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Pulmonale Hypertonie: 2. Forschungswerkstatt in Leverkusen

07.03.2011 -

Die pulmonale Hypertonie (PH) wurde lange in ihrer Bedeutung unterschätzt. Inzwischen ist klar, dass die Zahl der Patienten weit größer ist, als bisher angenommen: "Wir müssen von rund 100 Millionen Betroffenen weltweit ausgehen", betonte Prof. Dr. Werner Seeger vom Universitätsklinikum Gießen und Marburg, als Vorsitzender der "Forschungswerkstatt Pulmonale Hypertonie", zu der Bayer HealthCare Experten auf diesem Forschungsgebiet nach Leverkusen eingeladen hatte.

Vor etwa zehn Jahren gab es noch keine effektive Therapiemöglichkeit des Lungenhochdrucks. Inzwischen sind Substanzen aus drei Wirkstoffgruppen zur Behandlung zugelassen, was laut Seeger leider aber nicht bedeutet, dass eine befriedigende Therapie bei allen Patienten gewährleistet ist: "Wir haben noch einen erheblichen Forschungsbedarf und brauchen dringend weitere, innovative Behandlungsoptionen, um die pulmonale Hypertonie eines Tages heilen zu können", erklärte der Pneumologe in Leverkusen.

Dieses Ziel ist jedoch nur durch eine intensive Kooperation der Forschungseinrichtungen und der pharmazeutischen Industrie zu erreichen. Das zeigt laut Prof. Seeger die Entwicklung des Wirkstoffs Riociguat, einem Stimulator des Enzyms lösliche Guanylatcyclase (sGC), das an der Regulation des Gefäßsystems beteiligt ist. Beim Lungenhochdruck ist die Aktivität des Enzyms vermindert, so dass Stimulatoren des Enzyms schon aus theoretischen Überlegungen heraus therapeutische Bedeutung zukommen sollte. In tierexperimentellen Untersuchungen und in einer Phase-II-Studie bei Patienten mit PH und CTEPH (chronisch-thromboembolische pulmonale Hypertonie) konnte gezeigt werden, dass Riociguat die Symptome einer pulmonalen Hypertonie bessert. Der Wirkstoff wird derzeit in mehreren Phase III-Studien weltweit geprüft.

Ein wesentliches Anliegen der Forschungswerkstatt Pulmonale Hypertonie ist neben den klinischen Aspekten das Voranbringen der Grundlagenforschung zum Lungenhochdruck. "Wir haben vor allem neue Erkenntnisse und Forschungsergebnisse zur Signalkaskade diskutiert, die zur Auslösung der PH führt", so Seeger. Das trägt wesentlich zum Krankheitsverständnis bei und damit auch zur Entwicklung weiterer neuer Therapieansätze.

Beim jetzigen Treffen der PH-Forscher und Kliniker handelte es sich bereits um die 2. Forschungswerkstatt Pulmonale Hypertonie. Das Anliegen von Bayer HealthCare erläuterte Dr. Franz-Josef Wingen, Leiter der Medizin der Bayer Vital GmbH: "Es ist für uns außerordentlich wichtig, neue Medikamente im direkten Schulterschluss mit den Klinikern und den Mitarbeitern in den führenden Forschungsinstituten zu entwickeln". Nur so kann speziell bei den Erkrankungen, bei denen ähnlich wie bei der PH noch keine befriedigenden Therapiemöglichkeiten bestehen, ein rascher Fortschritt gewährleistet werden. "Wir setzen aber nicht nur auf die Kliniker, mit denen wir klinische Studien entwickeln und durchführen, sondern forcieren mit dem Konzept der Forschungswerkstatt auch Projekte auf präklinischer Ebene. Wir fördern die Grundlagenforschung, um zusammen mit den Wissenschaftlern neue Ideen und neue Modelle zu generieren, die sich hoffentlich in absehbarer Zukunft in neue, verbesserte Therapieoptionen umsetzen werden", sagte Dr. Wingen.

In der 2. Forschungswerkstatt Pulmonale Hypertonie wurden 16 Vorträge von Wissenschaftlern auf dem Gebiet des Lungenhochdrucks zu ihren neuen Forschungsprojekten gehalten und 15 wissenschaftliche Poster aus Forschungsgruppen verschiedener PH-Zentren gezeigt. Die extented Abstracts werden im Laufe des Jahres wissenschaftlich publiziert und damit direkt der Fachwelt zugänglich gemacht.

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