Hygiene

Zervixkarzinome: HPV-Genotypen 16, 18 und 45 am häufigsten verantwortlich

15.11.2010 -

In der weltweit bisher umfangreichsten Analyse von Genotypen des humanen Papillomvirus (HPV) konnten die Hochrisiko-Typen 16, 18 und 45 mit Abstand am häufigsten in invasiven Zervixkarzinomen nachgewiesen werden. Die Autoren der im Oktober 2010 in Lancet Oncology online erschienen Untersuchung plädieren deshalb dafür, sich bei HPV-DNA-Genotypisierungstests auf diese drei Hochrisikotypen zu fokussieren. Das Unternehmen Qiagen bietet bereits einen Test an, der die 13 häufigsten Hochrisiko-HPV-Typen nachweist (digene HPV Test) und weltweit als Goldstandard gilt. Bisher ist es das einzige Unternehmen, das darüber hinaus in Kürze einen CE-validierten Test speziell zur Identifikation der HPV-Genotypen 16, 18 und 45 auf den Markt bringen wird.

Voraussetzung für die Entstehung eines Zervixkarzinoms ist die Infektion mit einem onkogenen humanen Papillomvirus. Bisher wurden 118 verschiedene HPV-Typen isoliert und sequenziert. Etwa 40 HP-Viren infizieren den Genitaltrakt, zwölf von ihnen werden als Karzinogene eingestuft. Unter der Leitung von Silvia de Sanjosé, Barcelona, Spanien, wurde die weltweit bisher größte Analyse zur HPV-Genotypen-Verteilung beim invasiven Zervixkarzinom durchgeführt. Dabei wurden 10.575 Fälle aus 38 Ländern weltweit in die Studie eingeschlossen, bei 85% konnte eine HPV-Infektion nachgewiesen werden.

HPV 16, 18 und 45 in 94% aller Adenokarzinome
Die in der Analyse am häufigsten nachgewiesenen HPV-Typen waren 16, 18, 31, 33, 35, 45, 52 und 58 - sie waren für 91% aller Zervixkarzinome verantwortlich. Darunter waren die HPV-Typen 16, 18 und 45 in allen histologischen Gruppen besonders oft vertreten und für 75% der squamösen Zellkarzinome sowie 94% der Adenokarzinome verantwortlich. Mit den HPV-Typen 16, 18 und 45 infizierte Frauen waren darüber hinaus jünger als Frauen, die mit anderen HPV-Typen infiziert waren. Unbekannte HPV-Typen (z. B. 26, 30, 61, 67, 69, 82, 91 und 103), die im Rahmen dieser Untersuchung sequenziert wurden, wurden dagegen nur in etwa ein% aller invasiven Zervixkarzinome gefunden.

Genotypen 16, 18 und 45 bei der Genotypisierung in den Vordergrund stellen
Nach Ansicht der Autoren sind diese Erkenntnisse zum einen wichtig für die Entwicklung neuer HPV-Impfstoffe. Darüber hinaus riefen die Autoren dazu auf, sich bei der Hochrisiko-HPV-DNA-basierten Genotypisierung auf die HPV-Typen 16, 18 und 45 zu fokussieren. Das Unternehmen Qiagen, das bereits den digene HPV Test entwickelt hat, der auf der patentierten Hybrid-Capture-Technologie basiert und 13 Hochrisiko-Typen des HP-Virus nachweist, hat bisher als einziges Unternehmen einen weiteren Test entwickelt, der speziell die Typen 16, 18 und 45 nachweist. Der Test, der bereits für die Verwendung in der Forschung erhältlich ist, wird unter der Bezeichung digene HPV Genotyping PS Test eingeführt werden. Auch dieser Test basiert auf der weltweit etablierten Hybrid-Caputure-Technologie und sollte im Nachgang zu einem positiven Ergebnis des digene HPV Tests zur genaueren Abklärung des Befundes eingesetzt werden.

Quellen:
Sanjosé de S et al. Human papillomavirus genotype attribution in invasive cervical cancer: a retrospective cross-sectional worldwide study. The Lancet Oncology; Published online 18. Oktober 2010 DOI:10.1016/ S1470-2045(10)70230-8

 

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