10.04.2018
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Privatspende über 70.000 € zur Unterstützung der Erforschung endogener Retroviren an der Universitätsmedizin Halle (Saale)

Die Universitätsklinik und Poliklinik für Neurologie des Universitätsklinikums Halle (Saale) hat eine Spende in Höhe von 70.000 € für ein gemeinsam mit der Klinik für Pädiatrie I geplantes Forschungsvorhaben erhalten.

„Der Spender, Dr. Heinrich Holtkötter, ist über verschiedene Presseberichte auf unsere Forschung zu Humanen endogenen Retroviren und ihren Hüllproteinen im Zusammenhang mit Multipler Sklerose aufmerksam geworden und möchte diese Forschung unterstützen“, sagt Dr. Alexander Emmer von der Klinik für Neurologie. Er ist einer der Wissenschaftler, die zu diesem Themenkomplex forschen.

Humane endogene Retroviren, kurz HERV, sind im Laufe der Evolution Teil des menschlichen Erbguts geworden und somit nicht von vornherein problematisch. Aber die Hüllproteine können als sogenannte Super-Antigene fungieren und stehen in Verdacht, Auslöser der Entzündungen im Gehirn zu sein, die typisch bei einer Multiplen Sklerose (MS) sind. Ob und wie diese HERV-Proteine zur Entzündungsreaktion bei MS beitragen, untersucht derzeit die Arbeitsgruppe um Dr. Emmer und apl. Prof. Dr. Martin S. Staege vom Forschungslabor der Klinik für Pädiatrie I des UKH u.a. in Kooperation mit Dr. Holger Cynis vom Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie (IZI) in Halle.

Die Hüllproteine werden dabei offenbar, davon gehen die Wissenschaftler derzeit aus, unter anderem auch von Umwelteinflüssen aktiviert. Diese Umwelteinflüsse, beispielsweise auch das Epstein-Barr-Virus, können dazu führen, dass schlafende HERV-Sequenzen im menschlichen Erbgut im zentralen Nervensystem „transaktiviert“ werden. Die Entzündungsreaktionen sollen allerdings auch nur eine sekundäre Ausprägung der MS sein, der primär eine nichtentzündliche degenerative Phase vorausgeht, die ebenfalls in Zusammenhang mit den aktivierten HERV stehen. Wenn sich die Theorie bewahrheite, könne der degenerative Anteil der Pathogenese der MS durch neue therapeutische Ansätze beeinflussbar sein. Erste Hinweise darauf gebe es bereits aus einer klinischen Studie einer französischen Forschergruppe, in der die degenerativen Prozesse gebremst werden konnten, sagt Emmer.

 

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