Hygiene

AGE Reader - zuverlässiges Messgerät

04.09.2015 -

Der Diabetes Kongress der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) fand in diesem Jahr unter dem Motto „Personalisierte Diabetologie: innovativ – individuell – nachhaltig“ statt.

Eine wichtige Rolle in der personalisierten Diabetestherapie kommt der Einschätzung des individuellen kardiovaskulären Risikos (CVR) zu. Ein starker Prädiktor für kardiovaskuläre Komplikationen ist die Menge an Advanced Glycation Endproducts (AGEs) im Gewebe, die aufgrund ihrer Fluoreszenz in der Haut gemessen werden können. Auf dem Kongress diskutierten renommierte Diabetologen über die Bedeutung der AGEs und berichteten über ihre Erfahrungen mit der nichtinvasiven Messung der Autofluoreszenz der Haut mit Hilfe des AGE Readers. Das innovative Gerät ermöglicht nicht nur eine sofortige Diagnose und Einschätzung des kardiovaskulären Risikos bei Diabetes mellitus, sondern liefert dem Arzt auch die notwendigen Informationen für die Aufstellung eines individualisierten Behandlungsplans seines Patienten.

Patienten mit Diabetes mellitus weisen ein stark erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre ischämische Ereignisse auf. Die kardiovaskuläre Mortalität ist gegenüber Nicht-Diabetikern stark erhöht. „Das CVR des Diabetikers zu reduzieren ist daher das wichtigste Ziel unserer präventiven Therapie”, betonte Dr. Matthias Kaltheuner, Leverkusen. Für die Einschätzung des CVR stehen momentan verschiedene Risikokalkulatoren zur Verfügung, wie z.B. PROCAM Sore, UKPDS Rechner, Arriba, Score Projekt oder Framingham Score. Die mit den verschiedenen Kalkulatoren ermittelten Angaben des CVR variieren jedoch erheblich, so dass keine exakte Risikobestimmung möglich ist und diese für den Praxisalltag ungeeignet erscheint. „Eine zuverlässige ‚Messung’ des CVR wäre eine gute Lösung”, erklärte Kaltheuner.

AGEs in der Haut

Verschiedene Untersuchungen haben gezeigt, dass die Anreicherung von Advanced Glycation Endproducts im Gewebe, nicht im Blut, ein wesentlicher Biomarker für metabolischen und glykämischen Stress darstellt und sich zur Einschätzung des CVR sehr gut eignet, erläuterte Dr. Martin Reuter, Jena. AGEs entstehen durch eine Kette chemischer Reaktionen, an deren Anfang eine nichtenzymatische Glykierung von Proteinen steht. Dieser natürliche Prozess läuft verstärkt bei Hyperglykämie, Hyperlipidämie und oxidativem Stress ab. AGEs sind entscheidend an der Entwicklung von Diabetes mellitus, kardiovaskulären Erkrankungen und einer Vielzahl von weiteren altersabhängigen chronischen Krankheiten beteiligt, so Reuter weiter. Die AGE-Anreicherung im Gewebe ist ein wichtiger Prädiktor kardiovaskulärer Komplikationen. Dies hat bereits Eingang in die ESC/EASD-Leitlinien Diabetes, Prä-Diabetes und kardiovaskuläre Erkrankungen gefunden.

Zuverlässige Einschätzung des CVR

Die bisherigen AGE-Messmethoden sind kompliziert, unzuverlässig, teuer und teilweise invasiv. Die AGEs weisen größtenteils eine charakteristische Fluoreszenz auf, die im Hautgewebe gemessen werden kann. Hierfür steht nun eine schnelle nicht-invasive Messmethode zur Verfügung, berichtete Reuter. Der AGE Reader mit seiner innovativen Technologie ermöglicht eine AGE-Diagnostik ohne Blutentnahme oder Biopsie. Gemessen wird dabei die Fluoreszenz in der Unterarmhaut des Patienten: Je höher der AGE-Level, desto stärker die Autofluoreszenz der Haut. Innerhalb von 12 Sekunden liegt das Messergebnis des AGE Readers vor und ermöglicht dem Arzt eine zuverlässige Einschätzung des individuellen CVR des Patienten, so Reuter. Auf diese Weise können Patienten mit erhöhtem Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse frühzeitig identifiziert werden. AGEs sind ein unabhängiger Prädiktor für mikrovaskuläre Komplikationen bei Typ-2-Diabetikern und der beste einzelne Prädiktor – nach dem Lebensalter – für kardiovaskuläre Mortalität, wie Studien gezeigt haben.

Durch den AGE Reader ist gezielte und frühzeitige Therapie möglich

Die praktische Anwendung des AGE Readers ist völlig unkompliziert und schmerzfrei für den Patienten. Seit etwa zehn Jahren wird das Gerät erfolgreich in Kliniken und Praxen eingesetzt. Da die ESC/EASD-Leitlinien bereits 2013 darauf hingewiesen haben, dass die Messung der AGEs in der Haut zukünftig eine gute Methode zur Risikostratifizierung bei Diabetes darstellen können, steht nun tatsächlich ein zuverlässiges Messgerät – der AGE Reader – dafür zur Verfügung, erläuterte Dr. Alin Stirban, Remscheid. „Mit Hilfe des AGE Readers können wir die Therapie ganz gezielt auf die individuelle Situation unserer Patienten abstimmen und sind in der Lage, den kardiovaskulären Komplikationen frühzeitig vorzubeugen”, lautete das Fazit von Stirban.

„Der AGE Reader ist eine wichtige technologische Innovation, die in Zukunft Diagnose und Therapie von Diabetes mellitus und anderen altersabhängigen chronischen Erkrankungen stark beeinflussen wird”, erklärte Bart van den Berg, CEO von Diagnoptics Technologies. „ Wir freuen uns, den Ärzten mit dem AGE Reader eine Möglichkeit an die Hand geben zu können, zuverlässig das CVR des Patienten einzuschätzen und einen entsprechenden individualisierten Behandlungsplan aufzustellen“, so van den Berg weiter.

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