Uniklinikum Bonn: Studienvergleich zweier Augmentationsverfahren

Ballon-Kyphoplastie versus Radiofrequenz-Kyphoplastie

  • Speziell entwickelter Zement wird maschinell in den porösen Wirbelkörper gespritzt und umschließt lückenlos das Knochengewebe – ohne dabei die Mikroarchitektur zu zerstören.Speziell entwickelter Zement wird maschinell in den porösen Wirbelkörper gespritzt und umschließt lückenlos das Knochengewebe – ohne dabei die Mikroarchitektur zu zerstören.

Im Rahmen einer operativen Versorgung führte die Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie in Bonn eine prospektive Studie zweier Augmentationsverfahren durch. Im Zeitraum von Juli 2009 bis September 2010 verglichen Mediziner die Daten der Ballon-Kyphoplastie (BKP) mit der Radiofrequenz-Kyphoplastie (RFK) in zwei größeren Patientengruppen zu je 114 Personen. Dabei achteten sie streng auf gleiche Indikation und Ausgangswerte (matched pairs). Als Messparameter dienten ihnen Schmerzintensität, Wirbelkörperhöhe, Kyphosewinkel, Zementaustritte sowie Operationsdauer, um die Wirksamkeit und Sicherheit der beiden Verfahren zu testen.

Schmerzhaft osteoporotische Wirbelkörperfrakturen schränken die Lebensqualität Betroffener stark ein und oftmals reichen konservative Therapiemaßnahmen nicht aus. In den letzten 10 Jahren galt die Ballon-Kyphoplastie (BKP) zur Linderung und gleichzeitigen Stabilisierung der Wirbel als State of the Art. Seit Kurzem stehen jedoch die unvermeidbare Zerstörung der Mikroarchitektur infolge der notwendigen Balloninflation sowie eine geringe Verzahnung des Zements mit der Knochensubstanz zur Diskussion. Zudem gilt es als wünschenswert, die bei der BKP auftretenden Raten an Zementextrusionen weiter zu senken. Da zu Beginn der Studie wenige Resultate der Radiofrequenz-Kyphoplastie (RFK) vorlagen, sollte unter diesen Umständen eine größere Datensammlung zum neuen Verfahren erstellt werden.

Studienergebnisse
Bei der Auswertung des vorliegenden Materials ergaben sich signifikante Unterschiede: Bezogen auf die Patienten, zeigte sich bei der Schmerzlinderung eine gesicherte Überlegenheit in der RFK-Gruppe. Daneben reduzierte sich die durchschnittliche Operationsdauer bei der RFK im Vergleich zur BKP um etwa die Hälfte. Was für die Organisation des Klinikbetriebes und hinsichtlich des Kostenaufwands weitere Vorteile schafft. Auch bei der Zementverschleppung ergaben sich zugunsten der RFK wesentliche Unterschiede. In der Wirbelkörperhöhe sowie beim Kyphosewinkel stellten die Mediziner keine nennenswerten Abweichungen fest.

Fazit
Im klinischen Alltag erweist sich die neue Methode durch die lange und maschinell kontrollierbare Verarbeitungszeit als hervorragend geeignet.

Die Gegenüberstellung der Studiendaten zeigt weitere Vorteile für die RFK hinsichtlich Schmerzlinderung, Zementaustritten und Operationsdauer, wobei klinische und radiologische Parameter keine Unterlegenheit des neuen Verfahrens aufzeigen. Unter diesen Aspekten bleibt die Frage zu prüfen, inwieweit sich der Einsatz der Ballontechnik als weiterhin notwendig erweist, wenn vergleichbare Resultate bezüglich der Aufrichtung und Stabilität von gesinterten Wirbelkörpern mit der RFK erreicht werden können.

 

 

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