe in der Nachbetreuung zu setzen.

Der Status quo gestaltet sich oft wie folgt: Der Großteil der Brustkrebspatientinnen versucht nach einer OP, zu schnell wieder in den Alltag zurückzukehren und verdrängt dabei Sorgen und Ängste.
Nur in Ausnahmefällen erreichen die Frauen auf diesem Weg wieder eine hohe Lebensqualität. Viele Patientinnen artikulieren ihre Gefühle nicht, leiden still vor sich hin, aber geben sich nach außen ganz munter.
Beratungsangebote nutzen sie währenddessen nur selten. Gerade die verdrängte Angst wirkt sich negativ aus. Sie schwächt die Frauen und sie suchen erst wieder Hilfe, wenn sie erneut erkranken oder bereits alle medizinischen Möglichkeiten ausgeschöpft sind.
Die Folgen können Traumatisierung und Depressionen sein.

Mangelndes Zusammenwirken
Im Übergang von medizinischer auf psychologische Versorgung ist die Schnittstelle völlig ungeregelt – es gibt schlicht kein durchgängiges Nachsorgeangebot.
Hinzu kommt, dass die Frauen entweder zu viel oder zu wenige Informationen haben. Auch hat nach einer Teilamputation eine 40-jährige Patientin andere Bedürfnisse als eine 70-jährige.
Es gibt hier einen echten Widerspruch: Die Patientinnen klagen über fehlende Hilfsangebote in den Krankenhäusern, gleichzeitig zeigt sich aber ihre Scheu, psychologische Nachbetreuungsmaßnahmen anzunehmen, die von den Krankenhäusern angeboten werden.

Integrationsvertrag
Aus diesem Grund nutzt die Siemens- Betriebskrankenkasse jetzt die Möglichkeit des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes, Verträge direkt mit Leistungserbringern zu schließen (§ 140b SGB V).
Maßgabe für alle Verträge ist dabei ausschließlich die Frage: Was wäre aus Kundensicht eine optimale Versorgung? Und beim Thema Brustkrebsnachsorge heißt das: Wie kann das richtige Angebot, zum richtigen Zeitpunkt, mit dem richtigen Inhalt, an welchem Ort den Patientinnen unterbreitet werden?
Patientinnenorientierung heißt hier ganz konkret, die Patientinnen zu beraten und Fachgebiete übergreifend eine Vernetzung der unterschiedlichen Leistungserbringer zu konzipieren.
Da die Siemens-Betriebskrankenkasse auf eine bessere Krebsnachsorge langfristig Einfluss nehmen will, ist es nahe liegend, den Vertrag mit dem Ev. Waldkrankenhaus Berlin-Spandau mit einem Pilotprojekt zu verbinden, um verlässliche wissenschaftliche Nachweise erbringen zu können.

Pilotprojekt
An rund 100–150 Frauen wird über einen Zeitraum von zwei Jahren wissenschaftlich untersucht, ob eine strukturierte Verknüpfung des dreistufigen Lern- und Motivationsprogramms dazu führen kann, dass Patientinnen über neue Verhaltensmöglichkeiten zu mehr Lebensqualität zurückfinden.
Werden in Stufe 1 zunächst Vertrauen aufgebaut und Selbsthilfetechniken vermittelt, geht es in Stufe 2 besonders darum, in Einzelgesprächen Informationen zu vermitteln und Selbstvertrauen aufzubauen.
Die letzte Stufe dient – nach Ende der medizinischen Betreuung – dazu, den Patientinnen durch gezielte Gruppenarbeit den Wiedereinstieg in den Alltag zu erleichtern.
Es wird abschließend verglichen, ob die Frauen ihre Lebensqualität nach zwei Jahren höher einschätzen als Patientinnen der Kontrollgruppen, die weniger intensiv und vernetzt betreut werden. Die Lebensqualität wird dabei z.B. gemessen an: Angstreduktion, Übernahme von Eigenverantwortung, Steigerung des Selbstwertgefühls usw.
Lässt sich nach der zwölfmonatigen Teilnahme der Patientinnen an diesem Projekt ein „Mehr“ an Lebensqualität wissenschaftlich nachweisen, ist der Grundstein für neue psychoedukative Betreuungsangebote gelegt. Auf der Basis der Ergebnisse kann die ärztliche, stationäre Therapie mit einer ambulanten physiotherapeutischen und psychotherapeutischen Versorgung verknüpft werden.
Daraus ließe sich dann eine flächendeckende, kostengünstige Standardversorgung ableiten.

Kontakt:
Siemens Betriebskrankenkasse,
Zentrale, München
Tel.: 0180/2212325
Fax: 0180/2212326
info@sbk.org
www.sbk.org

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